Kooperationsvertrag

Bebra: Stadtbücherei soll mit  Schulbibliothek zusammengelegt werden

Bebra. Die Stadtbücherei in Bebra soll mit der Schulbibliothek der Brüder-Grimm-Grimm-Grundschule an der Luisenstraße zusammengelegt werden.

Die große Mehrheit der Stadtverordneten beschloss am Donnerstagabend, dass der Magistrat noch in diesem Jahr einen Kooperationsvertrag mit dem Landkreis als Schulträger schließen soll. Drei Stadtverordnete, zwei von der FWG, enthielten sich.

Klaus Reifschneider (FWG) hatte noch offene Fragen und deshalb vorgeschlagen, das Thema erst noch im Ausschuss zu beraten. Das war im Vorfeld nicht der Fall gewesen, weil der beschlossene SPD-Antrag kurzfristig auf die Tagesordnung gekommen, aber mit der CDU-Fraktion abgesprochen worden war.

Man erwartet für die Pläne Geld vom Land, das die Zusammenarbeit von Schul- und öffentlichen Bibliotheken fördert. Aus einer der Stadt für kulturelle Zwecke vermachten Erbschaft Rausch sollen 25 000 Euro verwendet werden. Der neu gegründete Büchereiverein mit Horst Lucht soll um Mitwirkung bei der Organisation des Büchereibetriebs gebeten werden.

Bei dieser Lösung würden die Räume der Stadtbibliothek im Alten Rathaus frei. In dem schön sanierten Gebäude haben auch der Kulturzug und die Naturkundliche Gesellschaft Mittleres Fuldatal ihren Sitz. Über die weitere Nutzung des Alten Rathauses soll laut Beschluss in den Ausschüssen und mit den Vereinen beraten werden. Dabei soll eine gewerbliche Nutzung des Gebäudes nicht ausgeschlossen werden.

Dem Beschluss war eine lange Diskussion vorausgegangen, in der sich Bürgermeister Uwe Hassl gegen diese Lösung ausgesprochen hatte. Er hatte erklärt, es gebe nur Fördergeld, wenn die Stadt auch Personal für eine Nachmittagsöffnung stelle. Bisher ist die Bibliothek im Alten Rathaus nur an zwei Tagen pro Woche geöffnet. Die Kosten für die Stadt betragen bislang 8000 Euro pro Jahr. Mit dem neu gegründeten Büchereiverein bräuchte die Stadt keine Fördergelder. Hassl meinte, es gebe ein Konzept, das die Stadt außer Strom und Wasser nichts koste. Eine Zusammenarbeit mit der Schule könne sich der Verein nicht vorstellen, meinte Hassl, der von einem Schnellschuss abriet.

Es sei kein Schnellschuss, betonte Gerhard Schneider-Rose, SPD-Fraktikonsvorsitzender. Wenn man die Räume im Alten Rathaus nicht mehr brauche, spare die Stadt Geld. Er hatte den SPD-Antrag auch damit begründet, dass der Bildungsort Schule dann auch Erwachsene an die Schule bringe, wo man sich um eine Öffnung zum kulturellen Leben der Stadt, gute Einbindung der Eltern und ganztägige Betreuung der Kinder kümmere.

Der Standort an der Schule sei richtig, meinte auch Thorsten Strippel (CDU). Der Magistrat habe schon vor neun Monaten einer solchen Kooperation zugestimmt. „Als Bürgermeister sollten Sie erkannt haben, dass alle Fraktionen die Zusammenarbeit mit den Schulen wollen“, sagte Volkmar Hanf von „Gemeinsam für Bebra“.

Schule und Verein sollten ermutigt werden, forderte Christina Kindler (SPD).

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.