Alte Brücke ist das Problem

Bau am Bebra-Bach stockt: Renaturierung verzögert sich

Der schmale Bebra-Bach zwischen Bahnunterführung und der Straße Am Steg soll schöner werden, die alte Brücke über die Lindenallee (Foto hinten) bremst die Arbeiten aber aus.
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Deutlich länger Baustelle als geplant: Der schmale Bebra-Bach zwischen Bahnunterführung und der Straße Am Steg soll schöner werden, die alte Brücke über die Lindenallee (Foto hinten) bremst die Arbeiten aber aus.

Die Arbeiten zur Renaturierung des Bebra-Bachs sind vorerst auf Eis gelegt. Durch die Arbeiten steht die Tragfähigkeit einer alten Brücke in Frage.

Bebra – Der Bebra-Bach am Alten Rathaus soll schöner werden – nur ist davon bislang nicht allzu viel zu sehen, auf der im Herbst 2020 eingerichteten Baustelle stockt es.

Ein Grund ist die alte Brücke an der Lindenallee: Hessen Mobil hatte nach einer Prüfung des Bauwerks Bedenken angemeldet und die Arbeiten zur Renaturierung des Gewässers vorerst auf Eis gelegt.

Ampelanlage versetzt

Die rund 20 Meter lange Brücke führt über den Bach, ist aufgrund ihres Alters tonnagebeschränkt und weist diverse Schäden auf. Um sie zu schonen, wurde bereits eine Ampelanlage versetzt, damit bei einer Rotphase keine Fahrzeuge auf dem alten Bauwerk halten – wir berichteten. Bei den Schäden handele es sich beispielsweise um Betonabplatzungen, die Tragfähigkeit sei nicht beeinträchtigt, hieß es dazu auf Nachfrage von Hessen Mobil.

Dass die Brücke dennoch die Baustelle am Bach ausbremst, liegt daran, dass es im Zuge der Renaturierung zu Veränderungen unter dem Überweg kommen soll – und die Straßenverkehrsbehörde sichergehen will, dass die alte Brücke das aushält.

Weg wird für Radfahrer tiefer gelegt

Neben den Arbeiten am Bach, bei denen unter anderem bereits das alte Betonbett verschwunden ist, soll der angrenzende Weg stellenweise breiter und zudem für Radfahrer etwas tiefer gelegt werden, damit großgewachsene Radler nicht mehr befürchten müssen, sich den Kopf zu stoßen.

Gearbeitet wird dafür allerdings direkt am Fuß der Brücke. Nach der Prüfung durch Hessen Mobil musste daher ein sogenannter Tragfähigkeitsnachweis erbracht werden, der belegen soll, dass die Veränderungen das alte Bauwerk nicht beeinträchtigten, heißt es aus dem Bebraer Bauamt. Dieser werde derzeit von einem Prüfstatiker kontrolliert, dann soll er der Straßenverkehrsbehörde vorgelegt werden.

Brücke liegt denkbar ungünstig

Die Brücke liegt denkbar ungünstig inmitten der Baustelle, die sich von der Bahnunterführung unter der Lindenallee hindurch bis zur Straße Am Steg erstreckt. Dort ist bereits ein alter Überweg abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt worden, weitere Arbeiten warten. Bei der Renaturierung müsse aber aus Richtung des August-Wilhelm-Mende-Parks und der Bahnunterführung her gearbeitet werden, auch weil sonst die Baumaschinen nicht richtig zum Einsatz kommen könnten, so Karl-Ludwig Tann vom Planungsbüro Köhler aus Fulda. Daher seien die Arbeiten komplett zum Stillstand gekommen.

„Wir hoffen, dass es im August weitergehen kann“, sagt Karl-Ludwig Tann. Verschwinden könnte die Baustelle am Bebra-Bach in diesem Fall bis Ende 2021 – und damit fast ein Jahr später als ursprünglich geplant. Bis dahin müssen Fußgänger und Radfahrer weiterhin einen Umweg über die Lindenallee in Kauf nehmen. (Von Clemens Herwig)

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