Alle Wege für Rollstuhlfahrer versperrt

+
Ausgesperrt: Dieter Heckmann konnte den Bahnhof nicht mehr verlassen, weil er hier vor dem Bauzaun stand. Auch die DB hatte ein sonst meist offenes Tor geschlossen.

Bebra. Dieter Heckmann ist auf sein rollendes Gefährt angewiesen. Damit ist er mobil und viel mit der Bahn und dem Cantus unterwegs, zum Beispiel zu den Fußballspielen des KSV Hessen Kassel oder auch nach Fulda.

Wenn er vorher beim Cantus oder der Bahn Bescheid sagt, bekommt er Hilfe beim Ein- und Aussteigen. Das sei kein Problem, sagt der 74-Jährige Bebraner, der auf der Ostseite der Stadt wohnt.

Empört ist er aber darüber, dass er den Bahnhof am Wochenende nach Ankunft mit dem Zug gar nicht mehr verlassen konnte, weil alle barrierefreien Zugänge abgesperrt waren. Den für ihn abenteuerlichen Weg über die Baustelle Gilfershäuser Straße, wo gerade die Gehwege hergestellt werden, schafft Heckmann mit ein paar kleinen Umwegen und etwas Geduld. Nun aber stand er vor einer Metallabsperrung beim Bretterdurchgang (siehe Foto). Nur der Treppenaufgang war geöffnet, Heckmann eingesperrt - ebenso wie andere Menschen mit Rollator oder Kinderwagen. Sie kamen dort nicht mehr durch.

Abgesperrt war zu Heckmanns großem Ärgernis auch der Weg zwischen dem von der DB Cargo genutzten Gebäude und dem Lokschuppen I. Ein großes Tor, das ihm bisher gar nicht aufgefallen war, weil es immer offen stand, war nun geschlossen - kein Weg also, um das Bahnhofsgelände zu verlassen oder hin zum Zug zu kommen. Ein Mitarbeiter dort erklärte, es handele sich um Privatgelände.

Nur noch Treppen

Heckmann erzählt, dass auch andere Reisende Probleme gehabt hätten, denn zum Verlassen des Bahnhofs stand außer der Treppe auf der Ostseite nur noch die extrem steile auf der Westseite zur Verfügung.

Auf Nachfrage erklärt Bürgermeister Uwe Hassl, er habe bereits einen Hinweis bekommen und sich mit der Bahn in Verbindung gesetzt. Der ins Auge gefasste Zugang über das Gelände der DB Cargo sei nicht möglich gewesen. „Man ist dort nicht bereit, für die Kürze der Zeit einen Weg zu eröffnen, der Rollstuhlfahrern den Zugang zum hinteren Fahrstuhl bewilligt“, erklärt Hassl und kritisiert fehlende Beweglichkeit bei der DB.

Bauamtsleiter Patrick Schuster versprach, umgehend für den barrierefreien Zugang an der Ostseite zu sorgen. Der sollte inzwischen wiederhergestellt sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.