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Bebraer Parlament stimmt gegen CDU-Antrag zu Weiteröder Brücke

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Von: Daniel Göbel

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Die Fußgängerbrücke im Bebraer Stadtteil Weiterode wurde von der Deutschen Bahn 2019 gesperrt. Die Stadtverordneten stimmten nun gegen einen CDU-Antrag zum Neubau der Brücke.
Die Fußgängerbrücke im Bebraer Stadtteil Weiterode wurde von der Deutschen Bahn 2019 gesperrt. Die Stadtverordneten stimmten nun gegen einen CDU-Antrag zum Neubau der Brücke. © Clemens Herwig

Der CDU-Antrag für einen Neubau der Fußgängerbrücke in Weiterode hat im Bebraer Parlament nach zum Teil emotionaler Debatte keine Mehrheit gefunden.

Bebra – Trotz langer und teils emotionaler Debatte haben die Bebraer Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung (10. November 2022) im Lokschuppen gegen die CDU-Offensive zum Neubau der Fußgängerbrücke im Stadtteil Weiterode gestimmt. Im Publikum nahmen dementsprechend auch viele Weiteröder Platz. Zwar stellten die Stadtverordneten dabei nicht den Sinn und Zweck der Brücke infrage, der Knackpunkt sind vielmehr die Kosten, die der Stadt dadurch entstehen würden. So stimmten am Ende 15 Stadtverordnete für den CDU-Antrag, 21 votierten dagegen.

Hohe Förderung

CDU-Fraktionschef Thorsten Strippel, der den Antrag vorstellte, ging noch einmal auf die Hintergründe ein. Alles habe im Jahr 2014 begonnen, nachdem die Deutsche Bahn ankündigte, das Eichbachbrückchen abreißen zu wollen. Im Februar 2019 folgte dann in einer Nacht- und Nebelaktion die Sperrung der Zugänge zur Brücke. „Nun hat das Land Hessen das Förderprogramm Nahmobilität überarbeitet, wodurch die Planungs- und Baukosten mit 80 Prozent gefördert werden können. Der Eigenanteil für die Stadt Bebra würde sich dadurch auf 300 000 Euro reduzieren“, erklärte Strippel.

Sicherheit der Schulkinder

Dafür sprach sich auch der Weiteröder Ortsvorsteher Andreas Nölke aus. „Die Argumente sprechen für sich. Es geht hier um die Sicherheit der Schulkinder. Ein barrierefreier Übergang für Fußgänger und Radfahrer gehört zu einem modernen Verkehrskonzept.“

Frage der Kosten

Das sehen aber nicht alle Fraktionen so. SPD-Fraktionschef Gerhard Schneider-Rose betonte, dass seine Fraktion bereit sei, sich für die Verbesserung von Schulwegesicherheit und bessere Radwege einzusetzen, die Kosten für den Brückenneubau aber in keiner Relation zum Nutzen stehen würden. „Wir sehen auch nicht, dass ein Neubau eine attraktivere Radanbindung nach Bebra bringt.“

Problem Eisenacher Straße

Stefan Krug (Gemeinsam für Bebra) erklärte, dass auch die Folgekosten noch hinzukommen würden, etwa für den Personaleinsatz der Bauhofmitarbeiter beim Winterdienst. Zum Argument des sicheren Schulwegs sagte Krug, dass hier nicht die Brücke das Problem sei, sondern vielmehr die unsichere Überquerung der Eisenacher Straße.

Alternative Wege

Für Bernd Holzhauer (FWG) zogen diese Argumente nicht. „Es geht hier um deutlich mehr Nahmobilität für viele Menschen. Außerdem bauen wir dort einen Spielplatz, wo die Brücke endet. Somit ist das auch ein Stück Daseinsvorsorge, die man nicht nur an rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten festmachen kann.“ Tatjana Wandel (Grüne) sagte, dass die Brücke zwar Nice-to-Have, aber nicht notwendig sei. „Es gibt alternative Wege ohne unzumutbare Härte.“

Abstimmung der Weiteröder

Bürgermeister Stefan Knoche machte deutlich, dass ihm zuallererst eine Abstimmung der Weiteröder wichtig wäre. Dann müsse man sich in der Stadtverordnetenversammlung auch Gedanken darüber machen, ob die Stadt Bebra bereit ist, Geld für die Planungen der Brücke zur Verfügung zu stellen. (Daniel Göbel)

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