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Comedian Rüdiger Hoffmann gewohnt bissig im Lokschuppen in Bebra

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Von: Wilfried Apel

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Er schlüpft immer gern in neue Rollen: Rüdiger Hoffmann beschäftigten auch im Lokschuppen besonders pubertierende Kinder und Kanarienvögel.
Er schlüpft immer gern in neue Rollen: Rüdiger Hoffmann beschäftigten auch im Lokschuppen besonders pubertierende Kinder und Kanarienvögel. © Wilfried Apel

Rüdiger Hoffmann ist auch in Krisenzeiten der Alte geblieben. Das hat er bei seinem Auftritt im Lokschuppen - bedächtig und manchmal ganz schön böse - bewiesen.

Bebra – Irgendwie ging es schon etwas ostwestfälisch beziehungsweise so zu, wie man es von Rüdiger Hoffmann gewohnt ist, der am Samstagabend als bedächtiger und um die Ecke gewitzter Comedian die Bühne des ausverkauften Lokschuppens betrat und diese mit mehr oder weniger langen Best-of-Sequenzen aus diversen Programmen und dem ein oder anderen Liedchen bespielte.

Hallo erst mal...

Zur Freude des nicht mehr ganz so jungen Publikums, das er mit seinem hinlänglich bekannten „Hallo erst mal“ und kleinen Episoden von seinem Saarbrücken-Besuch begrüßte. Am Keyboard erzählte er dann von einem möglicherweise nicht ganz unvorsätzlich geplanten Gasthaus-Aufenthalt: „Ich weiß gar nicht, ob Sie’s wussten: Ich war mal chinesisch essen, Huhn mit acht Kostbarkeiten.“ Wie nicht anders zu erwarten, entdeckt der vermeintliche Gourmet aber nur sieben Kostbarkeiten. „Na ja, quasi [kwasi] acht. Vielleicht hat ja der Chinese keine 8, er hat ja auch kein R. Aber das ist ja sowas von egal. Beim After-Eight sind ja auch nicht acht drin.“ Nach einigem Hin und Her ist es nicht mehr egal, und als der Inspizient vorgibt, Mitarbeiter des Ordnungsamts zu sein, einigt man sich schließlich auf eine Flasche Champagner, die Goldfische und das zunächst nicht abmontierbare Tischlämpchen. Der abschließende Kommentar des Protagonisten: „Nächste Woche geh ich mal zum Inder. Da habe ich einen schönen Wandteppich gesehen.“

Sicher ist sicher

Ähnlich originelle, bisweilen noch bösere Kapriolen lässt der in Paderborn geborene und in Bonn lebende Künstler in den Geschichten von der unförmigen Bekannten, deretwegen er sein Haus mit einem Lastenaufzug versehen hat, und von der polnischen Putzfrau abperlen, die er beim Putzen nicht unnötig in Versuchung führen will. Ihr zuliebe räumt er ihm wertvoll erscheinende, mitunter auch schwere Gegenstände in Räume, die er abschließt. Die Schlüssel verwahrt er anschließend in Überraschungseiern, die er vorsichtshalber auch noch verschluckt: „Man muss dann halt 24 Stunden warten, aber sicher ist sicher.“

Immer neue Rollen

Gekonnt schlüpft Hoffmann in immer neue Rollen, besonders gerne in solche, in denen er sich mit randalierenden und pubertierenden Kindern beschäftigen kann, mit seinem Kanarienvogel Uwe, seinem Mitbewohner oder sich selbst.

„Live ist eben alles anders“

Katja und Klaus Lumma aus Tann hat der Abend im Lokschuppen gut gefallen. Nicht alles war neu für sie, aber „live ist eben alles anders, und außerdem mögen wir Hoffmanns trockene und bissige Art.“ Melanie Klingbeil und Daniel Ludwig aus Bad Hersfeld heben hervor, dass Hoffmann nicht so viel Krawall macht und sich nicht so ernst nimmt. Was den Nagel auf den Kopf trifft und verschmerzen lässt, dass die karnevalslose Karnevalszeit angebrochen ist. Rüdiger hat sie mit Grips versüßt. (Wilfried Apel)

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