Auf dem B-Platz der Bieberkampfbahn

Fußball-Teppich für 600.000 Euro: FV Bebra baut ersten Kunstrasenplatz im Altkreis Rotenburg

Soll spätestens in zwei Monaten fertig sein: der neue Kunstrasenplatz auf dem „alten B-Platz“ der Biberkampfbahn in Bebra.
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Soll spätestens in zwei Monaten fertig sein: der neue Kunstrasenplatz auf dem „alten B-Platz“ der Biberkampfbahn in Bebra.

In sechs bis acht Wochen soll er fertig sein: der erste Kunstrasenplatz im Altkreis Rotenburg.

Bebra – Dieses Ziel hat der 1. FV Bebra für den neuen Kunststoffteppich auf dem „alten B-Platz“ der Biberkampfbahn beim symbolischen Spatenstich ausgegeben. Kosten soll das 100 mal 55 Meter große Spielfeld rund 600.000 Euro.

Als vor gut zwei Jahren ein geplantes EU-Verbot von Mikroplastikgranulat auf Kunstrasenplätzen bundesweit Staub aufwirbelte, „gab es einen kleinen Knick in der Entwicklung“, sagt Bebras Bürgermeister Stefan Knoche (parteilos) rückblickend, „aber ich freue mich, dass es jetzt endlich losgeht“.

Architekt Albert Hess aus Neuenstein, der den Platz als „große Erleichterung für die Vereine“ bezeichnet, stellt klar, dass der Kunstrasen ohne Granulat auskomme, dafür mit Sand aufgefüllt werde. Auch wenn es komisch klingt: Der Kunstrasenplatz muss regelmäßig gewässert werden, um dem sogenannten Rutschbrand vorzubeugen. Sonst könnte eine Grätsche für schmerzhafte Schürfwunden sorgen. „Die Bewässerung erfolgt über eine Zeitschaltuhr, die sich nach Temperatur und Niederschlag richtet“, erklärt Architekt Hess. Der grasgrüne Kunstrasen eines belgischen Herstellers, der über eine vier Zentimeter hohe Kunstgrasnarbe verfügt, wird in den kommenden Wochen in Bahnen auf dem Platz eingesetzt. Das Spielfeld bekommt eine vier Meter breite Umrandung, zudem soll eine sechs Meter hohe Zaunanlage dafür sorgen, dass keine Bälle zum Nachbarn, einer Firma für Filtertechnik, fliegen. Alles in allem rechnet der 1. FV Bebra als Bauherr, der den Platz für 20 Jahre von der Stadt gepachtet hat, mit Kosten in Höhe von 600.000 Euro. 150.000 Euro steuert die Stadt bei, 110.000 Euro kommen vom Land, 22.000 Euro vom Landkreis. Die Erdarbeiten sponsert die Firma Beisheim dem Verein.

Landrat Dr. Michael Koch (CDU) stellte beim Spatenstich das Engagement seines Parteifreundes Herbert Höttl heraus, der sich unermüdlich für Förder- und Spendengeld eingesetzt habe. „Er hat uns alle geradezu drangsaliert. Sogar vor dem Innenminister hat er nicht halt gemacht“, erinnerte sich Koch.

Da der Platz auch von Schulen und interkommunal genutzt werde, habe der Landkreis zugesagt, den Verein darüber hinaus zwölf Jahre lang jährlich mit 8000 Euro zu unterstützen, also insgesamt 96.000 Euro, damit dieser ein für den Kunstrasenplatz aufgenommenes Darlehen tilgen kann.

Den Rest des Geldes bringt der Verein selbst und mithilfe von Spenden auf. Unter anderem verkaufen die Stadt, der 1. FV Bebra und die FSG Bebra symbolisch Teile des neuen Kunstrasens. Ein Quadratmeter kostet 25 Euro. Laut der Internetseite des Patenschaftsprojekts sind noch 72 Prozent des Platzes ohne Sponsoren.

Mehr Infos dazu unter kunstrasen.fsg-bebra.de. (Sebastian Schaffner)

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