Programm "Berufsstart Bau"

Bauwirtschaft wirbt mit Erfolg um Nachwuchs bei Flüchtlingen

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Junge Männer ganz unterschiedlicher Herkunft lernen auf der Lehrbaustelle des Bildungszentrums Bau Osthessen die Grundlagen des Handwerks, zum Beispiel, das Mauern. Frauen lassen sich nur selten für Bauberufe begeistern.

Die Baubranche braucht Nachwuchs. Deshalb gibt es seit 2013 das Förderprogramm "Berufsstart Bau" - das auch Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra angeboten wird.

Bebra – Wer gerne mit moderner Technik und großen Maschinen arbeitet, der ist auf dem Bau richtig. Das ist eine der Botschaften, die Paul Bierwirth jungen Leuten vermitteln möchte. Bierwirth ist Ausbilder am Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra und immer auf der Suche nach Nachwuchskräften.

Besonders erfolgreich erwies sich dabei das Projekt „Berufsstart Bau“, das seit 2013 vom Bauhauptgewerbe angeboten wird und das sich seit 2015 besonders auch an junge Flüchtlinge wendet.

Während der Berufsstart-Phase werden Interessenten an einer Ausbildung abwechselnd in den Unternehmen und auf der Lehrbaustelle auf eine Ausbildung vorbereitet. Sie lernen den Baubetrieb kennen, erhalten praktische und theoretische Kenntnisse als Einstiegsqualifizierung und intensiven Deutschunterricht.

Zudem kümmert sich Sozialpädagoge Erhard Sandrock um alle Probleme, die im Alltag, im Privatleben oder im Umgang mit Behörden auftauchen können.

Willkommenslotse Rakan Kirakosian von der Kreishandwerkerschaft hilft den Neuankömmlingen, in Deutschland anzukommen und sich über ihre Interessen und Chancen klarzuwerden. „Die ersten Facharbeiter, die wir dank des Berufsstarts Bau gewinnen konnten, sind inzwischen seit zwei Jahren auf den Baustellen unterwegs“, freut sich Bierwirth.

Er lobt die Initiative des Bauhandwerks, das schon seit vielen Jahren freiwillig eine Ausbildungsabgabe eingeführt habe, um den dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen.

Präzision ist gefragt auf der Lehrbaustelle des Bauhandwerks in Bebra.

Von den 50 Auszubildenden, die 2018 ihre Lehre begonnen haben, sei die Hälfte als Flüchtling nach Hessen gekommen, berichtet Bierwirth. Die gute Betreuung in Bebra habe sich herumgesprochen. Auch aus Nachbarkreisen kämen junge Geflüchtete, um sich hier auf die Ausbildung vorzubereiten und schließlich einen Bauberuf zu lernen.

Die Arbeit auf dem Bau sei nicht nur interessant und dank moderner Technik längst nicht mehr so anstrengend wie früher, betont Bierwirth, sie werde auch gut bezahlt. Dementsprechend leisteten die auf dem Bau beschäftigten Flüchtlinge durch Steuern und Abgaben auch einen Betrag zur Volkswirtschaft. „Und sie nehmen niemandem die Arbeitsstelle weg“, betont Bierwirth in Richtung möglicher Kritiker.

Je nach Vorbildung und Engagement seien die Nachwuchskräfte auf dem Bau dann auch mehr oder weniger erfolgreich. „Wer Interesse und Eigeninitiative zeigt, hat Erfolg, wer meint, er lerne für andere, hat Probleme“, sagt Bierwirth und da macht er ganz bewusst keinen Unterschied zwischen Einheimischen und Neuankömmlingen.

Flüchtlinge, die am Berufsstart Bau teilnehmen oder eine Ausbildung absolvieren wollen, benötigen dazu eine Genehmigung der Ausländerbehörde. Während der Ausbildung und anschließend noch zwei Jahre dürfen sie auf jeden Fall in Deutschland bleiben. Für die Unternehmen, die viel in die Ausbildung des Nachwuchses investierten, sei das zwar ein Risiko, werde aber in Kauf genommen.

Wer mehr über die Bauberufe erfahren und Baumaschinen aus der Nähe angucken möchte, der hat am Freitag, 20. September, von 9 bis 15 Uhr bei einer Ausbildungsmesse auf dem Gelände des Bildunszentrums Bau Osthssen, Kerschensteinerstraße 2 in Bebra Gelegenheit dazu.

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