Vorverkauf läuft

Ellis Saal in Weiterode startet nach Corona-Pause mit vorläufigem Programm

Von links Klaus Wittich, Ute Holstein, Hans Holstein und Angelika August vom Verein Ellis Saal stehen vor dem Eingang zu Ellis Saal in Weiterode. Der Kulturverein bietet trotz Corona ein neues Programm an - mit Hygienekonzept für die Veranstaltungen. Die Vereinsmitglieder halten daher Masken mit der Aufschrift Ellis Saal in die Kamera.
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Sind „ein bisschen kulturverrückt“: von links Klaus Wittich, Ute und Hans Holstein und Angelika August vom Verein Ellis Saal.

Mit einem vorerst abgespeckten Programm, weniger Plätzen als gewohnt und einem Corona-Konzept startet der Kulturverein Ellis Saal ins neue Programm. Los geht es bereits am Samstag.

Weiterode - Den Auftakt macht ein Kabarettabend mit Frieda Braun. „Wir sind eben ein bisschen kulturverrückt und es muss weitergehen“, sagt der Vereinsvorsitzende Klaus Wittich. Wer auf das Programm schaut, dem kommt vieles bekannt vor: Sissi Perlinger und Ilja Richter geben sich die Ehre, Wolfgang Stumph wird bei einer Lesung „Höchstpersönlich“, die Mitmachshow „Caveman“ ist im November in Weiterode zu Gast und im März wird ein irischer Frühling gefeiert. Die fünf Termine sind im Frühjahr dem Corona-Lockdown zum Opfer gefallen und werden nun nachgeholt. „Wir hatten die beste Saison aller Zeiten und dann mussten die Veranstaltungen ausfallen“, sagt Wittich. Bis zum Corona-Schock waren 92 Prozent der Gesamttickets verkauft.

Der Erfolg wird nun zur Herausforderung. Grund sind die pandemiebedingten Auflagen, durch die es in Ellis Saal mit 129 Stühlen nur noch gut ein Drittel der üblichen Plätze gibt. Weil nicht mit jedem Künstler ein Zusatztermin vereinbart werden konnte, müssen die bereit verkauften Tickets der Nachholtermine nach dem Windhundprinzip storniert werden: Wer zuerst gebucht hat, behält seine Eintrittskarte. „Für mich persönlich ist das ein Albtraum“, sagt Ute Holstein vom Vorstand. Und das nicht nur emotional – wie viel Zeit und Nerven sie durch das Corona-Chaos gelassen hat, will sie lieber nicht schätzen.

Viele Veranstaltungen hängen noch in der Schwebe

Zudem geht das neue Programm auch ans Geld: „Das kann nicht kostendeckend funktionieren“, sagt Klaus Wittich. „Jede Veranstaltung wird ein Minus.“ Der Verein sei aber gut aufgestellt, habe Rücklagen. „Wir halten das durch“, sagt der Vorsitzende. Neue Veranstaltungen sind bisher bis Ende Dezember angesetzt (siehe Hintergrund). Allerdings gibt es die Option auf mehr: Weil das Programm für die Saison 2020/2021 schon vor der Corona-Sperre geplant war, stehen die Verträge mit weiteren Künstlern bereits, unter anderem Fernseh-Komiker Bernhard Hoecker („Switch“). Bevor aber Termine angesetzt und Karten verkauft werden, will der Verein das Publikumsinteresse abwarten. „Das Gros der Veranstaltungen ist noch in der Schwebe“, sagt Wittich. Mitte November soll in Ellis Saal ausgelotet werden, ob das Programm um weitere Termine aufgestockt wird.

  • Das vorläufige Programm: Auftakt mit Frieda Braun und die Option auf mehr
  • Samstag, 12. September: Kabarett-Abend mit Frieda Braun. „Erst mal durchatmen“ erzählt Geschichten aus dem „Dschungel menschlicher Gefühle und zwischenmenschlicher Beziehungen“ – kauzig überspitzt. Beginn: 20 Uhr. Karten ab 24 Euro.
  • Samstag, 10. Oktober: Mini-Musical trifft Kammerspiel bei „Cocodello – Auf alten Pfannen lernt man Kochen“. Cornelia Schirmer und Delio Malär liefern sich einen Schlagabtausch mit Text, Ton und Witz. Beginn: 20 Uhr. Karten ab 21 Euro.
  • Sonntag, 8. November: Politische Satire mit Distel Berlin. Bei „Skandal im Spreebezirk“ geht es um Corona und „Mutti“ Merkel. Beginn: 18 Uhr. Karten ab 23 Euro.
  • Freitag und Samstag, 11. und 12. Dezember: Kabarett mit Patrizia Moresco übers Wichteln bis zur Selbstaufgabe und Zwangsvöllerei. „Schlimmer die Glocken nie klingen“, Beginn: 20 Uhr. Karten ab 21 Euro. cig
  • Tickets können über die Webseite des Vereins und über Reservix bestellt und zu Hause ausgedruckt werden. Karten gibt es zudem bei allen Geschäftsstellen der HNA.

Bis dahin hat auch das Corona-Konzept den Härtetest bestanden, in das der Verein gut 1000 Euro investiert und das er dem Gesundheitsamt vorgelegt hat. Betreten wird Ellis Saal mit Mund-Nase-Schutz, auch beim Toilettengang und in der Pause muss die Maske getragen werden. Getränke gibt es nur im Biergarten zu kaufen. Wer einmal auf seinem Platz sitzt, kann den Schutz allerdings abnehmen. Alle 45 Minuten, also in der Pause, wird kräftig gelüftet. „Wir wissen um unsere Verantwortung und gehen entsprechend damit um“, sagt der Vereinsvorsitzende. „Wir wollen auf keinen Fall zum Corona-Hotspot werden.“ Ein gut eineinhalb minütiges Video mit den Kunstfiguren Frau Elli und Herr Saal erklärt zudem vor jedem Auftritt die Regeln.

Der Weiteröder Kulturverein hat 397 Mitglieder, die bereits seit 14 Tagen Zugriff auf die Tickets haben. Bisher läuft der Verkauf verhalten an. „Die Leute sind vorsichtig geworden“, sagt Ute Holstein, „gebucht wird das, was man kennt.“ (Von Clemens Herwig)

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