Sie haben Unternehmergeist

Demir-Brüder haben in Bebra einen Autohandel aufgebaut

Ein Meer von Autos: Mit „jungen Gebrauchten“ handeln die fünf Demir-Brüder in Bebra. Ihr Büro befindet sich in dem Haus, in dem sie aufgewachsen sind (hinten Bildmitte). Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Der Name Demir ist in Bebra ein Begriff: Fünf Brüder und drei Schwestern gehören zu den Demirs, die an der Göttinger Straße in Bebra aufgewachsen sind.

In dem Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht haben, arbeiten heute der Vater und alle fünf Brüder. Sie betreiben gemeinsam einen Autohandel. Gespielt haben die Jungs früher auf dem ehemaligen Posthof. Heute steht hier ein Auto neben dem anderen, die meisten Wagen der VW-Gruppe.

Die Bebraner, deren Eltern in den 70-er Jahren aus Anatolien nach Deutschland kamen, führen neben den Autohändlern Dick sowie Maier eines der drei erfolgreichsten Unternehmen mit Leasing-Fahrzeugen in Bebra. Das Geschäft läuft so gut, dass die drei Geschäftsführer Engin, Benjamin und Oskar Ende 2016 am Wiesenweg einen zweiten Standort eröffnet haben - auf dem Gelände des ehemaligen BMW Becker.

Den Standort an der Göttinger Straße wolle man aber nicht aufgeben, sagt Benjamin Demir (38), auch wenn das Entladen der Pkw hier mit Schwierigkeiten verbunden ist. Benjamin Demir hat das Geschäft zusammen mit seinem älteren Bruder Engin (43) aufgebaut.

Ihr Faible für Autos stand im Jahr 2000 am Anfang des Unternehmes. Die Brüder handelten nebenberuflich mit Autos, bis sie das Geschäft 2005 zu ihrem Haupterwerb machten. Die beiden kündigten ihre Stellen und konzentrierten sich ganz auf den Handel mit Kunden im Ausland.

Nach der Bankenpleite in den USA Ende 2008/09 musste sich die junge Firma neu orientieren. Auch der russische Markt brach nach Einführung von Einfuhrzöllen durch Putin ein. Heute kommen die Kunden zu 80 Prozent aus Deutschland, 20 Prozent aus dem Ausland wie Marokko, Tunesien, Polen, Tschechien und vielen anderen Ländern. Die Verständigung läuft meist in englischer Sprache, aber Demirs Frau, die aus Belgien kommt, und seine älteste Tochter sprechen auch Französisch.

Das Foto zeigt von rechts die beiden Geschäftsführer Benjamin und Engin Demir, links Josef. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Ständig stehen über 300 Wagen auf dem Gelände an beiden Standorten. Es sind sogenannte Leasingrückläufe, „junge Gebrauchte“, neben den VW-Marken inzwischen auch Opel, Mercedes und BMW: „Wir sehen, was der Markt verlangt“, erklärt Benjamin Demir, dessen Firma 20 Millionen Euro im Jahr umsetzt. Inzwischen beschäftigen die Brüder 24 Mitarbeiter. Dazu gehören auch Vater Demir und die Brüder Josef, Martin und Oskar, der als dritter Geschäftsführer fungiert. Drei Azubis lernen in dem Betrieb Automobil- oder Groß- und Einzelhandelskaufmann. Sie werden für den eigenen Bedarf ausgebildet.

Die Demirs sind christliche Aramäer und Mitgieder der syrisch-orthodoxen Kirche in Bebra. Er sei dankbar, in einem Land wie Deutschland zu leben und Deutscher zu sein, erklärt Benjamin Demir, wenngleich er seine Wurzeln nicht vergessen werde. Deutschland wolle er etwas zurückgeben. Vorurteile nehme er als Herausforderung an.

Wo sieht er die Gründe für den Erfolg? Fleiß, sagt Demir, und Ehrgeiz gehörten dazu. Und das Internet habe weltweit Märkte eröffnet. Für Hobbys bleibt dem 38-Jährigen keine Zeit. Sein Hobby seien seine drei Kinder. Glaube und Familie, erklärt er, sind ihm das Wichtigste im Leben.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung oder im E-Paper.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.