Fluss-Renaturierung

Der Fulda wächst bei Bebra ein neuer Arm

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Links der Radweg 1 an der Fulda Richtung Rotenburg, rechts beginnt der neue ein Kilometer lange Nebenarm bei Breitenbach. Eine Mooreiche grenzt den Nebenarm ab, damit die Kanuten auf der Fulda bleiben. Sie führte im Januar extrem wenig Wasser, was die Bauarbeiten überhaupt möglich machte. Links im Bild Planer Heinrich Wacker, rechts Bauamtsleiter Patrick Schuster.

Bebra. Trotz der Minusgrade sind die Bauarbeiten entlang der Fulda bei Breitenbach in vollem Gange: Der Fluss hat nun einen neuen Seitenarm.

Bei gefrorenem Boden herrschten im Januar optimale Bedingungen für die schweren Maschinen zur Herstellung eines ein Kilometer langen neuen Seitenarms der Fulda in Richtung Rotenburg.

Das ist der Fuldaabschnitt, an dem auf der anderen Flussseite der Radweg 1 (Mischelsweg) entlangführt. Zeitweise waren an sechs Stellen Bagger im Einsatz, um das naturnahe zweite Bett der Fulda herzustellen. 60.000 Kubikmeter Erde wurden bewegt, etwa so viel wie 24 Schwimmbäder mit Olympiamaß fassen. Das erklärten der Experte für Landschaftsplanung und Gewässerrenaturierung, Heinrich Wacker, und Bebras Bauamtsleiter Patrick Schuster.

Bei dem Großprojekt des Fuldaauen-Erlebnisparks steht zurzeit die Renaturierung der Flussaue im Vordergrund. Ziel ist es, der Fulda bei Hochwasser mehr Platz zur Ausdehnung zu geben. Der Fluss soll nur noch bei großem Hochwasser in den Breitenbacher See laufen. Dazu wird ein bis zu ein Meter hoher Wall rund um den See hergestellt, der aber nur an wenigen Stellen überhaupt auffallen wird.

Der bei Hochwasser mitgeschwemmte Ackerboden und die damit verbundene Nährstoffzufuhr in den See führte in der Vergangenheit immer wieder zu einer Algenblüte – ein Badeverbot war die Folge. Diese Gefahr wird künftig deutlich gemindert.

Gleichzeitig dient das Projekt der Schaffung von neuem Lebensraum für seltene Arten und entspricht somit den Zielen des Natura-2000-Gebiets.

Während ein bisher vorhandener Spazierweg am Fluss entlang jetzt Baustelle ist und auch künftig nicht mehr begehbar sein wird, werden neue attraktive und naturnahe Verbindungswege geschaffen, etwa entlang des Solzbachs, der schon vor gut acht Jahren in ein neues Bett gelegt worden ist.

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