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Neujahrsempfang in Bebra 2023: „Wir sind berechtigt, Kreisstadt zu werden“

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Von: Thomas Klemm

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Die Gäste des Neujahrsempfangs im Lokschuppen Bebra wurden zu Beginn der Veranstaltung von der Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Koch herzlich begrüßt.
Die Gäste des Neujahrsempfangs im Lokschuppen Bebra wurden zu Beginn der Veranstaltung von der Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Koch herzlich begrüßt. © Wilfried Apel

Noch immer finden regelmäßig Veranstaltungen „erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie“ wieder statt. Dazu gehörte auch der Neujahrsempfang in Bebra am Donnerstag.

Bebra – Lange, bevor der offizielle Teil des Neujahrsempfangs der Stadt Bebra seinen Anfang nahm, strömten die Gäste in froher Erwartung in den Lokschuppen. Letztendlich wollten sich weit über vierhundert Frauen und Männer die Gelegenheit nicht entgehen lassen, hier in lockerer Runde die Bebraer Geschehnisse der vergangenen Monate noch einmal Revue passieren zu lassen. Und gut unterhalten wurden sie bei dieser Gelegenheit auch.

Die Ehrengäste

Von den Gastgebern des Neujahrsempfangs, Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Koch und Bürgermeister Stefan Knoche, herzlich begrüßt wurden die Ehrengäste. Dazu zählten die Ehrenbürger Wolfgang Schneider und Nortrud Hoffmeister, die beiden ehemaligen Bebraer Bürgermeister Horst Groß und Uwe Hassl, die Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt, Karina Fissmann und Kaya Kinkel, der Phippsthaler Bürgermeister Tino Heußner und die Abordnung aus der Partnergemeinde Friedrichroda.

Der Film

Zu Beginn des offiziellen Teils wurden die Gäste mit einem Film unterhalten, der in kurzweiliger, humorvoller Form auf die Bebraer Geschehnisse des Jahres 2022 einging. Gedreht und bearbeitet wurde er von den Stadtmarketing-Mitarbeitern. „Wegen Corona nichts los in Bebra?“ Weit gefehlt! Die Bilder bewiesen das eindrucksvoll. Vom Dart-Turnier im Lokschuppen über die Auftritte von Rüdiger Hoffmann und Alexander Eder an gleicher Stelle bis zur Kirmes, dem Stadtfest, dem Treiben im Biberbad und auf dem Weihnachtsmarkt war viel los in der Biberstadt.

Die Feuerwehrwette

Für Bürgermeister Stefan Knoche wie übrigens auch für die Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Koch war der Neujahrsempfang eine Premiere. Bisher hatte Corona die beiden Kommunalpolitiker ausgebremst. Umso größer war die Freude bei beiden, dass es zu Beginn des „hoffentlich wieder normal verlaufenden Jahres 2023“ damit geklappt hat. Und beide konnten Beachtliches vermelden. Während des jüngsten Rotenburger Kartoffelfestes war die Wette ins Leben gerufen worden, dass es die Bebraner nicht schaffen, bis zum 31. März 2023 hundert neue Leute in die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren zu bringen. „Wir sind hier aber auch einem guten Wege“, so der Bürgermeister. Mittlerweile hätten sich 84 Frauen, Männer und Jugendliche dazu bereit erklärt. „Das heißt, wir sind noch nicht ganz am Ziel. Aber ich bin sehr optimistisch, dass wir das schaffen.“

Der Kreisverkehr

Die Stadt Bebra verfügt über sechs Kreisverkehre. Damit nimmt sie einen Spitzenplatz in der Region ein. „Wir sind damit auf dem Weg zur Kreisstadt“, gab Bürgermeister Knoche launig bekannt. „Im vergangenen Jahr sind zwei neue Kreisverkehre dazugekommen. Das berechtigt uns meiner Meinung dazu, Kreisstadt zu werden!“

Der Babyboom

Im vergangenen Jahr wurden in Bebra 134 Kinder geboren. „Das ist ein Spitzenwert und der höchste seit dem Jahr 2008“, freute sich die Stadtverordnetenvorsteherin Stefanie Koch. Außerdem habe Bebra im Dezember vergangenen Jahres wieder das Zertifikat „Familienfreundliche Stadt“ erhalten.

Das Solarprogramm

In Sachen 100-Dächer-Solar-Programm sagte Knoche, dass über 120 Anträge bereits jetzt eingegangen seien, mit einer Stromproduktion von über 600 000 Kilowattstunden. Umgerechnet sei das der Jahresstromverbrauch von rund 150 Haushalten. „Mein Kollege Ralf Orth macht Anträge im Akkord fertig. Ich glaube, wir haben das schnellste Förderprogramm Deutschlands“, schmunzelte Stefan Knoche. „Aber auch 222 Klimabäume stehen jetzt in Bebras Gärten und versorgen hoffentlich mit reicher Ernte demnächst Bürgerinnen und Bürger mit frischem Obst und arbeiten künftig als CO²-Speicher im Stadtgebiet.“

Die Prognose

„Sie haben fünfmal am Tag auf Nachrichtenportalen auf die Corona-Inzidenzen oder auf den Stand des Ukraine-Krieges gestarrt. Sie haben die Wahlen in Brasilien verfolgt und die Zwischenwahlen in den USA, den Strom- und Gaszählerstand überprüft, die Heizung runtergedreht oder ein Kurbelradio gekauft, mit dem Gefühl, Demokratie können wir vergessen“, beschrieb Bürgermeister Knoche die Gefühlslage vieler Menschen auf das Jahr 2022. Nirgendwo ist Lösung, überall sind nur Probleme. Aber dann, ganz plötzlich, geschieht doch das, was niemand erwartet hat. Das Positive bricht sich wieder Bahn. Beispielsweise, „dass es sehr, sehr viele Menschen gibt, die sich konstruktiv für eine bessere Zukunft engagieren, anstatt sich nur zu fürchten und zu zerstreiten“. Viele davon hatten am Donnerstagabend den Weg in den Lokschuppen Bebra gefunden. (Thomas Klemm)

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