Vier neue Standorte

Aufholjagd bei E-Tankstellen: Bebras Parlament stimmt für Ladesäulen-Offensive

Plätze mit Ladesäulen für E-Autos sind begehrt.
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Nicht nur Bebra, sondern der gesamte Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat laut einer Übersichtskarte der Bundesnetzagentur bei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge noch Nachholbedarf. Unser Symbolfoto zeigt ein E-Auto beim tanken.

Mit großer Einstimmigkeit hat Bebras Parlament eine Ladesäulen-Offensive beschlossen, um das derzeit eher spärliche Angebot in der Eisenbahnerstadt für Nutzer von Elektrofahrzeugen zu verbessern.

Die Stadt soll nun einen Plan entwickeln, mit dem „schnellstmöglich“ mindestens vier weitere Elektro-Ladestandorte in der Stadt entstehen. Dabei helfen sollen die Stadtwerke. Im Gespräch ist etwa der Mehrzweckplatz als zentrale E-Tankstelle.

Ladesäulenstandort bedeute dabei: mindestens eine, gern mehrere Zapfsäulen für Elektroautos, erklärte Ernst-Olaf Mende von Gemeinsam für Bebra. Die Fraktion hatte die Offensive ins Spiel gebracht und will Ladesäulen dorthin bringen, wo die Autos ohnehin schon parken. Daher werden neben den Stadtteilen auch Bebras Wohngebiete wie Göttinger Bogen und Bünberg sowie die „Park&Ride“-Plätze am Bahnhof als Standorte vorgeschlagen. „Auch immer mehr Pendler werden auf Hybrid- beziehungsweise reine Elektrofahrzeuge umsteigen“, so Mende. Bisher gibt es nur Ladestationen in der Bebraer Innenstadt.

Um die Kosten für Stadt und Stadtwerke möglichst gering zu halten, soll das Bundesprogramm „Ladeinfrastruktur vor Ort“ genutzt werden. Seit April stehen 300 Millionen Euro für den Aufbau von Ladestationen bereit. Es gilt das Windhundprinzip.

Diskussion um Elektro-Zapfsäulen in den Wohnbezirken

Diskussionsbedarf gab es bei der Versorgung der Wohnbezirke: Wer dort ein Elektroauto besitze, nutze die private Zapfsäule zuhause, so FWG-Fraktionschef Bernd Holzhauer. „Die Ladesäulen sollten dahin, wo sie gebraucht werden: in die Stadt.“ Die Freien Wähler schlagen den Mehrzweckplatz als zentralen Standort vor, zudem soll Kontakt mit Märkten und dem Landkreis aufgenommen werden, um auf Parkplätzen (außer auf dem ohnehin gut besuchten am Einkaufszentrum be!) und an den Schulen Ladestandorte zu schaffen.

Während es für die Vorschläge eine Mehrheit im Parlament gab, sollen die Wohnbezirke und Pendler-Parkplätze dennoch Teil der Planung bleiben. Es gelte auch das Interesse derer zu wecken, die keine eigene Ladebox einrichten können, hieß es etwa von der SPD. Holzhauers Einwand, an den Pendler-Parkplätzen fließe voraussichtlich nicht genug Strom – und damit Geld für die Stadt – weil die Fahrzeuge morgens abgestellt und abends weggefahren werden, versuchte Timo Schröder (CDU) zu entkräften: In Bad Hersfeld werde das beispielsweise über eine Strafe geregelt. Wer lange stehe, ohne zu tanken, müsse zahlen.

So viele Ladesäulen gibt es im Kreis

Laut Übersicht der Bundesnetzagentur gibt es im Landkreis Hersfeld-Rotenburg – Stand: 1. Juni – insgesamt 25 bei der Behörde gemeldete Ladesäulen, davon acht Schnellladesäulen. Vorreiter ist Bad Hersfeld, aber auch Bebra, Breitenbach am Herzberg, Friedewald, Heringen, Hohenroda, Hauneck, Kirchheim, Neuenstein, Niederaula und Ronshausen können Elektro-Zapfsäulen vorweisen. Der Vergleich mit den Nachbarn: Beim Ausbau vorn liegen die Kreise Schwalm-Eder und Vogelsberg (jeweils 37 Ladesäulen) sowie Fulda (70 Ladesäulen, 17 Schnellladesäulen), weniger E-Tankstellen gibt es in Werra-Meißner (20) und dem thüringischen Wartburgkreis (15).

Die Nutzung von Bebras neuen E-Zapfsäulen wird nicht kostenlos sein und mit den gebräuchlichen Systemen abgerechnet werden, um die Kosten für die Stadt auszugleichen, betonte Michael Fernau (SPD). Zudem wollen die Sozialdemokraten die Verkehrskommission bei der Standortvergabe miteinbeziehen und nur mit Fördergeld bauen – außer bei „offensichtlichem Bedarf“. Auch diese Vorschläge fanden eine Parlamentsmehrheit. (Clemens Herwig)

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