Damit hat die Biberstadt wieder eine kleine Stadtbücherei

In Bebra gibt es jetzt Literatur zum Mitnehmen aus Telefonzelle

Neues Angebot in schmucker alter roter Zelle: Über die „Bücherei to go“ freuen sich Ilse Dippel-Günther, Bürgermeister Uwe Hassl (von links), Renate Schweitzer, Willy Knieriem, Cornelia Semm, Ursula Knieriem und Charlotte Semm. Foto: Eyert/nh

Bebra. Ein englisches Telefonhäuschen dient jetzt als Minibücherei vor dem „be!“ in Bebra. Damit hat die Biberstadt wieder eine kleine Stadtbücherei.

Sie ist rot, über zwei Meter hoch und nicht größer als ein Quadratmeter. Früher war die Bücherei eine englische Telefonzelle und stand lange Jahre am Rathausmarkt.

In mühevoller Arbeit durch städtische Bauhofmitarbeiter wurde die Zelle nun restauriert und hat jetzt ihren Standort vor der alten Post am Parkplatz des Einkaufszentrums „das be!“ gefunden.

Es gibt dort keine Karteikarten oder Dateien mit Rückgabefristen für die Leserinnen und Leser. Die Spielregeln sind einfach: „Ein Buch nehmen. Ein Buch geben. Bücher to go“ nennt Ilse Dippel-Günther das Motto des neuen Angebots der Biberstadt.

Idee vom Kulturzug 

Entstanden ist die Idee im Literaturkreis des Vereins Kulturzug Bebra, dessen Vorsitzende Petra Dippel-Günther seit vielen Jahren ist. Großen Wert legt die engagierte Kommunalpolitikerin und Kulturschaffende darauf, dass es auch tatkräftige Unterstützer außerhalb des Vereins gegeben habe.

So hat Cornelia Semm aus Bebra einen großen Teil der Bücher beigesteuert. „Gemeinsam hatten wir das Ziel, auf der großen Freifläche einen Akzent zu setzen, optisch wie inhaltlich“, erklärt Ilse Dippel-Günther das Ziel der Initiative. Zustimmung fand dann das Konzept auch im Magistrat der Stadt.

Zur schmucken knallroten Telefonzelle aus der Partnerstadt Knaresborough gesellt sich ein interessantes Leseangebot. Romane, Kinderbücher, Krimis und Gedichte gehören zum Repertoire des literarischen Quadratmeters. Alle Unterstützer des neuen Projekts hoffen nun auf reges Interesse am neuen Angebot Bebras. „Warum soll in Bebra nicht funktionieren, was andernorts schon lange zum Kulturangebot gehört“, zeigt sich Ilse Dippel-Günther optimistisch.

Auch Bebras Bürgermeister Uwe Hassl ist ein Fan der roten Zelle mit den vielen Büchern drin. Nach dem politischen Hick-Hack um die Zukunft der Stadtbücherei im alten Rathaus freut sich Hassl. „Jetzt haben wir doch noch eine Bücherei behalten. Sie ist zwar etwas kleiner als eigentlich geplant, dafür aber Tag und Nacht geöffnet und kostenlos“, bemerkt das Stadtoberhaupt augenzwinkernd. (red/zey/nh)

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