Projekt ist eine Herausforderung

Neues Licht für die Lampen: Bebra rüstet auf LED-Beleuchtung um

Elektroinstallateur Michael Heger gehört zum Team, das seit drei Monaten die Straßenbeleuchtung in Bebra auf LED umrüstet.
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Auf Tuchfühlung mit Bebras Straßenlaternen: Elektroinstallateur Michael Heger gehört zum Team, das seit drei Monaten die Straßenbeleuchtung umrüstet. So langsam würde er sich über eine Abwechslung freuen.

Seit Mitte März wird die Straßenbeleuchtung in Bebra und seinen Ortsteilen auf LED-Technik umgerüstet. Das soll nicht nur Geld sparen, sondern auch die CO2-Bilanz aufbessern.

2429 sogenannte Lichtpunkte und 68 Flächenbeleuchtungen (etwa am Mehrzweckplatz und das Flutlicht einiger Sportplätze) müssen ausgetauscht werden, bis auf Solz sind alle Ortsteile größtenteils mit neuer Straßenbeleuchtung versorgt. Bis Ende August soll auch die Kernstadt umgerüstet sein.

Die Bestzeit von Michael Heger und Leon Römer für einen Lampenwechsel liegt bei knapp acht Minuten. Der gelernte Elektroinstallateur und der Azubi sind seit drei Monaten als Team für die Firma Elektrobau Bellinger aus Kalbach (Landkreis Fulda) in ganz Bebra im Einsatz: Einer tauscht mit der Hebebühne den Lampenkopf aus, der andere sorgt am Fuß der Laterne für eine neue Verdrahtung. Täglich auf Tuchfühlung mit Straßenlaternen: So langsam würde sich Michael Heger über einen Tapetenwechsel freuen. 1300 Lichtpunkte haben er und die Kollegen bereits ausgetauscht.

Ein Wahlversprechen umgesetzt

„Solz wird noch einmal eine Herausforderung“, sagt Heger. In etwa der Hälfte der 139 Straßenlaternen im Bebraer Ortsteil gibt es in den Kabelübergangskästen – die Fachmänner sagen kurz „Kük“ – nur ein Sicherungselement. Zwei sind nötig, um die Halbnacht- und Ganznachtbeleuchtung zu verdrahten und vor allem getrennt ansteuern zu können. Denn mit der neuen Straßenbeleuchtung wird auch – einige Monate nach Ende seiner Amtszeit – ein Wahlversprechen von Bebras ehemaligem Bürgermeister Uwe Hassl umgesetzt. Hassl hatte angekündigt, die Nachtabschaltung zu beenden: Seit mehr als zwölf Jahren wird in Bebra ab 1.15 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgestellt, um Geld zu sparen. Zukünftig soll das Licht durchleuchten – allerdings gedimmt.

Die Umrüstung kostet rund 1,16 Million Euro, ein Großteil des Geldes stammt aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (Kip). Rund 200 000 Euro zahlt die Eisenbahnerstadt selbst. Beschlossen wurde das Projekt bereits vor vier Jahren, der Startschuss sollte 2019 fallen – allerdings bekamen Projekte wie die Sanierung des Inselgebäudes und die Blankenheimer Brücke Vorrang. Die im April 2018 abgeschlossene Bestandsaufnahme musste zudem besonders bei der Beleuchtung in den städtischen Tunneln und auf öffentlichen Parkplätzen nachgebessert werden.

Einsparung könnten noch höher ausfallen

Die Umrüstung soll Geld bei Verbrauch und Reparatur der Straßenbeleuchtung sparen. Laut einer frühen Hochrechnung sinken die jährlichen Kosten um 90 000 Euro, der Stromverbrauch um 400 000 Kilowattstunden und die CO2-Belastung um 400 Tonnen. Allerdings ging die Rechnung von 1800 umgerüsteten Leuchtpunkten aus – die tatsächlichen Einsparungen könnten also höher ausfallen.

Ein vermeintlicher Nachteil

Neben vielen Vorteilen hatte die Bebraer CDU allerdings auch einen vermeintlichen Nachteil der neuen Technik entdeckt: Der Lichtkegel der Beleuchtung erhellt vorrangig öffentliche Straßen und Gehwege, Vorgärten und Höfe von privaten Grundstückseigentümern werden nicht mehr so stark ausgeleuchtet. Hintergrund sind sogenannte Pilzleuchten, die das Licht in alle Richtungen streuen. Das LED-Licht sei etwas kälter und auf den öffentlichen Bereich ausgerichtet, bestätigen die beiden Elektrobauer.

Einsatz am Kabelübergangskasten: Azubi Leon Römer schließt die LED-Lampe an zwei Sicherungselemente an.

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