Keine Sonderregeln für Sonntagsöffnung mehr

Bebras Stadtentwicklungschef ist sauer über Aus für verkaufsoffenen Sonntag

Stefan Pruschwitz, angehender Geschäftsführer der Stadtentwicklung Bebra (SEB), steht im Januar 2020 neben der Statue eines Bibers vor der Bebraer Grünanlage „Anger“ in der Innenstadt.
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Ärgert sich über das kurzfristige Aus für die Bebraer Pläne: Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der der Bebraer Stadtentwicklung SEB.

„Heute hüh, morgen hott. Dieses Chaos muss aufhören.“ Stefan Pruschwitz, Geschäftsführer der Stadtentwicklung Bebra (SEB), ist sauer auf die hessische Landesregierung.

Die hatte kurzerhand die Passage in den Corona-Verordnungen gekippt, die verkaufsoffene Sonntage ohne die üblichen Auflagen ermöglichte. Für Bebra bedeutete das: Die für Sonntag, 28. Juni, geplante Veranstaltung muss ausfallen. Gemeinsam mit der Handels- und Gewerbevereinigung (HGV) Bebra wollte die SEB einen verkaufsoffenen Sonntag an dem Tag veranstalten, an dem ohne Corona der große stehende Festzug zur 1250-Jahrfeier stattgefunden hätte.

„Wir brauchen Verlässlichkeit und Unterstützung für den ortsgebundenen Einzelhandel“, so Pruschwitz in einer Pressemitteilung. „Ansonsten kann die Gewerkschaft Verdi bald darüber nachdenken, wen sie in den leer gefegten Innenstädten noch als Mitglied gewinnen will, wenn keiner mehr da ist“. Verdi hatte Anfang vergangener Woche gemeinsam mit Verbänden der katholischen und evangelischen Kirchen als „Allianz für den freien Sonntag in Hessen“ gegen die Sonder-Sonntagsöffnung in Corona-Zeiten vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof geklagt.

Stadtentwicklungschef: Hin und her beschädigt Einzelhandel massiv

Durch die Corona-Sonderverordnung sei die Planung erst ohne die sonst üblichen langen Vorlaufzeiten möglich geworden. „Von heute auf morgen ist die Regelung aufgehoben worden“, sagt Pruschwitz. „Mit einem solchen hin und her beschädigt man dem Einzelhandel massiv. Dabei befinden sich viele Geschäfte in den Innenstädten ohnehin wegen Corona in einer sehr schwierigen Situation.“ Derartige Entscheidungen seien nicht nachvollziehbar, so der SEB-Chef.

Für den Einkauf in Bebra ist dennoch eine Sonderaktion geplant. Rund 22 000 Haushalte sollen ein Sortiment an Gutscheinen erhalten, mit denen in vielen Bebraer Geschäften vom 22. Juni bis 4. Juli günstiger eingekauft werden kann, betonen Stefan Pruschwitz und der Erste Vorsitzende der Bebraer Handels- und Gewerbevereinigung, Sascha Moseberg. Die Coupons werden auch auf den Social-Media-Seiten von SEB und HGV veröffentlicht. Dort können sie mit dem Handy abfotografiert und in den teilnehmenden Bebraer Geschäften eingelöst werden.

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