Neubaustrecke Fulda-Gerstungen

Einstimmig für Bebra Süd: Stadtparlament unterstützt Vorstoß für Fernverkehrshalt

Das Bild zeigt den Bahnhof und den Lokschuppen Bebra mit vielen Gleisen. Es ist ein Symbolbild.
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Der Bahnhof Bebra soll nicht selbst zum ICE-Halt werden. Aber irgendwie doch. Ein Satelliten-Halt könnte südlich des Bahnhofs entstehen: Bebra Süd.

Das Rennen um den Fernverkehrshalt im Kreis Hersfeld-Rotenburg auf der Neubaustrecke Fulda-Gerstungen läuft bereits und Bebra soll endlich aufholen.

Bebra –So zumindest die Entscheidung im Stadtparlament in der Sitzung am Donnerstag. Einstimmig sprachen sich die Stadtverordneten dafür aus, bei den Planern der Bahn für den Vorschlag eines Satelliten-Bahnhofs zwischen Weiterode, Breitenbach und Blankenheim zu werben.

Bis zu zwei Kilometer südlich des bestehenden Bahnhofs soll laut dem Vorschlag der Stadt auf Basis einer Stellungnahme des Fachbüros Ederlog ein neuer Fernverkehrshalt entstehen. Beide Haltestellen könnten über ein automatisches Shuttle – als Beispiel wird etwa die Hochbahn am Frankfurter Flughafen genannt – verbunden werden.

Mit dem eindeutigen Votum des Stadtparlaments stehen die Vorzeichen nun anders als noch bei der Diskussion um eine Streckenführung über den Bahnhof in der Innenstadt selbst. Für den Vorschlag aus der Bebraer Ortsgruppe der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte es im November nur eine knappe Mehrheit gegeben, während sich die Nachbarkommunen Ronshausen und Wildeck bereits für einen Fernverkehrshalt in der Eisenbahnerstadt ausgesprochen hatten. Beim Vorschlag für den Satelliten-Bahnhof legt nun das Bebraer Parlament vor – die Rückendeckung der Nachbarn, darunter jetzt auch Alheim und Rotenburg, soll folgen. Die Cornberger Gemeindevertretung stimmte am Donnerstag ebenfalls einstimmig zu.

Vor allem die SPD befürchtete durch einen Fernverkehrshalt in Bebra Nachteile für den Güterverkehr, Jobverluste sowie einen aufwendigen Umbau des bestehenden Bahnhofs. Diese Bedenken gebe es bei dem Vorschlag südlich von Bebra nicht: „Wir können uns das vorstellen“, sagt Fraktionsvizechefin Christina Kindler. Ein Bahnhof auf der grünen Wiese – der neben einem Fernverkehrshalt in Bad Hersfeld derzeit vor allem im Gespräch ist – sei ein „ökologisches Desaster“, das verhindert werden müsse, so Michael Fernau im Parlament. Der Sozialdemokrat lobte den Einsatz von Bürgermeister Stefan Knoche, eine Lösung für Bebra zu finden – und übte Kritik an dessen Vorgänger Uwe Hassl. „Wir hätten uns schon vorher gemeinsam mit den Nachbarkommunen stark machen müssen“, so Fernau. Diese seien stattdessen verprellt worden, sind sich CDU und SPD einig.

Die Christdemokraten bleiben bei ihrer Unterstützung für einen Fernverkehrshalt in Bebra – auch wenn der nun nicht mehr direkt in der Eisenbahnerstadt entstehen soll. „Du hast keine Chance, aber nutze sie“, zitierte Michael Gauler den deutschen Filmemacher und Schriftsteller Herbert Achternbusch. Der Zug sei noch nicht abgefahren: „Wir sollten unseren Hut wieder in den Ring werfen.“ Einig war man sich im Parlament allerdings auch, dass weder von der Landespolitik noch aus Bad Hersfeld Unterstützung zu erwarten sei. (Clemens Herwig)

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