Antriebs-Sparte heißt nun Vitesco

200 Arbeitsplätze bedroht: Conti in Bebra bangt um Jobs

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Seit Oktober unter der Flagge von Vitesco: der Continental-Standort im Bebraer Industriegebiet.

Die Umstrukturierung beim Automobilzulieferer Continental hat auch den Standort Bebra/Mühlhausen erreicht: Laut IG Metall sind 200 der rund 1100 Arbeitsplätze bedroht.

Seit Oktober firmiert die für Antriebstechnik zuständige Conti-Division Powertrain, zu der auch Bebra gehört, zudem unter dem Namen Vitesco Technologies. Die neue Firma könnte sich im April 2020 vom Mutterkonzern abspalten – noch müssen Aufsichtsrat und Aktionäre aber zustimmen.

Notwendige personelle Anpassungen sollen zunächst sozialverträglich, also über Altersteilzeit, Renteneintritte und entsprechende Arbeitszeitmodelle erfolgen, heißt es auf Anfrage unserer Zeitung von der Continental AG, ohne dass die Zahl der bedrohten Arbeitsplätze bestätigt wird. Der Arbeitgeber habe mit offenen Karten gespielt und den Stellenabbau bei der Betriebsversammlung im November kommuniziert, sagt Betriebsratvorsitzender Karl-Heinz Wicke, aber: „Die Gemütslage ist angespannt.“ Jede zweite Frage aus der Belegschaft laute: „Wie geht es weiter?“ Dazu würden derzeit Gespräche geführt. 

Es seien bei Weitem noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um einen Verlust von Arbeitsplätzen zu vermeiden, sagt Elke Volkmann, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen. Die Gewerkschaft fordert zunächst die Einführung von neuen Produkten und Kostensenkungen am Standort. Zudem seien neue Arbeitszeitmodelle gefragt. „Wir sind gut organisiert“, sagt Volkmann über die Mitgliederstärke in Bebra. Genaue Zahlen nennt sie nicht. Zum Aktionstag im November vor der Zentrale des Dax-Konzerns in Hannover seien mehr als 60 Beschäftigte aus Bebra gereist.

Hintergrund für den Stellenabbau ist auch der von Vitesco geplante, schrittweise Rückzug aus dem Hydraulikgeschäft. Darunter fallen Kraftstoffpumpen, wie sie in Bebra produziert werden. Ziel sei eine „saubere und nachhaltige Mobilität“. Bebra soll als wichtiger Standort für Aktuatoren-Technologien für Verbrennungsmotoren und Elektroantriebe aufgestellt werden, heißt es von Continental. Die Antriebsbauteile verarbeiten elektrische Signale. Dazu wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Werk in Dortmund angestrebt, ein sogenanntes Standortcluster. (cig)

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