Flüchtlinge kommen erst ab Oktober nach Solz

Der Gebäudekomplex in Solz: Hier sollen ab Oktober Flüchtlinge wohnen, erklärt Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Solz. In Solz sollen vor Oktober keine Flüchtlinge untergebracht werden. Das stellt die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz klar.

Der Mietvertrag für das entsprechende Gebäude sei am 1. September geschlossen worden, das Mietverhältnis beginne zum 1. Oktober. „Die Information der Bürger hat Vorrang vor einer Belegung“, betonte Künholz.

Am Wochenende hatte Bürgermeister Uwe Hassl darüber informiert, dass in Kürze Flüchtlinge nach Solz kommen werden.

Für die Unterbringung der kurzfristig dem Kreis in großer Zahl zugewiesenen Flüchtlinge ist die Erste Kreisbeigeordnete zuständig. Sie sei die „Falschinformationen und wiederholten Beschuldigungen leid, die gegen meine Person und meine Mitarbeiter gestreut werden“, erklärte Künholz. Das Thema Flüchtlingsunterbringung solle nicht für Lügen, Halbwahrheiten, Gerüchte oder Anschuldigungen missbraucht werden. Damit mache man keine Politik.

Unglaubliche Aufgabe für alle 

Elke Künholz

Bund, Länder, Kreise und Kommunen stünden vor einer unglaublichen Aufgabe, welche nur gemeinsam und in aller Sachlichkeit zu meistern sein werde. „Ein politisches Anheizen mit diesem Thema dient nicht dazu, dass unsere Gesellschaft diese immense Aufgabe bewältigen kann. Rechte und „ja aber“-Diskussionen lenken davon ab und zerstören den notwendigen gesellschaftlichen Konsens“, betont Künholz. Sie erklärt, sie habe Bürgermeister Hassl schon vor Wochen darüber unterrichtet, dass dem Landkreis in Solz ein Haus für die Unterbringung von Asylbewerbern und Flüchtlingen angeboten worden sei. Sie habe mehrfach telefonisch versucht, Kontakt mit Hassl herzustellen, habe ihn aber erstmals am 26. August erreicht. Das Vorgehen von Hassl und dem Ortsvorsteher über die Zeitung sei, „ganz vorsichtig gesagt, eine Frechheit und einer Amtsperson nicht würdig“, so die Erste Kreisbeigeordnete.

Dem Vorschlag des Bürgermeisters, Flüchtlinge vorübergehend in Zelten unterzubringen oder im Winter in einer Halle, erteilt Künholz eine klare Absage. „Wir gehen auf die Wintermonate zu, da verbietet sich die Unterbringung in Zelten von selbst.“ Allerdings warte sie auf Vorschläge, welche Halle in Bebra vom Bürgermeister angeboten werde.

„So leicht machen wir es uns nicht“, sagt Künholz. Man suche mit Hochdruck nach festen Unterkünften. Die Züge seien schon in München, und man brauche jede Möglichkeit, um für die Flüchtlinge eine menschenwürdige Unterbringung sicherzustellen, „und zwar gemeinsam“.

Künholz kritisiert, sie sei es leid, dass sich Amtsträger auf ihre Kosten gegenüber den Einwohnern reinwaschen würden. Statt zur Richtigstellung benötige sie die Zeit zur Bewältigung der Herausforderungen.

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