Leichten Herzens geht er nicht

Mit Musik Kinder erreicht: Förderschulleiter Reinhold Track geht in den Ruhestand

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Verlässt die August-Wilhelm-Mende-Schule: Reinhold Tracks Dienstzeit endet.  

Bebra. Ganz leichten Herzens geht er nach 29 Jahren Schulleitertätigkeit nicht. Aber Rektor Reinhold Track weiß die Bebraer August-Wilhelm-Mende-Schule als kreisweit einzigartige „Förderschule für geistige Entwicklung“ gut aufgestellt.

Die Zahl der Schülerinnen und Schüler ist von 46 im Jahr seiner offiziellen Ernennung zum Schulleiter auf jetzt 95 und die Zahl der auch als Teilzeitkräfte arbeitenden Lehrkräfte von 12 auf jetzt 40 angestiegen. Damit einhergehend habe sich, so berichtet Track, nicht zuletzt aufgrund des Einsatzes von Altlandrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, der Kreisgremien und des Fördervereins, die Ausstattung der Schule erheblich verbessert. Sie ist seit 2006 Ganztagsschule mit Mittagsverpflegung und sehe sich selbst als staatliche Schule, an der die individuelle Förderung in sozialer Gemeinschaft im Vordergrund stehe.

Zivildienst war Auslöser

Dem als Arbeiterkind in der Nähe von Wetzlar geborenen, gesundheitsbedingt schon ein Jahr früher in den Ruhestand gehenden 64-Jährigen war es nicht in die Wiege gelegt, dass er Sonderschulpädagogik mit Schwerpunkt Praktisch Bildbare studieren und schließlich als Schulleiter reüssieren würde.

Erst beim Zivildienst, den er an einer Schule für körperbehinderte Kinder in Gießen ableistete, kam ihm die Idee, dass in diesem Bereich sein beruflicher Schwerpunkt liegen könnte. „Die Arbeit hat mir Spaß gemacht, ich bin gut mit den Kindern klar gekommen. Vor allen Dingen war es schön, dass ich sehr viel mit Musik machen konnte“, erinnert sich der Schulleiter, der seit seinem 17. Lebensjahr in allen möglichen Musikgruppen gespielt hat und heute Mitglied der „Shades of Colour“ ist. „Wahrscheinlich hat die mit meinem Musikunterricht verbundene, klassenübergreifende Tätigkeit auch dazu geführt, dass ich Schulleiter geworden bin“, blickt der zurückhaltend auftretende Track zurück.

Was „seine“ Schullandschaft anbelangt, glaubt er feststellen zu können, dass es tendenziell weniger Schüler mit typischen Behinderungssyndromen wie etwa dem Down-Syndrom und tendenziell mehr schwerstmehrfachbehinderte und verhaltensauffällige Schüler gibt. Weiter betont der gerne auch handwerklich tätige Lehrer, dass es richtig gewesen sei, die Arbeit der Schule bekanntzumachen und mit ihr in die Öffentlichkeit zu gehen. So wurde auch um Unterstützung für Bauvorhaben geworben wie jetzt für das Soccerfeld, für das die Schulgemeinde knapp 30 000 Euro eingeworben hat. Auf das Thema Inklusion angesprochen, sagt er: „Ich bin dafür, aber es darf keiner immer nur dabei sitzen und „übrig bleiben“, damit ist keinem gedient.“

Am kommenden Mittwoch wird Reinhold Track verabschiedet.

Mehr über Reinhold Track lesen Sie in der gedruckten Zeitung und im E-Paper.

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