Drei Vorschläge für eingezäuntes Gewässers im Mende-Park

Teich-Problem in Bebra neu diskutiert

Der Fontänenteich im August-Wilhelm-Mende-Park, umgeben von einem zwei Meter hohen Bauzaun.
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Der Fontänenteich im August-Wilhelm-Mende-Park ist heute umgeben von einem zwei Meter hohen Bauzaun.

In die Diskussion um den abgesperrten Fontänenteich im August-Wilhelm-Mende-Park in Bebra kommt Bewegung: Der hohe Bauzaun könnte bald verschwinden.

Bebra - Die Stadt Bebra hatte das Gewässer nach dem Urteil im sogenannten Teichprozess umzäunt, um bei Unfällen nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden.

Jetzt bekräftigte die CDU bei den Beratungen in den Ausschüssen erneut, dass der Teich noch in diesem Winter abgelassen und vom Schlamm befreit werden soll. Ergänzend solle sich der Magistrat um Fördergeld aus dem Stadterneuerungsprogramm „Sozialer Zusammenhalt“ für eine Umgestaltung des gesamten Parks bemühen, bei der auch der Teich optisch ansprechender gesichert werden soll. Damit greifen die Christdemokraten den Punkt auf, der im September zur erneuten Beratung in den Ausschüssen geführt hatte – die SPD will den Ideen aus der Stadterneuerung zur Parkgestaltung nicht vorgreifen.

Bürgermeister Stefan Knoche schlägt derweil eine Arbeitsgruppe vor, die möglichst zeitnah ein Konzept zur Umgestaltung des August-Wilhelm-Mende-Parks samt Fontänenteich erarbeiten soll, um damit in Wiesbaden auf Fördergeld-Jagd zu gehen. Die bisherigen Erfahrungen bei den Anträgen im Zuge der Stadterneuerung hätten gezeigt, dass die Abwicklung rasend schnell und unkompliziert verlaufe. Die Arbeitsgruppe solle die Vorarbeit leisten und die Bürger sollten beteiligt werden, sobald Fördergeld vorhanden ist.

Hintergrund von Knoches Vorschlag ist eine Überprüfung der städtischen Anlagen durch die Firma Sicherheitstechnik Stolz aus Bad Hersfeld, die Bebra auch bei Kindergärten und Spielplätzen berät. Das Ergebnis: Ein Zaun im Mende-Park sei nicht nötig. Ein Warnschild mit dem Hinweis „Schwimmen verboten“ und ein vor Ort zur Verfügung gestellter Rettungsring, „und wir sind auf der sicheren Seite“, fasste Knoche die Überprüfung zusammen – so hält es auch die Kreisstadt mit ihren Anlagen. Überprüft wurden in Bebra der Fontänenteich, die Löschwasserteiche in Rautenhausen und Solz sowie der Weiteröder Teich. Bei einer ersten Einschätzung hatten die Versicherung der Stadt und der Hessische Städte- und Gemeindebund noch zu einem Zaun geraten, berichtet der Bürgermeister – seien sich aber bereits bei dessen Höhe nicht einig gewesen. Offen bleibe, wer letztendlich recht behalte. „Ich habe aber keine schlaflosen Nächte, wenn dort kein Zaun mehr steht“, so Knoche.

Die CDU signalisierte bereits Bereitschaft für den Arbeitsgruppen-Vorschlag, die SPD zögert. Der Teich könne bis Frühjahr warten, sagte Gerhard Schneider-Rose für die Sozialdemokraten, die eine Umgestaltung des Mende-Parks im Zuge der Stadterneuerung wollen. „Da haben Leute ihr Herzblut reingegeben“, erinnerte Christina Kindler an den Einsatz der Bürger während der Konzeptentwicklung. Fest steht: Die Frage ist nicht ob, sondern wann der Bauzaun um den Teich verschwindet. Eine eindeutige Empfehlung gab aus allen drei Ausschüssen nicht. Jeweils fünf Mitglieder enthielten sich, die CDU stimmte stets für ihren Antrag.

Hintergrund

Im Sommer 2016 sind drei Geschwister in einem Dorfteich in Neukirchen-Seigertshausen im Schwalm-Eder-Kreis ertrunken. Für die Sicherheit auf dem Gelände ist die Stadt als Eigentümerin und letztlich der Bürgermeister zuständig, entschied ein Gericht im Februar 2020. Die Risiken des Teiches – wie eine glitschige Böschung – seien nicht erkannt und beseitigt worden. Bürgermeister Klemens Olbrich wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, die für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde. Der Rathauschef ist in Berufung gegangen. 

Von Clemens Herwig

Der Fontänenteich vor einigen Jahren.

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