Heiße Phase des Wahlkampfs mit prominentem Gast eröffnet

CDU baggert in Bebra: Baubranche beklagt Fachkräftemangel

Das Bild zeigt CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus beim Ausprobieren des Bagger-Simulators.
+
Zum Baggern und Zuhören in Bebra: CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus durfte in Bebra den Bagger-Simulator ausprobieren

Die heiße Phase des Wahlkampfs hat die CDU im Bildungszentrum Bau Osthessen in Bebra eröffnet - mit dabei war Ralph Brinkhaus. Es ging aber auch um Inhaltliches.

Bebra – In acht Wochen ist Bundestagswahl – höchste Zeit also, ordentlich um Stimmen zu baggern. Wie das richtig geht, das ließen sich der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ralph Brinkhaus, und der CDU-Bundestagskandidat im hiesigen Wahlkreis 169, Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard, am Freitag von Profis zeigen: Sie besuchten das Bildungszentrum Bau Osthessen (BBO) in Bebra und durften dort im digitalen Führerstand eines Baggers Platz nehmen – dort, wo die Auszubildenden die richtige Bedienung der modernen Großmaschinen erlernen.

Denn auf dem Bau wird längst nicht mehr nur körperlich gearbeitet, erklärte der stellvertretende Obermeister der Bau-Innung Jörg Gnauert und betonte mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung die Bedeutung einer hoch qualifizierten Ausbildung, wie etwa im BBO in Bebra. Trotzdem bester Chancen klagt die Branche über Nachwuchsmangel, aber auch über die lange Laufzeit von Planungs- und Genehmigungsprozessen, gab Gnauert CDU-Fraktionschef Brinkhaus mit auf den Weg nach Berlin.

Brinkhaus nahm diese Mahnung dankbar auf. „Ich brenne darauf, wieder zuhören zu können“, sagte der CDU/CSU-Fraktionschef mit Blick auf die lange Corona-Zwangspause. Er betonte, dass Bauberufe enorm wichtig sind für das Land. „Investitionen scheitern bei uns meistens nicht am Geld, sondern vielmehr an der fachlichen Umsetzung“, sagte Brinkhaus. Er unterstrich die Bedeutung der Ausbildung am Bau. Die Abschaffung des Meisterprivilegs bezeichnete er als Irrweg, der inzwischen aber wieder von der Politik korrigiert werde. Brinkhaus sagte, „im ländlichen Raum liege die Zukunft unserer Landes“, dafür seien aber eine gute Infrastruktur, ärztliche Versorgung, aber auch gute Schulen und Kultur notwendig.

Ein Loblied auf den ländlichen Raum stimmte auch der örtliche CDU-Bundestagskandidat Wilhelm Gebhard an, ohne dabei aber die Probleme der Region zu verschweigen. „Der ländliche Raum braucht mehr Beachtung in der Bundespolitik“, sagte er seinem Parteifreund Brinkhaus. Eben dafür wolle er sich als Praktiker von der Basis im Bundestag einsetzen. Viele Gesetze und Vorgaben würden viel zu sehr von oben gedacht. Gebhard beklagte zudem den allgemeinen Vertrauensverlust in die Politik, der in Unzufriedenheit, mieser Stimmung und oft auch Hetze im Internet münde.

Als Bürgermeister von Wanfried spüre er schon seit Längerem den Trend „raus aufs Land“ zu ziehen. Dies sei erfreulich angesichts des demografischen Wandels. „Darauf braucht die Politik aber die richtigen Antworten“, mahnte Gebhard und nannte die ärztliche Versorgung, aber auch den Wohnungsbau als zwei wichtige Handlungsfelder. „Deshalb gehört dem Bausektor die Zukunft, trotzdem wird Nachwuchs überall gesucht“, sagte Gebhard. Das beklagte auch Kreishandwerksmeister Marco Diegel angesichts von acht Prozent weniger Ausbildungsverträge, die in diesem Jahr abgeschlossen wurden. In den Schulen würden die jungen Leute zu sehr in akademische Ausbildungen gedrängt, statt dort auch für das Handwerk zu werben.

Zugleich sorgte sich Diegel um das wirtschaftliche Gefälle zwischen den Landkreisen Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner. Während speziell im Raum Bad Hersfeld die Wirtschaftskraft dank der Logistik stark sei, fehle die Infrastruktur im Werra-Meißner-Kreis. „Wir brauchen eine Angleichung beider Kreise“, forderte Diegel. Landrat Dr. Michael Koch hingegen appellierte an den Gast aus Berlin, die Bundespolitik möge mehr Vertrauen in die Kommunalpolitik haben. „Aufgabe der Politik ist es, gute Rahmenbedingungen zu schaffen“, sagte Koch, wie dieser Rahmen gefüllt werde, sollte jedoch den Verantwortlichen vor Ort überlassen werden, die die Bedienungen am besten kennen.

Viele Hausaufgaben also, die Brinkhaus vom Handwerk in Bebra mit nach Berlin bringen kann. Für die richtige Stärkung sorgte Gebhard, der Brinkhaus zwei Ahle Würste, eine aus Werra-Meißner und eine aus Hersfeld-Rotenburg, überreichte. Kraftnahrung für das Baggern der nächsten Wochen. (Kai A. Struthoff)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.