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Bebra will Bauregeln an der Pfarrstraße ändern: Mehr Wohnungsbau möglich

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Von: Clemens Herwig

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„Dörfliche Struktur“: Hinter den Fachwerkhäusern an der Pfarrstraße (rechts im Bild) sollen in Richtung Staatliches Schulamt bald auch Wohngebäude entstehen können. Die Stadt Bebra will die „stringenten“ Vorgaben des Bebauungsplans aus den 1970er-Jahren loswerden, die bereits Bauwillige abgeschreckt hätten.
„Dörfliche Struktur“: Hinter den Fachwerkhäusern an der Pfarrstraße (rechts im Bild) sollen in Richtung Staatliches Schulamt bald auch Wohngebäude entstehen können. Die Stadt Bebra will die „stringenten“ Vorgaben des Bebauungsplans aus den 1970er-Jahren loswerden, die bereits Bauwillige abgeschreckt hätten. © Clemens Herwig

Anwohner haben eine Änderung des Bebauungsplans hinter den Häusern an der Pfarrstraße in Bebra angeregt. Das Parlament hat am 7. Juli das letzte Wort.

Bebra – Zwischen der Pfarrstraße und dem Staatlichen Schulamt im Bebraer Stadtkern soll mehr Wohnungsbau möglich werden. Die Verwaltung setzt dort auf Nachverdichtung, muss dafür die Regeln ändern – und trennt sich von den einschränkenden Vorgaben des Bebauungsplans aus den 1970er-Jahren. Angeregt hatten die Veränderung Anwohner, die Gebäude auf ihren Grundstücken für eine Wohnbebauung umnutzen wollen.

Der Bereich zählt zu „Alt-Bebra“, in dem eher eine dörfliche Struktur vorherrscht, sagt Bauamtsleiter Patrick Schuster. Durch die Entwicklung zur Stadt habe sich auch Gewerbe angesiedelt. Derzeit gilt der Bebauungsplan zwischen Pfarrstraße, Bei der Laupfütze, der oberen Nürnberger Straße und dem Staatlichen Schulamt daher noch als Mischgebiet und soll zum Allgemeinen Wohngebiet werden. Die Nachverdichtung ist auf der rückwärtigen Seite der Pfarrstraße in Richtung Staatliches Schulamt geplant, derzeit sei dort noch kein Wohnen vorgesehen.

Geschosszahl kleinteilig vorgeschrieben

Der seit den 70-ern geltende Bebauungsplan schreibe „sehr stringente“ Regeln vor, heißt es in der Begründung zur Änderung. Teilweise seien für einzelne Grundstücksbereiche, teilweise sogar für einzelne Flurstücke kleinteilig die Geschosszahl der Wohnbebauung vorgeschrieben. Regeln gibt es auch zur Fassadengestaltung und den Fenstern. Dadurch blieben potenzielle Flächen im Planungsbereich ungenutzt. Nach zwei Anfragen von Grundstückseigentümern, die sogenannte Wirtschaftsgebäude wie Scheunen und alte Werkstätten auf ihren Flächen neu nutzen wollen, soll sich das ändern.

Bauwillige nicht ausbremsen

Die Stadt will den Bauwilligen weniger Vorgaben für ihre Gebäude machen, die sich dennoch in die vorhandene Struktur integrieren sollen. Angepasst werden dafür auch die Baugrenzen und Baulinien – also wo auf den Grundstücken Wohngebäude stehen dürfen. Die Stadt schafft auch neue Regeln: So sind reine Stein- und Schottergärten unzulässig. Weil das Kulturdenkmal Auferstehungskirche in unmittelbarer Nähe am Lindenplatz liegt und an der Pfarrstraße – dort umgangssprachlich Bäckergässchen genannt – denkmalgeschütze und „ortsbildprägende“ Fachwerkhäuser stehen, sind bei späteren Bauanträgen die Denkmalschutzbehörden involviert.

Das Stadtparlament hat der Änderung bereits im September zugestimmt. Nach der Offenlegung ohne Einwände soll der neue Bebauungsplan in der Sitzung am 7. Juli beschlossen werden. (Clemens Herwig)

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