Feuerwehr-Fusion mit Vorlauf

Asmushausen und Rautenhausen bilden nun den Löschbezirk Bebra Nord

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Zu einem Team zusammengewachsen: die Einsatzabteilung Bebra Nord aus den Feuerwehren Asmushausen und Rautenhausen – fein säuberlich im Corona-Sicherheitsabstand aufgestellt.

Seit gut zweieinhalb Jahren wachsen die Feuerwehren Asmushausen und Rautenhausen zu einer Einsatzabteilung zusammen. Es ist die erste Fusion zweier Bebraer Ortswehren.

Nun steht der neue Löschbezirk Bebra Nord – der von der Kernstadt kurz oberhalb des Welgersgrabens bis zum Cornberger Bahnhof reicht – auch offiziell in der Feuerwehrsatzung der Stadt.

„Die Einsatzkräfte werden weniger und wir wollten die Aufgaben auf mehr Schultern verteilen“, sagt Wehrführer Florian Apel. War die Zahl der Aktiven in Asmushausen mit einer Mannschaftsstärke zwischen 18 und 25 relativ stabil, machte sich der demografische Wandel in Rautenhausen stärker bemerkbar: Altersbedingt schrumpfte die Wehr zuletzt auf neun Aktive. Weil bei größeren Einsätzen ohnehin zusammengearbeitet wird und auch persönliche Kontakte bestehen, lag die Idee für eine gemeinsame Einsatzabteilung nahe.

Aber: Zusammenschlüsse bei Brandschützern sind oft heikel. Das Feuerwehrwesen in den Ortsteilen ist über Jahrzehnte gewachsen, auch Asmushausen (150 Jahre) und Rautenhausen (97 Jahre) haben eine lange Tradition. Hinzu kommen Befindlichkeiten, wie es sie auch zwischen Vereinen aus Nachbarorten gibt. „Als ich bei der Feuerwehr angefangen habe, war das Kirchturmdenken noch sehr ausgeprägt“, sagt Bebras Stadtbrandinspektor Manuel Koch. Mittlerweile lege sich das – auch, weil viele Aktive gemeinsam zur Schule gegangen seien oder anderweitig Kontakt bestehe.

Das die Fusion zwischen Asmushausen und Rautenhausen funktioniert, hat laut Wehrführer Apel zwei Gründe. Zum einen den langen Vorlauf – bereits seit 2017 gibt es Überlegungen, die Einsatzkräfte der Ortsteile zu bündeln. Und: „Die Idee kam aus den Wehren selbst. Wir sind den Weg von unten nach oben gegangen.“

Das erste vorsichtige Abtasten startete im März 2018 mit einer „Ideenwerkstatt“ – unter anderem Grillabende zum Kennenlernen. Gemeinsame Übungsdienste schlossen sich an, um nicht nur die Leute, sondern auch die Technik der Partnerwehr kennenzulernen. Seit Anfang 2019 gibt es für die Feuerwehren bei Einsätzen eine gemeinsame Alarmierung, ausgerückt wird dann je nach Größe des Brandes von zwei Standorten mit bis zu drei Fahrzeugen. Mittlerweile ist dieser Ablauf in mindestens zwölft Einsätzen eingespielt, so die Brandschützer.

Im September haben die Aktiven aus beiden Ortsteilen einstimmig die Zusammenlegung beschlossen. Die neue Einsatzabteilung hat ein Führungstrio, Apels Stellvertreter Florian Rimbach ist Rautenhäuser. „Hier hat keiner den anderen geschluckt“, betont das Brandschützer-Team. Für den Löschbezirk Bebra Nord sind 27 Aktive im Einsatz, darunter vier Feuerwehrfrauen. Hauptstandort ist an der Raiffeisenstraße in Asmushausen, wo 2019 erst eine neue Fahrzeughalle gebaut wurde. Aber die Feuerwehr in Rautenhausen bleibt vorerst bestehen, auch die Vereine hinter den Einsatzabteilungen bestehen weiter.

In der jüngsten Parlamentssitzung hat Bebras Politik den neuen Bedarfs- und Entwicklungsplan für Feuerwehren beschlossen. Angeregt werden auch weitere Fusionen. „Es geht vor allem um die kleineren Ortsteile“, sagt Stadtbrandinspektor Manuel Koch. So könnte der Löschbezirk Nord wachsen und auch Braunhausen miteinbeziehen. Erste Gespräche gab es bereits, bei den Übungsdiensten in Asmushausen montags sind oft schon Braunhäuser Brandschützer dabei. Wo sehen sich die Braunhäuser in zehn Jahren? „Wenn es zum Zusammenschluss kommt im Löschbezirk Bebra Nord“, so Wehrführer Roland Mohr.

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