"Querschläger" aus der Nachbarstadt

Nach CDU-Resolution zur Bahntrasse: Bebras Bürgermeister Hassl wirft Rotenburgern Neid vor

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Bebras Bürgermeister Uwe Hassl schießt gegen die Rotenburger CDU.

Sein Blutdruck sei auf 180, meldet Bebras Bürgermeister Uwe Hassl in einer Pressemitteilung.

Grund dafür, dass ihm der Kragen platzt, ist die Resolution, die die Rotenburger CDU-Fraktion vom Stadtparlament verabschiedet haben möchte. Darin wird die von der Bahn-Gewerkschaft GDL geforderte Erweiterung des Suchkorridors für die Bahnstrecke Fulda-Gerstungen in Richtung Norden, also Rotenburg, abgelehnt – wir berichteten.

Knackpunkt ist: Ohne eine Erweiterung des Suchraums kann die neue Trasse nicht über den Bahnhof Bebra führen. Genau das hatte aber das Bebraer Stadtparlament auf Antrag der dortigen CDU in einer eigenen Resolution gefordert und dabei auch eine entsprechende Trasse durch das Fuldatal befürwortet, die die Rotenburger Parteifreunde dagegen ablehnen.

Mit der Ablehnung einer Trasse über das Fuldatal favorisiere die CDU Rotenburg letztlich einen „Trabantenbahnhof gigantischen Ausmaßes“ im Fuldatal zwischen Hersfeld und Bebra. Dessen Flächenverbrauch und Eingriff in die Natur werde „biblischen Ausmaßes“ sein, meint Hassl. Für die CDU Rotenburg gelte offenbar das St.-Florians-Prinzip.

Der Bebraer Bürgermeister sieht im jüngsten Vorschlag der CDU Rotenburg den vorläufigen Höhepunkt einer Reihe von „Querschlägern“, mit denen die Rotenburger Bebra torpedierten, das sich einmalig entwickelt habe. Die CDU in Rotenburg zähle zu den Neidern, die Bebra den Erfolg nicht gönnten. So habe sein „bislang geschätzter“ Amtskollege Christian Grunwald gegenüber dem Regierungspräsidium eine ablehnende Stellungnahme zur Ansiedlung des Thomas-Philipps-Marktes im früheren Toom-Markt abgegeben (dazu morgen mehr).

Hassl droht in der Mitteilung und auf Facebook offen mit Gegenreaktionen: Er werde zum Beispiel dafür sorgen, dass sich das Bebraer Industriegebiet Nord bis zur Gemarkungsgrenze Lispenhausen ausdehnt. Damit sei es mit einem Neubaugebiet in Lispenhausen „Essig“. Künftig gelte eben: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ 

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