Streit um Amt des Ersten Beigeordneten

Beben in Ludwigsau. Friedhelm Eyert wirft hin

Friedhelm Eyert
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Friedhelm Eyert

Der langjährige Erste Beigeordnete von Ludwigsau, Friedhelm Eyert (SPD), wird sein Mandat in der neugewählten Gemeindevertretung nicht annehmen. Er will auch aus der SPD austreten.

Ludwigsau – Gleichzeitig kündigte er an, demnächst nach 40 Jahren „schweren Herzens“ auch seinen Austritt aus der SPD zu erklären. Eyert, der Leiter des Ordnungsamtes in Bebra ist, ist auch SPD-Ortsvereinsvorsitzender in Meckbach.

Hintergrund ist das politische Beben nach der Kommunalwahl in Ludwigsau (HZ berichtete). Die SPD strebt einen Generationswechsel an. Der designierte SPD-Fraktionschef Daniel Stange bestätigte nach einer Sitzung der SPD-Gremien, dass das wichtige Amt des Ersten Beigeordneter künftig Markus Sauerwein aus Rohrbach übernehmen soll. Er vertritt in dieser Funktion also fortan Bürgermeister Wilfried Hagemann.

Eyert hatte man statt dessen das Amt des Vorsitzenden der Gemeindevertretung angetragen. „Wir bedauern, dass Herr Eyert dieses Angebot ausgeschlagen hat“, sagt Stange, der einräumt, dass einige Personalentscheidungen „für Verwunderung“ gesorgt haben. „Die Kommunikation hätte besser laufen können“, so Stange. Markus Sauerwein wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern und verwies auf die konstituierende Sitzung am 19. April.

„Für mich bedeutet kommunalpolitisches Agieren insbesondere das Vorleben von Aufrichtigkeit, Solidität und Charakterstärke“, begründet Friedhelm Eyert seinen Schritt. Leid tun ihm die vielen Wähler, die ihm ihr Vertrauen geschenkt haben. „Sie haben mich gewählt, weil sie mich als Ersten Beigeordneten kennen und behalten wollten. Für etwas anderes war und bin ich nicht zu haben.“ Die gleichen Menschen, die ihn auf der SPD-Liste weit vorne platziert haben, „haben nach der Wahl dafür gesorgt, dass das Thema Kommunalpolitik in Ludwigsau für mich endgültig erledigt ist. Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit gehen anders“, erklärt Eyert gegenüber unserer Zeitung.

Daniel Stange sagte, die SPD in Ludwigsau setze künftig auf eine „gesunde Mischung aus erfahrenen und neuen Leuten“. So werde der langjährige SPD-Fraktionsvorsitzende Rainer Koch seine Erfahrung künftig im Gemeindevorstand einbringen.

Stange selbst ließ offen, ob er seine neue Position an der SPD-Spitze im Parlament als Sprungbrett für eine erneute Kandidatur als Bürgermeister nutzen wolle.  (kai)

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