Friedrichshütte bei Iba: Am Jahresende ist Schluss

Die Friedrichshütte, Pächter Uwe Pfeiffer und seine Frau Andrea: Pfeiffer hatte den Himmelfahrtsgottesdienst vor sieben Jahren wieder zur Friedrichshütte geholt. Bis zu 700 Menschen kamen an schönen Tagen zu der ökumenischen Feier. In den Betrieb der Traditionsgaststätte haben Andrea und Uwe Pfeiffer viel Herzblut gesteckt. Foto: Schankweiler-Ziemrann

Iba. Den letzten Himmelfahrtsgottesdienst an der Friedrichshütte bei Iba kündigt Hüttenwirt Uwe Pfeiffer für Donnerstag um 11 Uhr an.

Am Jahresende schließen Pfeiffer und seine Frau Andrea den Betrieb und eröffnen Ostern 2016 neu die „Grimms Hütte an der Steinbachquelle“ im Ferienpark Machtlos.

„Ich wollte hier nie weg. Das war mein Leben, mein Traum“, sagt Pfeiffer und sitzt in der warmen Frühlingssonne vor der traditionsreichen Friedrichshütte. Bis zu seiner Rente wollte der 53-Jährige das Gasthaus mit Zimmervermietung bewirtschaften, doch den ihm vorgelegten neuen Pachtvertrag kann er nicht unterschreiben. Der Grund ist nicht die Erhöhung der Pacht um 25 Prozent, sondern die Forderung, dass der Pächter dafür zu sorgen habe, „dass die Lärmbelästigung sich ab 23 Uhr in einem innerorts üblichen Rahmen bewegt“.

Mit Pferd und Wagen zur Friedrichshütte: Dieses Winterfoto stammt von Hans-Georg Rehwald aus Bebra. Archivfoto: nh

„Das ist das Todesurteil für die Friedrichshütte“, sagt Pfeiffer. Denn erst seit er und Jürgen Stöcker 2012 „Luis Saal“ ausgebaut hatten, läuft der Betrieb wirtschaftlich. Hochzeiten und andere Feiern aller Art lassen sich nicht um 23 Uhr abstellen. Im Gegenteil: Dann geht es meist erst richtig los. Nur mit einem Café-Betrieb könne man die Gaststätte nicht halten. In der Winterzeit kostet allein die Heizung für die Gaststube laut Pfeiffer 40 Euro pro Tag.

Pfeiffer und seine Frau, die seit zwei Jahren mit im Geschäft ist, sind tief enttäuscht. „Bisher sind wir gut genug gewesen, und jetzt stören wir“, erklärt der Hüttenwirt. Das Ehepaar fühlt sich „rausgeekelt“.

Vor fast zehn Jahren hatte Pfeiffer das Haus übernommen, nachdem es ein halbes Jahr geschlossen war. Die Verpächter seien damals froh gewesen, dass der Betrieb weiterlief, das Haus nicht verfiel. „Sechs Jahre habe ich jeden Verdienst in die Kneipe gesteckt“, erinnert sich Pfeiffer, gelernter Koch. Anfangs verdiente er von Januar bis März so wenig, dass er die Pacht im Frühjahr nachzahlen musste.

Inzwischen hat er eine neue Küche eingebaut, die Einrichtung samt Tresen erneuert, über der Gaststube eine Wohnung zur eigenen Nutzungund Gästezimmer ausgebaut und auch rundherum vieles mit Liebe gestaltet: Vom Blumenbeet bis hin zum mühevoll hochgepäppelten Schattenrasen unter der großen Linde.

Pfeiffer bedauert, dass zum Himmelfahrtsgottesdienst ein großer Teil der Wiese und die Parkplätze hinter der Einfahrt von einem Elektrozaun umschlossen und daher wohl nicht nutzbar sein werden. Die neue Eigentümerin, die seit zwei Jahren nebenan wohne, rede nicht mehr mit ihnen, sagen Pfeiffers, obwohl es keinen Streit gegeben habe.

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