Neugestaltung von Park und Fontänenteich

Bebra geht Teichproblem an: Arbeitsgruppe soll Konzept für Mende-Park entwickeln

Bleibt mindestens bis zum Frühjahr stehen: der Bauzaun um den Fontänenteich im August-Wilhelm-Mende-Park in Bebra.
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Bleibt mindestens bis zum Frühjahr stehen: der Bauzaun um den Fontänenteich im August-Wilhelm-Mende-Park in Bebra.

Der August-Wilhelm-Mende-Park in Bebras Kernstadt soll neu gestaltet werden – und mit ihm der im August eingezäunte und seitdem viel diskutierte Fontänenteich.

Bebra – Die Stadtverordnetenversammlung hat die Neugestaltung einstimmig beschlossen. Der Abstimmung vorausgegangen war ein Rundum-Wohlfühl-Paket der CDU. Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Parlamentsfraktionen soll nun möglichst schnell den bereits eingereichten Förderantrag für die im Zuge der Stadterneuerung geplante Parkumgestaltung mit einer Konzeptskizze bekräftigen. Dabei soll auch geklärt werden, ob die Wasserfontäne bestehen bleibt. Steht die Förderung, soll die konkrete Planung beginnen. Der zwei Meter hohe Bauzaun um den Teich bleibe mindestens bis zum Frühjahr stehen, so Bürgermeister Stefan Knoche.

Die Forderung, das Gewässer noch in diesem Jahr abzulassen und die tiefe Schlammschicht zu beseitigen – so der ursprüngliche Plan der CDU – gab Michael Gauler dem Stadtparlament nunmehr als Anregung mit auf den Weg. Der Teich mit seiner Fontäne werde von vielen Brautpaaren als Hintergrund für Hochzeitsbilder genutzt – und von zahlreichen Entenpaaren zur Nachwuchsaufzucht.

„Uns geht es um die Neugestaltung des Parks.“

Ohnehin sind die Christdemokraten den anderen Fraktionen mit ihrem Antrag entgegengekommen. So soll die Arbeitsgruppe ausdrücklich auf die Wünsche und Anregungen der Bürger eingehen, die bei der Konzeptentwicklung für die Stadterneuerung geäußert wurden – eine Bedingung der SPD. Deren Fraktionschef Gerhard Schneider-Rose quittierte die Bemühungen damit, dass er den Antrag der Sozialdemokraten demonstrativ am Rednerpult zerriss. „Wir wollen nicht entscheiden, wie ein Zaun auszusehen hat“, so Schneider-Rose. „Uns geht es um die Neugestaltung des Parks.“

Ein Korsett für den Parkteich wird es langfristig wohl nicht geben. Er soll nach der Umgestaltung nur erneut – aber dafür „den örtlichen Gegebenheiten angepasst“ – eingezäunt werden, wenn das aus rechtlichen Gründen nötig ist, so der Beschluss. Die Stadt hatte das Gewässer nach dem ersten Urteil im sogenannten Teich-Prozess eingezäunt, um bei Unfällen nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Einzäunung sei laut Bürgermeister unnötig

Bürgermeister Stefan Knoche hatte bereits bei vorangegangen Diskussionen darauf hingewiesen, dass eine Einzäunung unnötig sei, wenn der Teich so abgestuft wird, dass sich Verunfallte selbst ans Ufer retten können. Eine Prüfung durch eine Beraterfirma hatte zudem ergeben, dass das Aufstellen von Warnschildern und einer Rettungsringstation ausreiche. Auch Vera Becker (FWG) betonte, dass ein Zaun nach der Umgestaltung überflüssig sei. Ihren Antrag, daher über die Punkte des Beschlusses einzeln abzustimmen, lehnte die Mehrheit der Stadtverordneten ab. Zudem warnte Becker davor, es bei der Verkehrssicherungspflicht auf die Spitze zu treiben: Das käme einer „Vollkasko-Mentalität für aufsichtspflichtige Eltern“ gleich. (Von Clemens Herwig)

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