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55 Jahre alter Mann aus Bebra vom Amtsgericht Bad Hersfeld wegen Urkundenfälschung verurteilt

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Von: Mario Reymond

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Amtsgericht Bad Hersfeld
Amtsgericht Bad Hersfeld © Eberth, Carolin

Ein 55 Jahre alter Mann aus Bebra ist jetzt vom Amtsgericht in Bad Hersfeld wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden.

Bad Hersfeld – Ein 55 Jahre alter Mann aus Bebra ist jetzt von Strafrichter Michael Krusche am Amtsgericht in Bad Hersfeld zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro verurteilt worden. Die Strafe wurde über 20 Tagessätze á 60 Euro ausgesprochen.

Ein Strafverfahren gegen den 15 Jahre alten Sohn des Angeklagten war in derselben Angelegenheit bereits vor geraumer Zeit mit einer Ermahnung eingestellt worden.

Sohn und Vater war gemeinschaftliche Urkundenfälschung vorgeworfen worden. Der 55-Jährige hatte im Januar 2021 einen von einer Mieterin verursachten Badewannen-Schaden in einer seiner Immobilien am Schieferstein in Bad Hersfeld über einen alten Kostenvoranschlag eines Kasseler Sanitärfachbetriebs aus dem Jahre 2020 abrechnen wollen.

Dieser Kostenvoranschlag über 464 Euro bezog sich auf einen ähnlichen Schaden, wie er dann ein Jahr später in einer anderen seiner Immobilien wieder aufgetreten war. Statt diesen neuerlichen Schaden noch einmal von einer Fachfirma begutachten und über einen neuen Kostenvoranschlag dokumentieren zu lassen, ließ sich der 55-Jährige wohl von seinem damals 14 Jahre alten Sohn davon überzeugen, doch einfach den bereits vorliegenden Voranschlag, der mittlerweile nicht mehr existenten Kasseler Firma, zu verwenden.

Dazu habe er sich schließlich breitschlagen lassen, erklärte der Angeklagte. Sein Sohn habe die im ursprünglichen Papier ausgewiesene Jahreszahl 2020 handschriftlich in 2021 „frisiert“. Und genau das war für den örtlichen Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft der Knackpunkt.

Auch wenn sich beide Schäden ähnelten und sicherlich auch die fast identischen Reparatur- oder Austauschkosten verursacht hätten, sei es dennoch eine strafbare Handlung. Die Abänderung eines ursprünglichen Dokuments erfülle nun einmal den Tatbestand der Urkundenfälschung. Und nur dies sei von der Gerichtsbarkeit zu bewerten.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe zwar ein, bewertete den Schaden aber eher als „ameisenhaft“. Seine Vergleiche, wonach wesentlich schlimmere Vergehen von den Gerichten nicht einmal verhandelt würden, unterbrach Richter Krusche mit dem Hinweis auf die aktuell vorliegenden Tatsachen. Er blieb mit seinem Urteil unter der Geldstrafe von 1800 Euro aus dem Strafbefehl. Krusche wertete das Geständnis des 55-Jährigen als strafmildernd.

Der Angeklagte akzeptierte und wertete das Urteil mit den Worten: „Wenn das meine Belohnung ist, dann okay.“ (Mario Reymond)

Urkunden oder Dokumente fälschen 

Die Urkundenfälschung – umgangssprachlich auch Dokumentenfälschung – ist eine Straftat. Mit dem Begriff der Urkundenfälschung stehen Handlungen in Verbindung, die den Beweiswert von Urkunden manipulieren. Wer zur Täuschung im Rechtsverkehr eine unechte Urkunde herstellt, eine echte Urkunde verfälscht oder eine unechte oder verfälschte Urkunde gebraucht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe bestraft. Schon der Versuch ist strafbar. (rey)

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