Humor mit Klaviermelodien

Mit Charme und Wortwitz: Kabarettist Daniel Helfrich im Bebraer Kulturzug

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Unterhaltung: Daniel Helfrich bettete seine Themen humorvoll in Klaviermelodien ein. 

Bebra. Kabarettist Daniel Helfrich hat sich mit seinem bezaubernden Charme in die Herzen des Bebraer Publikums "getanzt".

Die Anekdoten und Geschichten übers Tanzen begleitete er stimmungsvoll auf seinem Klavier.

„Eigentlich bin ich ja Tänzer“, verkündete Daniel Helfrich dem Publikum im Alten Rathaus in Bebra. Er tanze immer und überall: vor dem Fernseher einen Niveau-Limbo und von der Couch ins Badezimmer lege er auch schon mal einen Moonwalk hin. Häufig stehe ihm beim Tanzen aber die Unbeweglichkeit im Weg. „Meine Beine wollen Elfen sein, ich bin aber zu langsam, unbeweglich und zu steif“, gestand der Mann am Klavier auf der kleinen Bühne.

Auf Einladung des Kulturzugs Bebra gastierte der Musikkabarettist schon zum zweiten Mal in der Eisenbahnerstadt und begeisterte mit Charme und Wortwitz die Besucher am Martinstag.

Bewegung ist gefählich

Tanzen sei schon immer sein Traum gewesen. Doch diese Art der Bewegung sei nicht ungefährlich, stellte der Tastenakrobat am Flügel fest. Um die vielen Todesfälle in seinem Programm zu registrieren, enthüllte Daniel Helfrich einen Zähler. Der zeigt am Ende die erschreckende Zahl von 35 an. Das erste Opfer mit dem ersten Eintrag auf der umklappbaren Anzeige war eine Tanzpartnerin von ihm. Als großer Fan der Tanzfilme „Grease“ und „Saturday Night Fever“ eifert Helfrich seinem Idol John Travolta nach. Das hieß: Schwarze Pomade ins Haar und ab in die Disco. Doch dort tropfte der Formgeber aus dem Schopf und seine Tanzpartnerin rutschte darauf aus. Die Folge: Genick gebrochen. Das war die Vorlage zum Lied „Die ist tot, die ist tot“ nach der Melodie von „Summer Nights“ aus „Grease“.

Der zweite Fall war ein Tanz im Regen, begleitet von dem Lied „Singing in the rain“ mit dem deutschen Text „Ob’s regnet oder schneit, ich wollt tanzen jeder Zeit“. Die Auswirkung: Die Tanzpartnerin bekam eine Lungenentzündung und starb. Das war eine weitere Nummer auf dem Todesfall-Zähler.

Drei Dimensionen sind laut Daniel Helfrich für den modernen Menschen wichtig: gesunde Ernährung, Sport und Bildung. Der Kabarettist zerpflückte die Anforderungen in seinen Liedern mit den Themen: Ich habe Hunger auf Fleisch, liege lieber auf der Couch als eine Runde zu joggen und lass’ vom Fernseher mich gern beschallen statt eine Buch zu lesen oder ins Theater zu gehen.

In weiteren Liedern schrieb Helfrich das Leben eines Bombenentschärfers („Er hatte eine zündende Idee“) und mit „Atemlos durch die Nacht, das Niveau ist abgeflacht“ sein Glück, kein Fan von Helene Fischer zu sein.

Dem Musikkabarettisten gelang es, die Themen des Abends kreativ und humorvoll in die Klaviermelodien einzubetten und auch das Publikum in sein Programm mit einzubeziehen. Das bedankte sich mit viel Applaus. Die nächste Veranstaltung des Kulturzugs Bebra ist das Silvesterkabarett mit Frank Sauer am 31. Dezember.

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