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175 Jahre Bahnhof Bebra: Mehrere Jubiläums-Höhepunkte in 2023

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Von: Carolin Eberth

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Planen eine ganze Reihe spannender Veranstaltungen zum 175. Jubiläum des Bebraer Bahnhofs: seb-Chef Stefan Pruschwitz (links) und Bebras Bürgermeister Stefan Knoche, hier im Personenwagen aus den 30er-Jahren.
Planen eine ganze Reihe spannender Veranstaltungen zum 175. Jubiläum des Bebraer Bahnhofs: seb-Chef Stefan Pruschwitz (links) und Bebras Bürgermeister Stefan Knoche, hier im Personenwagen aus den 30er-Jahren. © carolin eberth

Der Bahnhof in Bebra wird in diesem Jahr 175 Jahre alt. Für 2023 sind deshalb spannende Veranstaltungen für alle Altersklassen geplant.

Bebra – Im Jahre 1848, vor 175 Jahren, wird vor dem Dorf Bebra eine kleine Bahnstation errichtet. Sie entwickelt sich in den kommenden Jahrzehnten zu einem bedeutenden Verkehrsknotenpunkt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekommt der Bahnhof eine neue Funktion: Er wird ein wichtiger Grenzbahnhof mitten in Deutschland. Und auch heute noch, obwohl der Bebraer Bahnhof längst nicht mehr zu den frequentiertesten in Deutschland zählt, ist er für Bebra und die gesamte Region von großer Bedeutung. „Früher arbeiteten ganze Familien hier am Bahnhof. Auch heute verbindet noch jeder Bebraner etwas mit dem Inselgebäude. Der Bahnhof hat die Stadt geprägt“, sagt der Bürgermeister der Stadt Bebra, Stefan Knoche.

Deshalb ist 2023 für Bebra auch ein ganz besonderes Jahr, denn der Bahnhof – das Herzstück der Stadt – feiert Geburtstag. „175 Jahre Bahnhof Bebra – Bewegte Zeiten“ lautet das Motto, unter dem es eine ganze Reihe spannende Veranstaltungen für jede Altersklasse geben soll. „Für Bebra ist dieses Jahr ein ganz besonderes, das natürlich auch ganz besonders gefeiert werden soll“, ergänzt Stefan Knoche.

Aktuell entwickelt die Stadtentwicklung Bebra (seb) zusammen mit Vertretern verschiedener Vereine und Politik eine Veranstaltungsreihe, die das Jahr unvergessen machen soll. „Jede Menge Höhepunkte sind geplant und werden aktuell vorbereitet und in die Umsetzung gebracht“, sagt Stefan Pruschwitz, der Chef der seb.

Fahrt mit „Kyra“

Los ging es bereits am 1. Januar 2023 mit einem Fahrtag am Wasserturm, der wieder unzählige Familien von Nah und Fern nach Bebra lockte, um einen schönen Tag am Wahrzeichen der Stadt zu verbringen. Eine besondere Jubiläumsfahrt steht dort zu Pfingsten auf dem Programm am 28. und 29. Mai. So ist es gelungen, eine echte Dampflok für diese Tage in die Biberstadt zu holen. Die bekannte Lok „Kyra“ ist Marke Eigenbau und fährt an beiden Tagen die Besucher auf der Rundstrecke am Wasserturm durch die schöne Landschaft. Die Dampflok wird dafür extra aus Samswegen in Sachsen-Anhalt nach Bebra gebracht.

Festakt im Lokschuppen

Als weiteren Höhepunkt im Jubiläumsjahr soll es am Montag, 18. September – auf den Tag genau 175 Jahre nach dem ersten Betriebstag des Bebraer Bahnhofs 1848 – einen großen Festakt im Lokschuppen geben. Passend dazu ist am Wochenende zuvor, vom 16. bis 18. September, wieder „Tag der Schiene“. Wie schon im vergangenen Jahr wird es hier ein buntes und abwechslungsreiches Programm rund um den Bahnhof geben.

Laser-Mapping

Eine wahrhaftig spektakuläre Idee ist es außerdem, das Inselgebäude 2023 für mehrere Tage via „Laser-Mapping“ in „Bewegung“ zu versetzen. Hier laufen gerade Planungen und Gespräche, erklärt Pruschwitz. Erste Konzeptideen versprechen aber ein echtes Highlight. Ergänzt werden die Veranstaltungen durch eine historische Briefmarkenausstellung rund um die Eisenbahn im Rahmen der Dauerausstellung Bahnhof Bebra und Führungen auf dem Bahnhofsgelände mit jeder Menge spannender Hintergrundinfos rund um die Eisenbahnerstadt.

Festzeitschiften

„Viele weitere Dinge sind in Planung“, verspricht Stefan Pruschwitz. So soll es eine Festzeitschrift zum Jubiläum geben, auch Kinoabende, Vorträge und Lesungen sind geplant. „Natürlich soll noch nicht alles verraten werden“, sind sich Bürgermeister Knoche und seb-Chef Pruschwitz einig. „Es wird definitiv die ein oder andere Überraschung geben, die die Bebraner und Besucher gleichermaßen begeistern sollen.“

Dampflokfahrt

Mit Volldampf ging es schon am vergangenen Freitag im historischen Sonderzug mit Wagen aus den 30er- und 50er-Jahren und einer 102 Jahre alten Dampflok 58 311 von Bebra über die Steigung der Cornberger Rampe nach Sontra und zurück.

Mit dabei gewesen bei der Sonderzugfahrt von Bebra nach Sontra: (von links) Bebras Tourismusmanagerin Romy Grimm, seb-Chef Stefan Pruschwitz, Organisator Tobias Mühlbauer, Nancy Konrad von der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal und Bebras Bürgermeister Stefan Knoche.
Mit dabei gewesen bei der Sonderzugfahrt von Bebra nach Sontra: (von links) Bebras Tourismusmanagerin Romy Grimm, seb-Chef Stefan Pruschwitz, Organisator Tobias Mühlbauer, Nancy Konrad von der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal und Bebras Bürgermeister Stefan Knoche. © Eberth, Carolin

Für viele Bebraner und Eisenbahn-Fans war das bereits ein ganz besonderer Auftakt der Reihe von Veranstaltungen zum Bahnhofsgeburtstag. Während der drei Pendelfahrten warteten viele Schaulustige nicht nur an den Bahnhöfen in Bebra und Sontra auf die Dampflok – der einzigen betriebsfähigen Dampflok ihrer Baureihe in Deutschland – sondern auch inmitten der märchenhaften Schneelandschaft neben den Gleisen. Die 58 311 war jedoch nur zu Besuch in Bebra, sonst ist sie in Karlsruhe beheimatet.

Gelungener Auftakt: Der Bahnsteig war voller begeisterter Eisenbahn-Fans bei Einfahrt der 102 Jahre alten Dampflok 58 311 am vergangenen Freitag.
Gelungener Auftakt: Der Bahnsteig war voller begeisterter Eisenbahn-Fans bei Einfahrt der 102 Jahre alten Dampflok 58 311 am vergangenen Freitag. © Eberth, Carolin

Die Lok versetzte passend zum Jubiläum alle Besucher, mit ihrem charakteristischen Klang und Dampf, in eine Zeitreise, als hätten sie vor 100 Jahren am Bebraer Bahnhof gestanden.

Knotenpunkt im Kaiserreich – Grenzstation im Kalten Krieg

Bis in die 1860er Jahre blieb der Bahnverkehr überschaubar in Bebra. 1850 hielten hier planmäßig nur sechs Züge. Im Mai 1876 wurde die neue, über Bebra führende Direktverbindung Frankfurt - Hannover eröffnet. Damit kreuzte dann auch eine wichtige Nord-Süd-Strecke den Bahnhof, der sich so zu einem Verkehrsknotenpunkt im deutschen Kaiserreich entwickelte. Neben dem Personenbahnhof entwickelte sich auch der Güterbahnhof zu einem wichtigen Drehkreuz.

Nach der Kapitulation des nationalsozialistischen Deutschlands wurde im Juli 1945 am Bahnhof Bebra, der am Rand der amerikanischen Besatzungszone lag, eine Übergangsstelle in die sowjetische Zone eingerichtet. US-Soldaten kontrollierten hier, wer in ihre Zone reist. Ab 1946 wurden zur Kontrolle hessische Polizisten mit herangezogen. 1951 richtete der Zoll am Bahnhof eine Grenzkontrollstelle ein. Ab 1953 bestand zudem eine Grenzschutzstelle des Bundesgrenzschutzes. Der Bahnhof Bebra wurde so zum bedeutenden Grenzbahnhof. (Mehr Infos unter bahnhof-bebra.de)
(Von Carolin Eberth)

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