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Bebras Hessischer Hof investiert mehr als 100 000 Euro in Modernisierung

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Von: Clemens Herwig

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Prost: Thorsten Rehs hebt symbolisch das Glas auf den neugestalteten Saal „Alt Bebra“ im Hessischen Hof. Der Veranstaltungsraum für bis zu 150 Gäste ist heller geworden und lässt Moderne auf Tradition treffen.
Prost: Thorsten Rehs hebt symbolisch das Glas auf den neugestalteten Saal „Alt Bebra“ im Hessischen Hof. Der Veranstaltungsraum für bis zu 150 Gäste ist heller geworden und lässt Moderne auf Tradition treffen. © Clemens Herwig

Trotz der harten Corona-Zeit hat der Hessische Hof in Bebra viel Geld für eine Modernisierung in die Hand genommen. Das Ergebnis: Neuer Saal, neue Lounge, neue Vinothek.

Bebra – Die Pandemie war nicht gerade gnädig zur Gastronomie, die auf etwas angewiesen ist, das Corona mehr als alles andere ausbremst: geselliges Beisammensein.

Dennoch hat Thorsten Rehs, Inhaber des Hessischen Hofs in Bebra, Geld in die Hand genommen. Mehr als 100 000 Euro sind in die Modernisierung des Saals „Alt Bebra“, eine neue Lounge und eine Umgestaltung des Gastraums – nun mit Vinothek für Weinliebhaber – geflossen.

Der Gastronom hofft darauf, dass der Kelch der Corona-Sorgen bald geleert ist und sich zumindest durch einen weichen Abgang revanchiert.

In der Vinothek werden Weine „querbeet durch Deutschland, aus Europa und Übersee“ angeboten.
In der Vinothek werden Weine „querbeet durch Deutschland, aus Europa und Übersee“ angeboten. © Clemens Herwig

„Die Ausgangslage war jetzt oder nie. Im laufenden Betrieb wäre ein Projekt dieser Größenordnung gar nicht möglich gewesen“, erklärt Thorsten Rehs seine Entscheidung aus dem vergangenen Jahr – die ihn dennoch anfangs selbst nervös gemacht hat.

Auch im Hessischen Hof waren die Einschränkungen durch die Pandemie zu spüren, rund 60 Prozent seines Umsatzes hat er eingebüßt, schätzt der Gastronom. Geholfen haben ihm eine „gute Ausgangsposition“ und der angebundene Hotelbetrieb mit 27 Zimmern, die hauptsächlich von Monteuren und Eisenbahner genutzt werden und damit nicht unter die strengeren Pandemie-Regelungen für Tourismusübernachtungen fielen.

Auch die staatlichen Corona-Hilfen, die oft verschrien gewesen seien, hätten „bei uns tadellos funktioniert“, berichtet der Bebraner.

Die Ergebnisse der arbeitsreichen Zwangspause finden sich an vielen Stellen des Hessischen Hofs: Das Treppenhaus an der Rezeption wurde „bis obenhin“ gestrichen, die Theke neu gestaltet und ausgeleuchtet.

Vor dem Saal finden Hotelgäste nun eine Lounge und im Gastraum ist bereits im vergangenen Herbst eine Vinothek eingeweiht worden, in der 50 Weinsorten angeboten werden. „Die Bebraner sind eigentlich Biertrinker, aber es gibt schon einige Weinliebhaber“, sagt der Gastronom.

In der Lounge können sich Hotelgäste die Zeit vertreiben. „Durch die Pandemie haben wir montags Ruhetag, so müssen die Gäste nicht nur im Bett liegen bleiben“, sagt Rehs.
In der Lounge können sich Hotelgäste die Zeit vertreiben. „Durch die Pandemie haben wir montags Ruhetag, so müssen die Gäste nicht nur im Bett liegen bleiben“, sagt Rehs. © Clemens Herwig

Das größte Projekt ist der 360-Quadratmeter-Saal, der einen neuen Fußboden, neue Lichttechnik und eine Wandverkleidung mit Sandstein bekommen hat. „So wird der Raum richtig hell“, sagt Rehs, dem es wichtig ist, dass der Saal mit dem Namen „Alt Bebra“ in Richtung Decke mit einem Hauch Fachwerk und alten Bildern traditionsbewusst bleibt. 150 Gäste sollen dort feiern können – „für Veranstaltungen darüber hinaus haben wir in Bebra den Lokschuppen“, sagt Rehs.

Der Inhaber des Hessischen Hofs sieht sich mit der Investition für die Zukunft gewappnet. „Die Gastronomie wird teurer werden“, sagt er. Nur so könnten die steigenden Lebensmittelpreise ausgeglichen und Mitarbeiter gehalten werden, „die arbeiten, wenn andere feiern“.

Im Hessischen Hof seien die Preise pro Kopf bereits um zehn Prozent gestiegen – mit der Aufwertung will Rehs sicherstellen, dass den Gästen im Gegenzug mehr geboten wird.

Das nächste Projekt ist bereits in Arbeit: Die Kegelbahn wird zur „Kegelclub“ umgebaut, einer Bar mit Disco-Flair der 1980er-Jahre. Fertig werden will Rehs im August.

Der Hessische Hof lädt am 1. Mai zum Tag der offenen Tür ein.

(Clemens Herwig)

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