Spende für die Rappelkiste  

Oskar hat einen Herzfehler: Seine Kita in Weiterode besitzt jetzt einen Defibrillator

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Daumen hoch für das Leben: Oksar-Martin Zimmermann hat einen Herzfehler, unterkriegen lässt er sich nicht. 

Weiterode. Der vierjährige Oskar ist lebenslustig – und kämpft seit seiner Geburt mit einem Herzfehler. In seiner Kita in Weiterode gibt es dank einer Spende jetzt einen Defibrillator.

„Das ist unheimlich beruhigend“, sagt Mutter Melanie Zimmermann, „nicht nur für mich und Oskar“. Natürlich sorgt das Gerät bei den Zimmermanns für das größte Gefühl der Sicherheit. Dass ihr Sohn nicht so wild toben kann wie andere Kinder, weiß seine Mutter, seit er drei Monate alt ist. 

„Er war schon vom Stillen schweißnass“, sagt sie. Seit Oskars Geburt wächst seine Herzscheidewand immer weiter und nimmt anderen Gefäßen den nötigen Raum. Gerade wenn das Herz bei Anstrengung schneller schlägt, gelangt nicht mehr genug Blut zu den einzelnen Zellen. Oskar darf also nie an seine körperlichen Grenzen gehen.

Krankheit nicht völlig heilbar

Zweimal pro Jahr muss Oskar in die Uniklinik nach Gießen, alle vier Wochen zur ärztlichen Untersuchung. Bald wird der Vierjährige operiert – völlig heilbar ist seine Krankheit nicht. „Das kauft vor allem Zeit“, sagt seine Mutter. Zeit, in der die Einschränkungen nicht so stark ausfallen: „Aber er kann essen, schlafen, atmen. Leben.“

Dreimal pro Tag bekommt der Vierjährige Betablocker – einmal davon in der Kita. Verantwortung abzugeben fiel den Zimmermanns nicht leicht. Doch zunächst die Tagesmutter und dann das Team der Rappelkiste haben ihr die Angst genommen. „Es war für uns auch eine Herausforderung“, sagt Kita-Leiterin Doris Janßen. 

Selbst bei kleinen Auffälligkeiten rund um Oskar ist bereits Alarm in der Kindertagesstätte. Dass die Betreuer sich der Herausforderung stellen, sei aber nie infrage gestellt worden.

Sorgen in der Kita Rappelkiste für gute Zähne und schnelle Hilfe im Notfall: von links Wolfgang Schneider (Lions Club Bebra Rotenburg), Renate Lissek (Jollydent), Viktoria Kramer (Arbeitskreis Jugendzahnpflege), Heinz Schlegel (Lions Club), Oskar-Martin Zimmermann auf dem Arm von Kita-Leiterin Doris Janßen, Stadtvertreter Uli Rathmann, Hans Spichalsky (Lions Club) sowie Ingeborg Kramer und Dr. Claus Kramer (beide Arbeitskreis). 

Dass es jetzt für den Notfall einen Defibrillator in der Kita gibt, ist dem Verein Jollydent („Zahnärzte und Patienten helfen Kindern“) sowie dem Lions Club Bebra-Rotenburg und der Matthias-Kaufmann-Stiftung zu verdanken. 

Der Kontakt kam durch den Einsatz der Rappelkiste für die Familie Schaub zustande: Mit Spendenaktionen hatte die Kita insgesamt 6000 Euro für die zwei schwerkranken Kinder der Weiteröder Familie gesammelt. Jetzt hoffen alle, dass der Defibrillator nie gebraucht wird. „Abstauben reicht mir, ich möchte ihn nicht benutzen müssen“, sagt Kita-Leiterin Doris Janßen.

Kita wurde ausgezeichnet

Zudem ist die Kindertagesstätte Rappelkiste für ihre Förderung der Zahnpflege ausgezeichnet worden: „Rundum mundgesund – wir sind dabei“, heißt das Prädikatssiegel des hessischen Sozialministeriums, der Jugendzahnpflege in Hessen und des regionalen Arbeitskreises Jugendzahnpflege Hersfeld-Rotenburg. 

In der Kita werde vorbildlich auf die Zahnpflege der Kinder geachtet, heißt es in einer Mitteilung. Bemerkbar mache sich das im Kita-Alltag dadurch, dass die Kinder ausschließlich Wasser, Mineralwasser und ungesüßten Tee aus Bechern trinken und gemäß des Zuckerfreien Vormittags frühstücken.

Das tägliche Putzritual: In der Rappelkiste werden Zahnpflege und gesunde Ernährung gefördert. 

Zudem werde mit den Kindern täglich das Zähneputzen geübt. In der Zahngesundheitsförderung arbeiten seit mittlerweile 25 Jahren Kitas, die Arbeitskreise der Jugendzahnpflege, Zahnärzte und Gesundheitsämter in Hessen zusammen. 

Die Urkunde übergaben die Geschäftsführerin des Arbeitskreises Jugendzahnpflege Hersfeld-Rotenburg, Renate Lissek, und Patenschaftszahnarzt Dr. Claus Kramer aus Weiterode. Beide lobten das Engagement der Erzieherinnen.

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