Wochenendporträt: 24-jähriger Neu-Geselle ist Bundessieger

Ausgezeichnete Ausbildung in Bebra: Andreas Willhardt ist Herr der Roboter

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Hat im Job alles im Griff: Andreas Willhardt aus Neuenstein ließ sich im Bebraer Betrieb Willich Elektrotechnik zum Elektroniker der Fachrichtung Automatisierungstechnik ausbilden. Sein Steckenpferd sind Roboter, wie der auf dem Bild. Es ist ein UR „Universal Robot“, der über ein Bedienelement in Willhardts Hand gesteuert wird.

Bebra/Neuenstein. Er ist schüchtern, etwas zurückhaltend und bescheiden. Aber wenn es um seine elektronisch gesteuerten Roboter geht, dann ist Andreas Willhardt nicht zu bremsen.

Der Bundesentscheid

Seine Leidenschaft für Elektrotechnik brachte dem 24 Jahre alten Neuensteiner jetzt den Titel des Bundessiegers in der Fachrichtung Automatisierungstechnik ein. Während eines zweitägigen Wettbewerbs in Oldenburg, der vom Deutschen Handwerk organisiert worden war, stellte er sein Können in Theorie und Praxis unter Beweis: Und ließ dabei seine Mitstreiter weit hinter sich. Dafür gab es neben dem Siegertitel auch noch Gutscheine für eine Meisterausbildung und ein Tablet.

Die Ausbildung

Sein Ausbildungsbetrieb, Willich Elektrotechnik in Bebra, ist von den Fähigkeiten seines Schützlings begeistert. „Der Betrieb ist stolz auf Willhardt“, sagt Johanna Mangold von Willich. Das gute Abschneiden des 24-Jährigen zeige dem Unternehmen deutlich, dass die Ausbildung Früchte trage und dass es richtig gewesen sei, vor drei Jahren einen Ausbildungsleiter einzustellen. Dem stimmt auch Geselle Willhardt zu. Zwar habe er sich schon als Teenager für Elektrotechnik interessiert und sich vieles selbst beigebracht, einen direkten Ansprechpartner zu haben, war während der Ausbildung dennoch goldwert. Vor allem, weil Willich ein Betrieb ist, der permanent Nachwuchs fördert, erzählt Willhardt. Derzeit habe die Firma 20 Azubis, weitere sieben werden im August ihre Ausbildung beginnen, ergänzt Mangold.

Was Willhardt an seinem Job mit dem langen Namen „Elektroniker der Fachrichtung Automatisierungstechnik“ so begeistert? „Einfach alles“, gibt der gebürtige Bad Hersfelder, der in seiner Freizeit verschiedene Instrumente spielt, zur Antwort. Er könne Roboter programmieren, strukturieren und steuern. Kein Roboter sei wie der andere, und so sei auch die Arbeit: abwechslungsreich und vielseitig. Genau das liebe er so an seinem Job.

Der Auszubildende

Schon früh hat Willhardt die Elektrotechnik lieben gelernt. Als Jugendlicher half er bei Veranstaltungen als Ton- und Lichttechniker. Als er schließlich seinen Abschluss auf der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld in der Tasche hatte, entschied er sich gleich für Willich. Nach dreieinhalb Jahren kann er sich nun Geselle nennen.

Doch damit ist es für Willhardt noch nicht getan. Er möchte hoch hinaus und denkt jetzt über ein duales Studium in der Fachrichtung Elektrotechnik nach. Am liebsten wäre ihm die Technische Hochschule Mittelhessen, die auch einen Sitz in Bad Hersfeld hat. Ob dies zustande kommt, kann der 24-Jährige noch nicht sagen. Betrieb und Uni müssen noch Gespräche führen.

Solange schraubt Willhardt weiter bei Willich Roboter zusammen, legt Schaltkreise und programmiert automatisierte Vorgänge, die die schwenkbaren Arme erledigen können. Für die Mitarbeiter ist das praktisch. Sie werden damit von monotoner Arbeit entlastet. Und nach Feierabend nimmt sich Willhardt seine Posaune, denn neben der Elektrotechnik ist Musik sein liebstes Hobby. (fis)

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