1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bebra

200 Beschäftigte der Firma Vitesco legten in Bebra kurzzeitig die Arbeit nieder

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Klemm

Kommentare

Mit einem Warnstreik untermauerten die Beschäftigten der Firma Vitesco in Bebra ihre Forderung nach einer Tariferhöhung.
Mit einem Warnstreik untermauerten die Beschäftigten der Firma Vitesco in Bebra ihre Forderung nach einer Tariferhöhung. © Martin Sehmisch

Bei der Firma Vitesco Technologies in Bebra standen am Mittwoch für jeweils eine Stunde in der Früh-, Spät- und Nachtschicht die Räder still.

Bebra – Rund 200 Beschäftigte begannen ihre Arbeit an diesem Tag später als gewohnt. Sie beteiligten sich damit am Warnstreik der IG Metall. Der Tarifforderung der Gewerkschaft nach acht Prozent mehr Geld sollte dadurch auch in Bebra Gewicht verliehen werden. „Wir haben die Kolleginnen und Kollegen der drei Schichten abgeholt und sind gemeinsam zum Wendehammer gegangen, um dort unserer Forderung Nachdruck zu verleihen“, erklärte der Vitesco-Betriebsratsvorsitzende, Torsten Buske.

Bei der Aktion der Spätschichtler an diesem Tag wurden die Vitesco-Beschäftigten von einer Delegation der Firma Neumeier aus Rotenburg unterstützt. „Der Warnstreik ist unserer Meinung nach positiv verlaufen“, lautete sein Fazit. „Die Gespräche während des Warnstreiks zeigten, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite, eine Einmalzahlung in Höhe von dreitausend Euro auszureichen, die für die nächsten dreißig Monate gelten soll, lehnen wir ab.“

Dieses Ansinnen wurde auch beim Warnstreik in Bebra nochmals deutlich gemacht. „Wir fordern acht Prozent, weil ihr die Erhöhung braucht, weil sie fair ist und weil sie für die Betriebe machbar ist“, sagte die 2. Bevollmächtigte der IG Metall Nordhessen, Elke Volkmann, während der Kundgebung am Wendehammer. Der Kampf der Vitesco-Belegschaft für einen Sozialtarifvertrag habe im Jahr 2021 zahlreiche Arbeitsplätze gesichert. „Jetzt brauchen wir die gleiche Entschlossenheit wieder, denn wenn die Arbeitgeber nicht bald ein vernünftiges Angebot vorlegen, wird es längere Warnstreiks geben müssen“, betonte Volkmann.

Für die IG Metall ist besonders wichtig, „dass es eine tabellenwirksame Erhöhung der Entgelte gibt, weil Einmalzahlungen nicht für dauerhafte Einkommenssteigerungen sorgen, sondern schnell verpuffen“, hieß es vonseiten der Gewerkschaft.

Die Friedenspflicht in dieser Tarifauseinandersetzung der Metall- und Elektroindustrie endete am 28. Oktober. Seitdem sind Warnstreiks möglich. Die nächste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern ist für den 10. November angesetzt. Die IG Metall fordert eine Erhöhung der tariflichen Monatsentgelte um 8 Prozent. „Tabellenwirksam“ soll die Entgelterhöhung sein, heißt es von ihrer Seite.

Das bedeutet, dass die Entgelte in den Tariftabellen der einzelnen Tarifgebiete erhöht werden müssen, also dauerhaft. Die letzte tabellenwirksame Erhöhung gab es im April 2018. In den Metall-Tarifrunden 2020 und 2021 habe die IG Metall wegen der Corona-Krise und der Transformation vorrangig Arbeitsplätze gesichert.

Auch interessant

Kommentare