Jugendliche informieren sich im Bildungszentrum

Baugewerbe wirbt in Bebra für Ausbildung

Das Bild zeigt einen Mann in einem Gabelstapler, der vor sich einen Drahtkorb mit Steinen trägt
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Spielerisch zum Bau: Ausbilder Uwe Schweyer und sein Gabelstapler bieten eine von sechs Wettkampfstationen.

Spielerisch werden mehr als 280 Schülerinnen und Schüler bei den Infotagen im Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra an das Baugewerbe herangeführt.

Bebra -Die dreitägige Veranstaltung im Bildungszentrum (BBO) soll einen motivierenden ersten Kontakt mit den Ausbildungsangeboten im Baugewerbe im Kreis ermöglichen.

Uwe Schweyer hat am Mittwochvormittag vielleicht den angenehmsten Job: Der Ausbilder für Straßenbau lässt sich in einem Gabelstapler von Schülern der Realschulklasse 8 der Schenklengsfelder Gesamtschule um die Wette ziehen. Rund 1,5 Tonnen wiegt sein Gefährt, das zusätzlich mit zwei Körben voller Steine mit einem ähnlichen Gewicht beschwert wurde. Obendrauf kommt Schweyers Gewicht – 90 Kilo, wie er auf Nachfrage mit einem Grinsen und völlig uneitel verrät. Jeweils sechs Jugendliche stemmen sich dann in die Seile, um den Gabelstapler auf Bestzeit gute 20 Meter weit zu ziehen.

Es ist ein Beispiel für die sechs Stationen, die im Bildungszentrum an der Kerschensteinerstraße in Bebra aufgebaut worden sind und Lust machen sollen vor allem auf den Hoch- und Tiefbau sowie das Steuern schwerer Baugeräte. „Wir sind jedes Jahr dabei und die Rückmeldung der Schüler ist immer positiv“, sagt Klaus Bartholomäus, Lehrer in Schenklengsfeld und Ansprechpartner für berufliche Orientierung am Staatlichen Schulamt.

Dass es Spaß macht, kann auch Melisa Ajruli bestätigen: Unter Anleitung von Ausbilder Reinhardt Neuber macht die 14-Jährige von der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra erste „Gehversuche“ mit einem Bagger. Auch wenn der wuchtig aussieht: Bei der Steuerung ist Feingefühl und Koordination gefragt, wenn Fahrzeug und Schaufel bewegt werden sollen, ohne dass der tonnenschwere Koloss wankt wie ein Schaukelstuhl. Ähnlich wie beim Schlagzeugspielen müssen die Hände teilweise unabhängig voneinander arbeiten, erklärt Neuber.

Die Infotage gibt es seit 2004, im vergangenen Jahr sind sie coronabedingt ausgefallen. Diesmal gilt auf dem Gelände Maskenpflicht, die Schulen mussten sich anmelden, die Schüler sind frisch getestet. Unterstützt wird die Veranstaltung von der Agentur für Arbeit – nicht nur finanziell, sagt Frank Kamolz, Bereichsleiter in Bad Hersfeld. Die Berater sind vor Ort, dann soll in den Schulen weiter am Ball geblieben werden. Als erstes Glied in einer Kette sollen die Infotage möglichst zu Praktika in der Branche und idealerweise einer Ausbildung führen.

„Die Chancen stehen derzeit sehr gut“, sagt Kamolz über das Baugewerbe. Auf 180 Ausbildungsplätze kommen rund 100 Interessierte, die Jugendlichen haben oft die Wahl. Hinzu komme ein Beruf mit Perspektive, sagt BBO-Leiter Klaus Stöcker. Ein Meister mit 21 Jahren sei heute möglich. „Und die Jugendlichen haben auf dem Weg schon einige Euro verdient.“

Melisa Ajruli in Aktion: Die 14-Jährige hat sich schnell in die Steuerung eines Baggers eingefuchst.

Clemens Herwig

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