Die einen zahlen mehr, die andern weniger: MZV ordnet Müllgebühr neu

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Ändert seine Gebührenstruktur: der Müllabhol-Zweckverband Rotenburg mit Sitz in Bebra. 

Bebra / Rotenburg / Ronshausen. Zum Jahresbeginn haben sich die Müllgebühren in Bebra, Rotenburg und Ronshausen grundlegend geändert.

Der Müllabhol-Zweckverband (MZV) hat seine Satzung deutlich angepasst. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ändert sich für die Gebührenzahler?

Der MZV hat die Grundgebühr für die Müllabfuhr angehoben, dafür aber die Gebühr pro Leerung der Hausmülltonne gesenkt. Deshalb hat die neue Satzung für verschiedene Haushalte verschiedene Folgen: Wer seinen Müll häufig leeren lässt, zahlt künftig weniger; wer die Tonne nur selten rausstellt hat, muss nun mehr bezahlen.

Wie genau haben sich die Gebühren geändert?

Für die besonders beliebte 60-Liter-Restmülltonne kostet die Grundgebühr nun 4 Euro im Monat statt bisher 2,60 Euro, für das 120-Liter-Gefäß berechnet der MZV nun 8 statt 5,20 Euro. Dafür sind die Leerungsgebühren von 3,50 auf 1,95 Euro (60-Lter-Tonne) beziehungsweise von 7 auf 3,90 Euro gesunken.

Wer zahlt jetzt mehr, wer zahlt weniger?

Für beide Tonnengrößen liegt die Grenze bei knapp elf Leerungen. Wer also bisher weniger Leerungen hatte, muss drauflegen, wer die Tonne öfter rausstellt, spart. „Im Prinzip lohnt es sich nicht mehr, den Restmüll in den Altkleidercontainer zu stecken“, fasste ein Mitglied der MZV-Verbandsversammlung die Folgen der neuen Satzung überspitzt zusammen. Da der durchschnittliche MZV-Kunde die kleine Tonne 9,59-mal leeren lässt, wird er im Jahr knapp zwei Euro mehr bezahlen. Der durchschnittliche Kunde mit einer 120-Liter-Tonne kann sich freuen: Er lässt sie bislang 13,79-mal leeren und spart demnach etwa neun Euro pro Jahr. Beim MZV sind aktuell knapp 7900 60-Liter-Tonnen und 2700 120-Liter-Gefäße im Umlauf.

Nimmt der MZV dadurch unterm Strich mehr ein?

Das tut er nicht, die Gebühren werden nur anders verteilt. Bisher wurden über die Grund- und Leerungsgebühren für den Restmüll rund 1,26 Millionen Euro eingenommen. Jetzt liegen sie bei 1,24 Millionen Euro, der Zweckverband nimmt also sogar weniger Gebühren für den Restmüll ein.

Warum dann überhaupt die Satzungsänderung?

Damit sollen die Ausgaben gerechter auf die Kunden verteilt werden, erklärte der MZV-Vorsitzende Hartmut Grünewald vor der Verbandsversammlung, die die Satzungsänderung bei einer Gegenstimme angenommen hat.

In den vergangenen Jahren seien die Fixkosten des Verbands für Verwaltung, Fuhrpark et cetera gestiegen, wohingegen die eigentliche Müllabfuhr günstiger geworden ist. Genau das soll mit der Neuordnung der Gebühren abgebildet werden, erklärt Grünewald. Er weist auch darauf hin, dass die Grundgebühr zwar anhand der Restmülltonne berechnet wird, über sie aber der grundsätzliche Anschluss an das Müllsystem abgegolten wird. So werden die MZV-Kunden für die Abfuhr von Altpapier gar nicht separat zur Kasse gebeten.

Was ist mit der umstrittenen Vorhaltegebühr für die Biotonne?

Das ist die uneingeschränkt gute Nachricht: Der MZV hat die Vorhaltegebühr von 18 Euro im Jahr ersatzlos gestrichen. Wer also seinen Biomüll selbst kompostiert, wird nun nicht mehr zur Kasse gebeten. Für alle anderen bleibt die Jahresgebühr für die Biotonne unverändert (36 Euro pro 60-Liter-Gefäß).

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