Papier und Pappe neben Tonnen bleibt liegen

Ab Juni: Müllverband MZV nimmt lose Kartons nicht mehr mit

Vorsicht beim Einwerfen: Björn Berger demonstriert auf dem MZV-Betriebshof in Bebra, dass es nicht ungefährlich ist, lose Kartons ins Müllfahrzeug zu werfen. Wird die Einwurf-Mechanik (unten) aktiviert, beginnt sofort der Kippvorgang.
+
Vorsicht beim Einwerfen: Björn Berger demonstriert auf dem MZV-Betriebshof in Bebra, dass es nicht ungefährlich ist, lose Kartons ins Müllfahrzeug zu werfen. Wird die Einwurf-Mechanik (unten) aktiviert, beginnt sofort der Kippvorgang.

Bislang hat der Müllabholzweckverband (MZV) Kartons, Papier und Pappe, die neben den Papiertonnen lagen, kostenlos mitgenommen. Das ändert sich jetzt.

Bebra/Ronshausen/Rotenburg – Als Begründung nennt der Müllverband den Unfallschutz. „Beim Abtransport besteht eine potenzielle Gefahr für unsere Müllwerker“, begründet MZV-Vorsitzender Hartmut Grünewald, der nach der Trennung von Sigmar Schäfer seit Dezember auch kommissarisch die Geschäfte des MZV führt, den Schritt. Deshalb habe der Vorstand beschlossen, dass ab Dienstag, 1. Juni, in Bebra, Ronshausen und Rotenburg – dem Zuständigkeitsbereich des MZV – kein zusätzliches Papier, Kartonagen und Pappe mehr eingesammelt werden.

Im Kern bestehe die Gefahr darin, dass die Einwurf-Mechanik an den Müllfahrzeugen nicht dafür ausgelegt sei, sicher zusätzliche Kartons in den Laderaum zu werfen. Die Technik sei vielmehr darauf ausgerichtet, Mülltonnen zu greifen, hochzuheben und per Kippbewegung auszuleeren. „Im schlimmsten Fall könnte ein Mitarbeiter von der Mechanik mit reingezogen werden“, sagt Grünewald.

Nach den gesetzlichen Vorschriften sei der Arbeitgeber, also der MZV, für die Gesundheit und Unversehrtheit der Mitarbeiter während der Arbeit verantwortlich. Auch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und die Unfallkasse Hessen, die Berufsgenossenschaft des Müllverbandes, hätten jüngst noch einmal darauf aufmerksam gemacht. Beim MZV habe daraufhin ein Umdenken stattgefunden.

MZV: In der Praxis ändert sich für viele Kunden nichts

In der Praxis würde sich durch den Vorstandsbeschluss für den Großteil der Haushalte in Bebra, Ronshausen und Rotenburg aber nichts ändern, betont der Vorsitzende: „Nach wie vor bekommt jeder Kunde je 60 Euro Grundgebühr eine 240-Liter-Papiertonne ohne Berechnung zur Verfügung gestellt. Für die meisten Kunden reicht dies aus.“ Für eine zweite Papiertonne würden weitere 60 Euro Grundgebühr fällig werden.

Grünewald empfiehlt den Menschen, die bislang nicht mit einer Papiertonne ausgekommen sind, Kartons zu falten, damit sie in die blaue Tonne passen. „Wer sich diese Mühe nicht machen will, kann Kartons und Mehrmengen Papier kostenlos an unserem Wertstoffhof in Bebra abgeben“, so der Müllverbandschef. Geschäfte und Betriebe können bei der MZV-Service-GmbH kostenpflichtig Container bestellen. (Sebastian Schaffner)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.