1. Startseite
  2. Lokales
  3. Rotenburg / Bebra
  4. Bebra

Feuerwehren von Breitenbach und Lüdersdorf schließen sich zusammen

Erstellt:

Von: Gudrun Schankweiler-Ziermann

Kommentare

Zusammen stark: Nach der gemeinsamen Übung der Freiwilligen Feuerwehren aus Breitenbach und Lüdersdorf am Montagabend in Breitenbach, links der Lüdersdorfer Ortsvorsteher Uwe Lindemann.
Zusammen stark: Nach der gemeinsamen Übung der Freiwilligen Feuerwehren aus Breitenbach und Lüdersdorf am Montagabend in Breitenbach, links der Lüdersdorfer Ortsvorsteher Uwe Lindemann. © Gudrun Schankweiler-Ziermann

Die Feuerwehren von Breitenbach und Lüdersdorf verschmelzen zu einer Wehr. Blankenheim will eigenständig bleiben und darf es auch.

Breitenbach/Lüdersdorf – Gelegentliche gemeinsame Übungen und Einsätze sind für die Feuerwehren aus Lüdersdorf und Breitenbach nichts Neues. Künftig allerdings laufen beide unter einem Dach: Sie schließen sich zusammen zu einer Wehr, nur die Feuerwehrvereine bleiben selbständig.

Der Zusammenschluss hat viele Gründe, eine mangelnde Zahl von Aktiven gehört aber nicht dazu. Beide Wehren sind personell bestens aufgestellt, neue Vorschriften sprechen dennoch für eine Fusion. Auch die Tagesbereitschaft lässt sich im größeren Verbund besser erfüllen.

Entscheidung nicht fiel nicht leicht

So wäre im Ortskern von Lüdersdorf gar kein Platz mehr für ein den heutigen Anforderungen genügendes Feuerwehrgerätehaus. Die Entscheidung, zusammenzugehen, fiel nicht leicht, aber man stehe zu dem Entschluss, so berichten aus Lüdersdorf Ortsvorsteher Uwe Lindemann, Wehrführer Klaus Wittich und Stellvertreter sowie Vereinsvorsitzender Ullrich Trieschmann. „Wir freuen uns, dass alles geklappt hat“, sagt der Breitenbacher Wehrführer Gunter Degenhardt. Auch Blankenheim hätte man gerne mit eingebunden, die dortige Wehr wolle aber eigenständig bleiben, was die Stadt auch ermögliche. Jede Wehr könne selbst entscheiden, wie sie sich in Zukunft aufstellen wolle. Vonseiten des Landes gibt es für jeden Verein, der fusioniert, 15 000 Euro für Feuerwehr, Technik sowie Einrichtung, erklärt Degenhardt.

Viele Anforderungen an Gerätehäuser

An die Feuerwehrgerätehäuser werden viele neue Anforderungen gestellt. So dürfen etwa zum Einsatz mit dem Privatauto ankommende Kameraden und Kameradinnen künftig von ihrem Parkplatz aus nicht mehr über Flächen laufen, auf denen die Einsatzfahrzeuge ausrücken. Wittich berichtet, dass beispielsweise das erforderliche neue Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W zu lang für das vorhandene Gerätehaus in Lüdersdorf wäre. Auch das Umkleiden in der Halle entspricht nicht mehr den Vorschriften. Daher hat sich das Dorf mit rund 200 Einwohnern am Ende für einen gemeinsamen Standort mit dem 1500 Einwohner zählenden Breitenbach entschieden, sagt Ortsvorsteher Lindemann.

Sechs von insgesamt 40 Aktiven: Lüdersdorfer und Breitenbacher Feuerwehrleute üben demnächst immer zusammen.
Sechs von insgesamt 40 Aktiven: Lüdersdorfer und Breitenbacher üben demnächst immer zusammen. © Gudrun Schankweiler-Ziermann

Umbauten und Anbau erforderlich

Für beide Feuerwehren muss aber erst Platz geschaffen werden, Umbauten und ein Anbau sind erforderlich. Das werde nun seitens der Stadt Bebra ausgelotet. Klar ist: Die alten roten Spinde reichen kaum für die 25 Breitenbacher Einsatzkräfte, nun kommen noch 15 aus Lüdersdorf dazu. Die Fusion wird deshalb auch nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können. Ohnehin läuft der Übungsbetrieb nach monatelangen coronabedingten Einschränkungen noch nicht wie zu normalen Zeiten, erklärt Trieschmann.

Zusammenwachsen ohne größere Probleme

Mit großen Problemen bei der Fusion rechnen die Verantwortlichen nicht. Man kennt sich, sagt Degenhardt, auch wenn seitens der Lüdersdorfer ein wenig Wehmut mitschwingt, denn erst vor sieben Jahren hatte man eine eigene Jugendfeuerwehr gegründet, die heute stolze neun Mitglieder hat, wie Trieschmann berichtet. 22 junge Kräfte zählen die Breitenbacher. Das eigene Gerätehaus in Lüdersdorf hat man erst vor 25 Jahren mit viel persönlichem Einsatz gebaut, erinnert sich Ortsvorsteher Lindemann. Aber alle sind wie Klaus Wittich überzeugt, dass die beiden Wehren bald zusammengewachsen sein werden.

(Gudrun Schankweiler-Ziermann)

Dynamischer Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Feuerwehren

Alle zehn Jahre wird der dynamische Bedarfs- und Entwicklungsplan für die Freiwilligen Feuerwehren in Bebra angepasst. Blankenheim, Breitenbach und Lüdersdorf bilden innerhalb der Bebraer Wehr den „Schutzbereich Süd“. Seit Oktober 2021 fanden mehrere Versammlungen der Wehrführer und der Einsatzkräfte, auch mit Stadtbrandinspektor (SBI) Mike Heckroth, SBI 2 Thomas Schmidt und Bürgermeister Stefan Knoche, statt. Am Ende haben die bei den Abstimmungen anwesenden Aktiven der beiden Wehren Breitenbach und Lüdersdorf sich für einen gemeinsamen Standort in Breitenbach entschieden, auch die Ortsbeiräte stimmten zu. Blankenheim hingegen behält auf eigenen Wunsch hin seine Selbständigkeit. Nach dem Beschluss der Bebraer Stadtverordneten wird nun in Breitenbach ein An- und Umbau des Gerätehauses geplant, in Blankenheim ein Neubau, und es wird ein neues Fahrzeugkonzept erarbeitet. Die fusionierte Wehr rechnet mit einem Staffellöschfahrzeug (STLF 20/25), das geländegängig und mit einem 3000-Liter-Tank ausgestattet ist. Es wird gemäß dem 2021 erarbeiteten Waldbrandkonzept gebraucht, außerdem ein Gerätewagen Logistik (GW-L1) sowie ein neuer Mannschaftstransportwagen. (ank)

Auch interessant

Kommentare