Bebraer Landwirt hat Stall für 15.000 Legehennen gebaut

Haben im Familienrat den Stallneubau beschlossen: von links Gerhard Keßler, Antje Keuntje und Senior Erich Keßler. Die Eierproduktion ist körperlich weniger anstrengend als die Milchproduktion und soll auch weniger Zeit beanspruchen.

Bebra. Die Legehennen sollen es gut haben: Wenn sie morgens bis spätestens 9.30 Uhr ihre Eier gelegt haben, werden sie ihre Nester und den Hühnerstall verlassen und über eine Art Wintergarten ins Freie schlüpfen.

Ab Ende Dezember sollen 14 800 Legehennen rund um den neugebauten Stall am Stadtrand von Bebra (Richtung Lispenhausen) draußen gackern und picken.

Familie Keßler, die seit mehreren Hundert Jahren an der Pfarrstraße in Bebra einen Bauernhof führt, setzt auf Legehennen in Freilandhaltung. Auf sechs Hektar mit 50 Hütten zum Schutz vor Marder, Fuchs oder Bussard haben die Tiere Auslauf. „Wir schreiben das Tierwohl groß“, sagen Gerhard Keßler (48), seine Lebensgefährtin Antje Keuntje und sein Vater Erich (80).

Ihre 40 Milchkühe im Stall an der Pfarrstraße wollen sie zunächst behalten. Aber für zehn Liter Milch bekommen sie zurzeit 2,50 Euro, sagt Keßler. Es gibt zuviel Milch auf dem Markt, jedes zweite in Deutschland verbrauchte Ei jedoch muss derzeit importiert werden.

Belegung ab Ende November: Vier Wochen später wird man dann rund um den neuen Stall herum Tausende von Legehennen picken sehen. Er befindet sich am Stadtrand von Bebra Richtung Lispenhausen, oberhalb der Firma Hilti. Fotos:  Schankweiler-Ziermann

Seit vier Jahren beschäftigen er und seine Frau sich mit der Eierproduktion. Sie haben viel gelesen, andere Betriebe und Lehrgänge besucht, bis sie den Schritt zum Stallneubau außerhalb der Stadt gewagt haben. Alles sei auf bio ausgerichtet, so berichten sie. Nur das Futter, das sie einkaufen werden, sei zwar nicht bio, aber gentechnikfrei. Biohennen seien anfälliger, deshalb wollen sie zunächst konventionell anfangen.

Der hochmoderne Stall soll weitgehend automatisch laufen. Die Hennen sitzen nachts in zwei Etagen übereinander auf Stangen und haben die Nester hinter sich. Dabei fallen die Eier direkt auf ein Band und werden automatisch abgepackt. 1,4 Tonnen Hühnerfutter werden täglich verfüttert.

Hühnermist wird Biogas

Der Hühnermist kommt außerhalb des Stalls gar nicht mit Luft in Berührung und soll daher auch nicht riechen. Er wird in der nahegelegenen Biogasanlage verwertet.

Bevor die Jungtiere kommen, kann man den hochtechnisierten Stall bei zwei Tagen der offenen Tür besichtigen: Am Samstag / Sonntag, 21. und 22. November, jeweils von 10.30 bis 15.30 Uhr. Zu sehen sind auch Landmaschinen, Schlepper, es gibt Stände, Infos für Fachleute und Endverbraucher, dazu Zwiebelkuchen und Waffeln vom Backhausverein, Essen und Getränke. Außerdem ist der Modellflugclub Bebra dabei.

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