Gedenken per Video

Schüler aus Bebra erinnern im Internet an Opfer der Pogromnacht

Gedenken der Opfer: Tamia Günsch (16) und Kevin Dorogokuplya (16) erinnern an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger aus Bebra.
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Gedenken der Opfer: Tamia Günsch (16) und Kevin Dorogokuplya (16) erinnern an die Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger aus Bebra.

Die Erinnerung an die jüdische Geschichte aufrechterhalten: Das ist das Ziel der Schüler der Klasse 10b der Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra.

Bebra – Coronabedingt muss die eigentliche Gedenkveranstaltung in diesem Jahr ausfallen. Organisiert wird die Veranstaltung von der Stadt unter Federführung des Fachdienstes Generationen in enger Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe „Pogromgedenken/jüdisches Leben in Bebra“. Dazu gehören die Bebraer Gesamtschule und die Schulsozialarbeit, die Beruflichen Schulen, der Ökumenische Arbeitskreis, die Bürgerinitiative Zukunft für Bebra und Heinrich Nuhn.

Seit 2017 wird jährlich am 7. November in einer Abendveranstaltung der Übergriffe auf jüdische Mitbürger durch die Nationalsozialisten im November 1938 gedacht, welche den Auftakt zur Vertreibung und systematischen Ermordung von 5,6 bis 6,3 Millionen europäischen Juden bildeten. Die Schüler Emely Gleim, Jette Ries, Emma Stiegel, Kim Christin Beisheim, Julie Dettmann, Tamia Günsch und Kevin Dorogokuplya sind bereits von Anfang an bei der Organisation dabei. „Es liegt uns sehr am Herzen“, sagt die 16-jährige Emma Stiegel über das Pogromgedenken. Es war also klar, dass die Veranstaltung Corona nicht komplett zum Opfer fallen sollte, woraus die Idee zu dem Video entstand.

Rick Fröhnert von der Firma Pixelstricker aus Ludwigsau hält die Gedenkveranstaltung der Schüler mit der Kamera fest. Berichte von Zeitzeugen werden vorgetragen, die unter anderem Heinrich Nuhn, der sich aktiv mit der Geschichte jüdischen Lebens im Kreis auseinandersetzt, zur Verfügung gestellt hat. Auch Bürgermeister Stefan Knoche, Landrat Dr. Michael Koch und Pfarrer Alexander Ulrich tragen mit ihren Andachten zu dieser besonderen Form des Gedenkens bei.

Das Video soll am Samstag, 7. November, um 17 Uhr erscheinen unter bebra-stadt.de und das-beste-bebra.de erscheinen – dann hätte die eigentliche Veranstaltung stattgefunden.

Einen Vorteil hat die alternative Form des Gedenkens im Internet: Das Video erreicht viel mehr Menschen. So können auch die in Tel Aviv lebenden Angehörigen von Opfern aus Bebra an der Gedenkveranstaltung teilhaben. (Lea-Sophie Mollus)

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