Fest für Eisenbahn-Fans - die Faszination scheint ungebrochen

Vor der Gravita: Eisenbahner Helmut Schade und seine Frau Inge.

Bebra. Das kleine Bahnhofsfest in Bebra hat am Samstag wieder einmal gezeigt, wie viele Menschen von der Bahn fasziniert sind. Viele Besucher kamen.

Ein neues Einkaufszentrum für die Biberstadt. Ein neues Gesicht für den Bahnhof. Grund genug, um im Herzen der Eisenbahnerstadt „Dampf“ zu machen und Bebras Glanz und Gloria wiederaufleben zu lassen.

Zumindest andeutungsweise, denn leider sind beim Bahnhofsfest keine Dampflokomotiven vor Ort. Aber die alte, in stilechtem Blau auf Gleis 3 auf Besucher wartende E 10 348 und das erste Exemplar der Baureihe 41 ziehen Fans aus weitem Umkreis an. Tobias Mühlbauer aus Bebra und seine Schwester Nicole beobachten alles schon vom Parkplatz an der Gilfershäuser Brücke aus.

Bilder vom Bahnhofsfest:

Kleines Bahnhofsfest in Bebra

Vor dem Inselgebäude stehen Mütter und verkaufen Kaffee und Waffeln zugunsten des Spielkreises „Kleine Biber“. Eine willkommene Stärkung, denn wo soll man anfangen mit dem Besichtigungsprogramm? Im Doppelstockzug von DB Regio Hessen? Oder bei der fast funkelnagelneuen Voith-Lok Gravita 265 15L BB? Helmut Schade aus Mecklar, der von Bebra aus für die Standorte Kassel und Koblenz zuständige Gruppenleiter Technische Wagenbehandlung, erklärt seiner Frau Inge, wie der Zug läuft.

Jede Menge Papis und Mamis sind mit ihren Nachwuchseisenbahnern unterwegs. Aber auch ältere Damen, die auf der E 10 das Stufenschaltwerk ausprobieren und Abfahrten simulieren. Angeleitet von ehemaligen Lokführern, aber auch von aktiven wie Ralf Tann aus Weiterode auf der benachbarten K+S-Werbelok 185 152.

Schnell geschaltet: Angeleitet vom Lokführer im Ruhestand Klaus Dieterle, Zweiter von rechts, und beobachtet vom früher als Lokführer und jetzt als Pflegefachkraft tätigen Helmut Heiderich, Zweiter von links, sowie von Gisela Karpenstein, rechts versuchte sich hella Krug am Stufenschaltwerk der E 10. Fotos: Apel

Mit Sonnenbrille tauchen auf einmal HR3-Moderator Tim Frühling und Sebastian Kasper auf. Der als „Wetterfrosch“ bekannt gewordene Frühling hat Ende April in Frankenberg im Rahmen des Innenstadt-Wettbewerbs „Ab in die Mitte!“ die Veranstaltung moderiert, bei der Bebra 21 000 Euro Preisgeld erhalten hat. Er ist extra aus Frankfurt angereist, um Eindrücke zu sammeln für sein neues Buch, das rund um Bad Hersfeld spielen soll. Derweil fährt die dunkelgrüne E 40 128 mit zwei historischen Reisezug-Abteilwagen vorbei. Sie ist auf Pendelfahrt von Mecklar nach Bebra-U. Jede Stunde fahren knapp 50 Leute mit.

Der NVV und der Fahrgastverband Pro Bahn bieten Informationen aus erster Hand. Gerd Müller und Peter Zander vom Henschel-Museum und -Archiv Kassel haben alte Lokbeschreibungen und Werkszeitungen sowie CDs im Angebot. Und für Modellbahnfans präsentieren die Hersfelder Eisenbahnfreunde und der Modellbahnclub Fulda Anlagen in den Spurweiten II und H0. Manfred Klöpfel, Bauamtsleiter im Ruhestand, Eisenbahn-Enthusiast und mit Patrick Rehn Mitorganisator des Bahnhofsfestes, lässt den Nachmittag ruhig ausklingen. Mit einer Tasse Kaffee in der Hand schaut er Maximilian Präscher aus Steinau an der Straße zu, wie der im Modell-Bw Dampfloks zur Bekohlungsanlage fahren lässt. Fast wie in alten Bäwerschen Zeiten.

Von Wilfried Apel

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