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Ein Paradies für Schleiereulen: Nabu-Gruppe Solz schafft neue Nistplätze für Vögel

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Von: Anna-Laura Weyh

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Ein neues Plätzchen für Schleiereulen und Mauersegler: Von links Grundstückseigentümer und Nabu-Mitglied Hans-Christian von Verschuer und Nabu-Vorsitzender Dieter Gothe stehen vor dem Einflug der Eulenstube und den Nistkästen für Mauersegler. Am Einflugsloch ist ein Ast als Anflugstange zu sehen.
Ein neues Plätzchen für Schleiereulen und Mauersegler: Von links Grundstückseigentümer und Nabu-Mitglied Hans-Christian von Verschuer und Nabu-Vorsitzender Dieter Gothe stehen vor dem Einflug der Eulenstube und den Nistkästen für Mauersegler. Am Einflugsloch ist ein Ast als Anflugstange zu sehen. © Anna Weyh

Um den Bestand der Schleiereulen zu schützen, gibt es in Solz nun die erste Eulenstube der Region.

Solz – Die steilen Treppenstufen hinauf, durch eine Holztür hindurch und noch eine Leiter erklimmen. Dann stehen die Mitglieder der Naturschutzbund-Gruppe (Nabu) Solz vor ihrer Eulenstube. Das Projekt ist in der Region einzigartig und die Brutstätte ist nach etwa einem Jahr und mehr als 100 Stunden Arbeit nun bezugsbereit für die Schleiereulen.

Die Nabu-Gruppe liegt damit genau auf Kurs. „Denn die Brutzeit der Schleiereulen beginnt bereits Ende März“, sagt Vorsitzender Dieter Gothe.

Die Eulenstube liegt am Burgring in Solz auf dem Anwesen von Hans-Christian von Verschuer. „Die Gegend muss stimmen für die Schleiereulen“, sagt der Grundstücksbesitzer, der auch im Nabu Mitglied ist. „Wir haben hier offene Gras- und Wasserflächen, Büsche und Sträucher, aber auch Streuobstwiesen und andere hohe Bäume“, sagt er. Außerdem hat die Nabu-Gruppe 15 Nistkästen für Mauersegler an den Giebeln des Gebäudes angebracht.

Dem Solzer liegt der Naturschutz am Herzen. Mehrere geschützte Arten zählt von Verschuer auf seinen Grundstücken. Auch Schwalben und Fledermäuse fühlen sich schon wohl zwischen den Gemäuern. „Jetzt können auch noch Mauersegler und Schleiereulen dazukommen“, sagt er. Schleiereulen sind in dieser Gegend verbreitet, sagt Gothe. „Früher gab es Eulen in den Scheunen auf jedem Bauernhof. Dagegen hatte auch niemand etwas, denn die Bauern lagerten dort Getreide, und die Eulen hielten die Mäuse fern davon“, sagt der Nabu-Vorsitzende.

Stehen in der Eulenstube: Tatjana Wandel von der Nabu-Gruppe Solz und Jörg Hohmeister, Zimmermeister aus Bebra, der die Eulenstube geplant hat.
Stehen in der Eulenstube: Tatjana Wandel von der Nabu-Gruppe Solz und Jörg Hohmeister, Zimmermeister aus Bebra, der die Eulenstube geplant hat. © Anna Weyh

Heute gibt es weniger Bauernhöfe: „Den Eulen fehlen die Plätze – und die Mäuse“, sagt von Verschuer. Um die Schleiereulen zu erhalten und sogar ihre Verbreitung zu fördern, müssten die Menschen sie auch vor Ort akzeptieren, betont Nabu-Vorstandsmitglied Tatjana Wandel. „Sie machen eben auch Dreck“, sagt sie. „Und sind auch nicht ganz leise“, ergänzt von Verschuer und lacht.

Die Projektkosten von 3500 Euro wurden vom Land Hessen übernommen. Mit umgesetzt hat die Eulenstube Jörg Hohmeister, Zimmermeister aus Bebra. Er hat die Baupläne entwickelt. „Wir mussten auf vieles achten. Es sollte witterungsbeständig und sicher vor Mardern und Waschbären sein, aber sich auch auf natürliche Weise an den Eulen-Alltag anpassen“, sagt Hohmeister. Er habe viel dazugelernt. „Es war ein spannender Prozess“, sagt er.

Gern habe er in das Projekt Zeit investiert. „Ich tue gern etwas für die Region und arbeite deswegen auch mit regionalen Produkten“, so der Zimmermeister. Die Eulenstube in Solz bietet nun genug Platz für künftige Schleiereulen-Familien. Sie ist mit Ästen als Anflugstangen ausgestattet. „Die Eulenkinder können sich dort dann in einem geschützten Raum erst einmal ausprobieren, bevor sie sich nach draußen in die Natur wagen“, sagt Tatjana Wandel. (Anna Weyh)

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