Großprojekt um die Robert-Bunsen-Straße

Bebra investiert zehn Millionen Euro ins Industriegebiet West

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Hier geht es los: Ab April werden der vordere Bereich der Robert-Bunsen-Straße und die Kurve der Tromagstraße (im Bild rechts) saniert. Die ansässigen Unternehmen müssen sich auf eine einseitige Sperrung einstellen.

Die Sanierung der kaputten Robert-Bunsen-Straße und der Tromagstraße in Bebra soll im April beginnen. Sie ist Teil eines Großprojektes, dass sich bis ins Jahr 2025 hinziehen wird.

Es ist die erste Straßenerneuerung in Bebra seit Abschaffung der Straßenbeiträge (siehe Hintergrund unten). Die Gesamtkosten des Projektes von Stadt, Stadtwerken und Abwasserbetrieb: etwa zehn Millionen Euro. 

Grund dafür sind laut der Planer die aufwendigen Tiefbauabeiten: Das Leitungsnetz und die Abwasserkanäle aus den 60er-Jahren sollen an aktuelle Bedürfnisse angepasst werden. Das Projekt ist nach derzeitigem Stand in mindestens acht Bauabschnitte unterteilt. Allein für die Kanalarbeiten rechnen Stadtwerke und Abwasserbetrieb selbst bei einer wohlwollenden Preissteigerungsrate mit Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro, die über die Gebühreneinnahmen finanziert werden sollen. Erhöhungen soll es allerdings nicht geben.

Hassl: Könnten uns verhoben haben

Hinzu kommt die Straßensanierung – im Haushalt sind bisher 2,9 Millionen Euro geplant, realistischer sind laut Bürgermeister Uwe Hassl eher 3,5 Millionen Euro. Zudem werden die Wasserleitungen sowie bei Bedarf Gasleitungen und Kabel für Straßenbeleuchtung, Strom und Telekommunikation erneuert. 

Mit Leerrohren will die Stadt außerdem Voraussetzungen für eine Breitbandverkabelung im Industriegebiet schaffen. Die Stadtwerke rechnen hier mit Kosten in Höhe von 600 000 Euro.

Eine Förderung gibt es nicht, zudem hat die Stadt Bebra die Straßenbeiträge abgeschafft. Sollte sich die wirtschaftliche Lage der Stadt ändern, könnte Bebra feststellen, dass es sich mit der Sanierung verhoben hat, so Hassl.

Weil bestimmte Abschnitte der Tiefbauarbeiten zuerst erledigt werden müssen, pausiert die Straßensanierung zwischenzeitlich (siehe Zeitplan des Großprojektes). Der erste Abschnitt – die Sanierung der Robert-Bunsen-Straße vom TSV-Gelände an der Straße Am Sportplatz bis durch die erste Kurve der Tromagstraße – könnte nach Ostern beginnen. Der mittlere Teil der Tromagstraße wurde bereits im Jahr 2012 saniert und wird nicht erneuert. Derzeit werden die Angebote der Baufirmen geprüft. Die Kosten: etwa 1,3 Millionen Euro, der Löwenanteil von 810 000 Euro entfällt auf die Straßenerneuerung.

Weitere Straßenabschnitte werden erst ab 2021 saniert

Bis Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, das verantwortliche tiefbautechnische Büro Köhler aus Fulda plant mit einer einseitigen Sperrung. Mindestens 150 Lkw fahren täglich durch das Industriegebiet, hieß es bei einer Informationsveranstaltung für Anlieger im Rathaus. 

Betroffen von den Arbeiten sind unter anderen die Firma Continental, das Logistik-Unternehmen Krug sowie der Mineralölhändler Günther. „Die Sanierung und grundlegende Erneuerung ist längst überfällig“, so Hassl.

Seit mehr als zehn Jahren wird über die nötigen Straßenreparaturen im Industriegebiet gesprochen. Ist der erste Abschnitt fertig, wird es allerdings wohl bis zum Jahr 2021 dauern, bevor die Straße weiter saniert wird.

Wird doppelt so breit, um mehr Wasser führen zu können: Der Kanal am Continental-Gelände ist laut Abwasserbetrieb – links Gerald Mock mit Udo Rantke – nicht mehr ausreichend. Er führt unterhalb des Industriegebiets zur Fulda und soll ausgebaut werden.

Kürzerer Weg für das Regenwasser statt der lange Weg über Lispenhausen

Möglichst noch im Jahr 2019 sollen die Kanalarbeiten beginnen. Derzeit wird das Regenwasser aus dem Einzugsgebiet oberhalb des Bebraer Industriegebiets West bis hoch zur Neumannsruh über die Tromagstraße und Robert-Bunsen-Straße in Richtung Lispenhausen geleitet. 

Dort fließt der Niederschlag zunächst in den Haselbach, der dann in die Fulda mündet. Diese Kanäle sollen nun mit denen zusammengeführt werden, die bereits früher – unterhalb des Industriegebietes beim Forbachsee – in die Fulda münden. Der Weg für das Wasser soll so deutlich kürzer werden. 

Um die durch die Zusammenlegung entstehenden Wassermengen bewältigen zu können, müssen bestehende Gräben und Kanäle stellenweise auf die doppelte Breite ausgebaut und neue angelegt werden. Angefangen wird unterhalb der Georg-Ohm-Straße bis hin zur Fulda, da sich andernfalls das von oben kommende Wasser dort staut wie in einem Flaschenhals.

Doppelt so breite Rohre bedeuten ein Vielfaches der Wassermenge 

Eine Verdopplung der Graben- und Rohrbreite sorge dafür, dass ein Vielfaches der Wassermenge geführt werden kann, so Gerald Mock, Leiter des Sachbereichs Stadtentwässerung des Abwasserbetriebs. Das Schmutzwasser aus dem Industriegebiet wird weiterhin in Richtung Stadt zur Kläranlage geleitet. 

Auch wenn die Stadt Bebra die Straßenbeiträge abgeschafft hat, kommen auf die im Industriegebiet West ansässigen Firmen Kosten zu: So müssen sie die sogenannte Oberflächenwiederherstellung zahlen, wenn auf ihrem Grundstück etwa neue Wasserleitungen verlegt und dafür das Pflaster aufgerissen werden muss. Auch neue Hausanschlüsse zahlen die Eigentümer selbst.

Hintergrund: Straßenbeiträge in Bebra

Die Stadt Bebra hat ihre Straßenausbaubeiträge mit Beschluss des Parlaments vom Juni 2018 ersatzlos gestrichen. Sanierungen werden ab 2019 aus der Stadtkasse und mit Fördergeld bezahlt – im Fall der Robert-Bunsen- sowie der Tromagstraße mit Geld aus dem Investitionsprogramm der Hessenkasse, weil bei Industriestraßen ohne Durchfahrtcharakter keine andere Förderung möglich ist. 

Laut einer Bestandsaufnahme aus dem Jahr 2015 lag der ermittelte Investitionsbedarf für marode Straßen in Bebra bei etwa 23 Millionen Euro. Neuere Zahlen liegen nicht vor.

Hintergrund: Das ist der Zeitplan für das Großprojekt 

Der Zeitplan für die Arbeiten im Bebraer Industriegebiet West reicht bis ins Jahr 2025. Das Großprojekt im Überblick: 

  • ab April 2019: Teilsanierung Robert-Bunsen-Straße bis kurz hinter die B 27-Brücke sowie erster Abschnitt der Tromagstraße
  • Ende 2019 bis 2020: Grabenausbau vom Industriegebiet bis zur Fulda
  • 2021 bis 2023: Abschluss der Sanierung der Robert-Bunsen-Straße ab Raiffeisen Waren bis B 27-Brücke
  • 2024 bis 2025: Sanierung der verbleibenden Abschnitte der Tromagstraße

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