WAS IST DENN DA LOS?

Wildschweine pflügen Sportplatz in Gilfershausen um

Eine echte Schweinerei: Vereinsvorsitzender Horst Groß auf dem verwüsteten Sportplatz des FC Gilfershausen. Fußball gespielt werden kann hier nicht mehr – der Rasen eignet sich derzeit eher zum Kartoffelanbau.
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Eine echte Schweinerei: Vereinsvorsitzender Horst Groß auf dem verwüsteten Sportplatz des FC Gilfershausen. Fußball gespielt werden kann hier nicht mehr – der Rasen eignet sich derzeit eher zum Kartoffelanbau.

Mindestens zehn Wildschweine haben sich bei der Nahrungssuche auf dem Sportplatz Gilfershausen ausgetobt. Die Tiere nutzten einen Aussetzer in der Verteidigung des Sportvereins.

Gilfershausen – „Die haben hier elf gegen elf gespielt“ sagt Horst Groß und klingt einigermaßen fassungslos. Der Vorsitzende des FC Gilfershausen steht am Sportplatz des Bebraer Ortsteils und blickt auf die weitläufige Verwüstung vor dem Fußballtor. Der Rasen ist regelrecht umgepflügt worden. Es dürfte eine tierisch schmutzige Partie gewesen sein.

Groß schätzt, dass sich mindestens zehn Wildschweine in der Nacht auf Dienstag bei der Nahrungssuche auf dem Spielfeld ausgetobt und eine – nun ja – Schweinerei angerichtet haben. Dabei haben die Tiere eiskalt einen Aussetzer in der Verteidigung des Sportvereins genutzt.

Nicht das erste Mal

Denn es ist nicht das erste Mal, dass Wildschweine in Gilfershausen wüten. Bereits im Oktober vergangenen Jahres wurde der Platz mehrfach umgepflügt, betroffen war damals auch – wenn auch nur auf einigen Quadratmetern – das benachbarte Gelände des Rasenkraftsportvereins. „Wir haben den Rasen dann einigermaßen wieder glatt gezogen“, sagt Groß. Zum Schutz vor den Wildschweinen wurde im Dezember ein etwa 60 Zentimeter hoher Elektrozaun rund um die Sportanlagen gezogen. Seitdem gab es keine Probleme mehr mit felligen Flitzern, die das Spielfeld stürmen. „Wir dachten, es ist vorbei mit den Wildschweinen.“ Offenbar warteten die Tiere aber nur geduldig.

Gute Lösung in der Zwangspause

Während der coronabedingten Zwangspause auch für den Amateursport war der Zaun eine gute Lösung. Durch die Lockerungen ist das Trainieren bei den Rasenkraftsportlern aber mit Auflagen wieder möglich – also musste er weg. Am Wochenende wurde der Schutz daher abgebaut, auch der rund 300 Meter lange Abschnitt rund um den Sportplatz. Prompt ging die Schweinerei wieder los. „Am Dienstagmorgen kam der Anruf, dass sie wieder da waren“, sagt der Gilfershäuser.

Abschuss nicht möglich

Wer die aufgewühlte Erde sieht, muss vermuten, dass die Tiere bei ihrem ausgedehnten Mitternachtssnack ziemlich viel Lärm gemacht haben. „Die Nachbarn haben nichts gehört“, sagt Groß. Auch ihr Hund hätte nicht angeschlagen. Woher die Wildschweine kommen, sei schwer zu sagen: „Die laufen jede Nacht bis zu 15 Kilometer.“ Für einen Abschuss sei der Sportplatz ohnehin zu nah an den Wohnhäusern.

Wie geht es weiter?

Wie geht es weiter? „Wir können wieder einen Zaun ziehen“, sagt der Vorsitzende. Damit sei der Rasen aber nicht wieder hergestellt. Der Verein sei bereit, sich dabei auch finanziell zu beteiligen. Der Ball liege bei der Stadt Bebra, der das Spielfeld gehört.

Dauerhafte Einzäunung

Man würde gerne helfen, aber es gebe in Bebra Sportanlagen, die jenseits von Corona mehr genutzt werden, heißt es aus dem Rathaus. Der Gilferhäuser Platz werde aktuell von keiner Mannschaft der FSG Bebra bespielt. Mit den zur Verfügung stehenden 20 000 Euro im Haushalt sollen daher Plätze unter anderen in Weiterode, Breitenbach und Bebra in möglichst guten Zustand gesetzt werden. Langfristig sei zu überlegen, wie mit der Anlage in Gilfershausen umgegangen wird. Ohne dauerhafte Einzäunung drohe neuem Rasen lediglich der nächste „Schweineüberfall“. (Clemens Herwig)

Schwein sucht Wurm

Wildschweine sind bekannt dafür, dass sie bei der Nahrungssuche den Boden nach Wurzeln, Würmern, Schnecken und Pilzen durchwühlen und dabei durchaus rabiat vorgehen. Wenn die Allesfresser Hunger haben, ist kaum etwas vor ihnen sicher. Wildschweine können daher erhebliche Schäden auf landwirtschaftlichen Feldern – und Fußballplätzen – anrichten. Ihre Wühlerei hat dabei regelmäßig schlimmere Folgen als ihre Völlerei. (cig)

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