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B83: Brücke zwischen Bebra und Lispenhausen wird eingeweiht

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Von: Clemens Herwig

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Nach dreieinhalb Jahren mit Umwegen durch das Industriegebiet ist der direkte Weg von Bebra nach Rotenburg ab heute Nachmittag wieder frei. Unser Foto zeigt den Blick auf die noch gesperrte Brücke von der B27 aus.
Nach dreieinhalb Jahren mit Umwegen durch das Industriegebiet ist der direkte Weg von Bebra nach Rotenburg ab heute Nachmittag wieder frei. Unser Foto zeigt den Blick auf die noch gesperrte Brücke von der B27 aus. © Clemens Herwig

Ein zähes Großprojekt soll am heutigen Dienstag seinen Abschluss finden: Der Brückenneubau auf der Bundesstraße 83, der zwischen Bebra und Lispenhausen über die Bahngleise führt, wird eingeweiht.

Bebra/Lispenhausen – Die ersten Autos sollen gegen 11.30 Uhr – zunächst noch inoffiziell – über das Bauwerk rollen. Voraussichtlich ab Nachmittag gelte für den normalen Straßenverkehr wieder freie Fahrt, heißt es von Hessen Mobil auf Nachfrage.

Die Baustelle ist ein Flaschenhals für den Verkehr aus dem und in den Nord- sowie den Schwalm-Eder-Kreis und sorgt seit dreieinhalb Jahren für Umwege durchs Bebraer Industriegebiet. Ursprünglich sollte das Bauwerk bereits im November 2020 fertig sein. Coronabedingte Liefer- und Materialengpässe, die Abhängigkeit von den Sperrpausen der Deutschen Bahn, sobald bei den Arbeiten der Schienenverkehr betroffen ist, und unbeständige Witterung hatten den Fortschritt bei der „komplexen Maßnahme“ laut der Straßenbaubehörde mehrfach verzögert.

Das wirkt sich wohl auch auf die Kosten aus: Bereits im April 2019 war bekannt geworden, dass sich die nötige Investition für die Brücke samt Umgehungsstraße im Industriegebiet von ursprünglich zwölf Millionen Euro auf 26 Millionen Euro erhöht und damit mehr als verdoppelt hat. Hessen Mobil begründete die Kostenexplosion damit, dass trotz europaweiter Ausschreibung nur wenige Unternehmen ein Angebot abgegeben und entsprechende Preise gefordert hätten. Nun zeichnet sich ab, dass der Neubau noch einmal teurer geworden ist – um wie viel, soll erst heute bekannt gegeben werden, heißt es auf wiederholte Nachfrage unserer Zeitung. Bund und Bahn teilen sich die Kosten für das Millionenprojekt.

Für die Brückenbaustelle wurden im Bebraer Industriegebiet ein Schotterweg auf acht und die Justus-Liebig-Straße teils sogar auf zehn Metern Breite zur Behelfs-Bundesstraße ausgebaut. Die Städte Rotenburg und Bebra haben Interesse bekundet, den Ausbau zu erhalten, weil Neuansiedlungen wie Hilti profitieren und eine weitere Zufahrt zum geplanten Rotenburger Neubaugebiet gegeben wäre. Probleme sieht das Bebraer Bauamt an der Kreuzung zur B 27, wo Gewerbeflächen abgeschnitten sind, die noch entwickelt werden sollen. Auch zur Zukunft der Umgehung hält sich Hessen Mobil derzeit noch bedeckt. (Clemens Herwig)

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