Autovermietung Rosa Hohmann in Bebra blickt auf 50 Jahre zurück

An der Tankstelle fing alles an: Rosa Hohmann (rechts) und ihre Mitarbeiterin Tanja Sauer mit der Original-Zapfsäule. Sie steht im Büroraum der Bebraer Autovermietung. Foto: Henkel

Bebra. Die alte Aral-Zapfsäule, sie soll natürlich mit aufs Bild. „Das waren ja unsere Anfänge", sagt Rosa Hohmann. „Und Frau Sauer muss auch mit aufs Foto. Sie ist die Seele meines Geschäfts!"

Also stehen Tanja Sauer und Rosa Hohmann neben der blau-weißen Zapfsäule im Vorraum der Autovermierung im Bebraer Industriegebiet, deren Inhaberin Rosa Hohmann nun seit 50 Jahren ist, und deren Büro Tanja Sauer managt. Die Betriebsgeschichte erzählt Rosa Hohmann gern. Denn es ist, vielen Widrigkeiten zum Trotz oder gerade deswegen, eine Erfolgsgeschichte.

Im Juli 1963 kamen Rosa Hohmann und ihr Mann Gerhard von Rotenburg nach Bebra. Sie eröffneten eine Aral-Tankstelle an der Kasseler Straße. Um ein zweites Standbein zu haben, baute Gerhard Hohmann zwei Jahre später eine Autovermietung auf, die auf den Namen seiner Frau lief. „Es war die erste Autovermietung in der Region überhaupt“, erinnert sich Rosa Hohmann an die Zeit, bevor große überregionale Autovermieter den Markt beherrschten. Zeitweise hatten die Hohmanns 30 Fahrzeuge im Fuhrpark. Unfall-Ersatzfahrzeuge, aber auch Laster, die sie für Umzüge, Transporte und Kurierfahrten an Privatleute und Firmen vermieteten. Zeitweise gab es eine Zweigstelle der Firma in Fulda, die die Hohmanns aber aufgaben: Oft seien Wagen einfach nicht zurückgegeben worden, die Verluste waren beträchtlich. Trotzdem: „Das Unternehmen wuchs und wurde ein Begriff in der Region“, erzählt Rosa Hohmann stolz.

Doch 1982 traf sie ein Schicksalsschlag: Gerhard Hohmann starb plötzlich. Zurück blieb Rosa Hohmann mit den Kindern Andreas (damals 18) und Christoph (15) - und dem Geschäft. „Es geht weiter, habe ich mir gesagt“, erinnert sich die heute 78 Jahre alte Unternehmerin. „Mein starker Glaube hat mir dabei geholfen. Und ich war nie allein - meine Kinder und meine Freunde waren immer für mich da.“ Es ging wieder bergauf. Bald wurde das Geschäftsgelände an der Eisenacher- und der Otto-Kraffke-Straße zu klein, der Betrieb zog In die Lache um. Direkt nebenan machte Sohn Christoph Hohmann, inzwischen Kfz-Meister, sich mit seinem Betrieb selbstständig. Sein Bruder Andreas hat ein Geschäft für Kommunikations-Elektronik in Eisenach. Auf ihre Kinder ist Rosa Hohmann mächtig stolz. Ihr eigenes Unternehmen, das sie nach wie vor leitet, hat zehn Mitarbeiter. Ebenso viele Fahrzeuge, davon die Hälfte Laster, umfasst der Fuhrpark.

Die Aral-Tankstelle an der Kasseler Straße, mit der alles anfing, gibt es übrigens schon lange nicht mehr. Aber auf dem Gelände hat das Hotel Hessischer Hof unlängst einen Biergarten eröffnet. Der Name: T(r)ankstelle.

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