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Bebra muss drei Feuerwehrhäuser modernisieren – Einsatzkräfte wollen Standorte behalten

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Von: Clemens Herwig

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In Breitenbach ist der bauliche Anpassungsbedarf am geringsten. Doch auch dort fehlen etwa Schleusen für den Wechsel zwischen Einsatz- und Alltagskleidung.
In Breitenbach ist der bauliche Anpassungsbedarf am geringsten. Doch auch dort fehlen etwa Schleusen für den Wechsel zwischen Einsatz- und Alltagskleidung. © Clemens Herwig

Die Stadt Bebra plant Millioneninvestitionen in ihre Feuerwehrgerätehäuser, und zwar neben der Kernstadt auch an den Standorten der sogenannten Löschgruppe Süd.

Bebra – Zur Löschgruppe Süd gehören Blankenheim, Breitenbach und Lüdersdorf. Die Gebäude erfüllen teils seit mehreren Kontroll-Zyklen nicht alle an sie gestellten Anforderungen.

Nun soll das Stadtparlament eine Grundsatzentscheidung fällen, welche Standorte modernisiert werden. Dafür gibt es drei Szenarien, die stellenweise auch mit einer Fusion von Ortswehren verknüpft sind. Es ist ein heikles Thema, bei dem es auch um Befindlichkeiten geht – so viel wurde in der jüngsten Ausschusssitzung bereits deutlich.

Bei den Wehren wird bei Zusammenschlüssen zumindest gezögert. „Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt Stadtbrandinspektor Mike Heckroth – was sich auch coronabedingt schwierig gestalte. In der Beschlussvorlage der Verwaltung klingt das anders: Fusionen seien „zeitnah mündlich durch die Wehren verworfen“ worden. Es habe mehrere Gesprächsrunden ohne klares Bekenntnis zu einer Fusion gegeben, sagt Bürgermeister Stefan Knoche.

Für die Stadt drängt die Zeit: Lüdersdorf und Blankenheim bekommen neue Einsatzfahrzeuge, Bebra hatte dem Land Hessen im Gegenzug zugesichert, die Missstände in den Gerätehäusern zu beseitigen. „Wir müssen im August auf den Prioritätenlisten des Landkreises stehen“, sagt Knoche. Nur dann besteht die Aussicht auf eine Förderung bis zu 30 Prozent bei der Modernisierung der Feuerwehrstandorte.

Weil noch keine Fusion in Sicht ist, sieht die Beschlussvorlage für die Stadtverordneten zunächst ein „Drei-Standort-Prinzip“ vor: Jede Wehr behält ihr Gerätehaus. In Blankenheim würde das einen zeitnahen Neubau bedeuten. Mehr als die Hälfte der Punkte bei der Prüfung durch das Neuensteiner Architekturbüro Hess nach einem Ampelsystem stehen auf „rot“ für „schlecht“. Eine Vorplanung für einen Bau in zentraler Lage und mit Anschluss an die Hauptstraße ist in Arbeit. Erste Schätzungen gehen von Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro aus.

Für die Standorte Breitenbach und Lüdersdorf hieße der Beschluss: An- beziehungsweise Umbau. Drängender ist das Gerätehaus in Lüdersdorf, für das bereits ein Entwurf der Bebraer Architektin Silke Holzhauer vorliegt. Voraussichtlicher Kostenfaktor: rund 870.000 Euro. Auch ein Neubau gegenüber vom derzeitigen Standort wurde geprüft, fällt aber mit rund 1,74 Millionen Euro doppelt so teuer aus. Die Feuerwehrkommission hatte sich daher für einen Umbau ausgesprochen. Auch in Breitenbach ist eine Modernisierung nötig, die zunächst hinter den anderen Gerätehäusern zurückstehen müsste.

Denkbar wäre auch ein „Zwei-Standort-Prinzip“ mit einer Fusion der Ortswehren Breitenbach und Lüdersdorf – es ist die bevorzugte Variante des Bebraer Magistrats. Das Gerätehaus in Lüdersdorf würde dann als Klubheim für den Feuerwehrverein dienen. Mit einem An- oder Umbau in Breitenbach und einem Neubau in Blankenheim wäre es für den Steuerzahler die günstigste Variante, ohne den Brandschutz zu beschneiden, so Bürgermeister Knoche. Er warnt aber auch: Es gebe genug abschreckende Beispiele, in denen erzwungene Fusionen zu zahlreichen Feuerwehraustritten am Folgetag geführt hätten.

Beim „Ein-Standort-Prinzip“ würden die Wehren zusammen in einen Neubau in Breitenbach ziehen – für den die Stadt allerdings noch keinen Standort im Auge hat. Die bisherigen Gerätehäuser würden aufgegeben. Mit geschätzten Kosten von sechs Millionen Euro wäre es die teuerste Variante. Eine Fusion sei keine leichte Entscheidung, der Wunsch müsse aus den Wehren heraus kommen, sagt Stadtbrandinspektor Heckroth. In Bebras Norden hat das funktioniert: Asmushausen, Braunhausen und Rautenhausen bilden seit vergangenem Jahr eine Einsatzabteilung.

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