Facebook-Post sammelt viele gereckte Daumen

Einkäufe, Botengänge: 20-Jährige aus Bebra will in der Corona-Krise helfen

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Eine Stütze für Bebra: Roxanne Treuberg bietet in Zeiten der Corona-Krise gern ihre Hilfe an.

Die 20-jährige Roxanne Treuberg ist eine von vielen im Kreis Hersfeld-Rotenburg, die in der Corona-Krise helfen möchte. Auf Facebook bietet sie ihre Unterstützung an - mit Erfolg. 

Es ist der 13. März, das Coronavirus hat gerade den Landkreis Hersfeld-Rotenburg erreicht, als Roxanne Treuberg aus Bebra entscheidet, dass sie helfen will. Die 20-Jährige schreibt einen Beitrag mit ihrem Angebot in Bebras größte Facebook-Gruppe und setzt ein „Darf gerne geteilt werden“ mit lächelndem Smiley dazu. Treuberg wird daraufhin mit Lob überschüttet – und bisher zweimal zum Einkaufen losgeschickt.

„Wenn ihr ältere Leute aus Bebra kennt, die wegen der Infektionsgefahr Unterstützung beim Einkaufen brauchen, könnt ihr euch gerne bei mir melden“, heißt es in dem Facebook-Post. Auch kleinere Botengänge in Bebra und Ortsteilen sind möglich – alles kostenlos, versteht sich. „Es geht darum, dass ich einspringe, wenn Leute ihr Haus nicht mehr verlassen können oder wollen“, sagt Treuberg.

Es dauert etwas, bis sich das Hilfsangebot herumspricht und sich zwei ältere Frauen bei der 20-Jährigen melden. Es geht um kleine Besorgungen, einmal Nudeln, einmal Eier. Treuberg holt Einkaufszettel und Geld in einem Umschlag ab, zieht los und liefert den Einkauf samt Wechselgeld und Beleg bis vor die Tür. „Das lief total unkompliziert“, sagt sie.

Lieber mehr "Hilf-mir"-Anfragen als "Gefällt-mir"-Angaben

Die 20-Jährige ist in Wildeck aufgewachsen und hat an Bebras Beruflichem Gymnasium ihr Abitur gemacht. Seit Oktober wohnt die angehende Kauffrau für Büromanagement in der Biberstadt. Die Auszubildende musste nicht lange überlegen, bevor sie ihre Idee öffentlich gemacht hat: „Mir geht es gut und andere bekommen den Ratschlag, das Haus nicht mehr zu verlassen. Das war ein Automatismus.“ Angst, durch das Helfen selbst in Quarantäne zu landen, hat Roxanne Treuberg nicht: „Ich halte die Hygienevorschriften ein und bin nicht vorbelastet, ich begebe mich also nicht in Gefahr.“ Stattdessen hofft sie darauf, dass sich noch mehr Hilfesuchende bei ihr melden: „Ich hätte gern mehr „Hilf-mir“-Anfragen als „Gefällt-mir“-Angaben.“ Innerhalb von einer Woche haben 187 Nutzer den Beitrag mit einem gereckten Daumen markiert.

Helfen wollen war ein Automatismus: Der Beitrag von Roxanne Treuberg auf Facebook. Mit einem Klick auf die Pfeile oben rechts ist das komplette Bild zu sehen. 

Ihren Beitrag hat die Auszubildende in der Facebook-Gruppe „Du weißt du kennst Bebra, wenn du früher...“ veröffentlicht. Thema dort ist alles, was die Eisenbahnerstadt betrifft. Die 4589 Mitglieder sind nicht nur Bebraner, viele sind beigetreten, weil sie sich der Biberstand verbunden fühlen. Mittlerweile ist die 20-Jährige auch Mitglied in der Gruppe „Corona Nachbarschaftshilfe Bad Hersfeld und Landkreis“, bei der Hilfesuchende und Helfer kreisweit zusammengebracht werden sollen. Das Netzwerk hat rund 1570 Mitglieder.

Wer eine helfende Hand braucht erreicht Roxanne Treuberg unter: treubergroxanne@gmail.com.

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