Prozess vor dem Bad Hersfelder Amtsgericht

Geldstrafe für Bebraner nach Schlag mit Glas

Bad Hersfeld. Der Schlag kam aus dem Nichts, ohne erkennbaren Anlass - und er hinterließ eine heftig blutende Platzwunde über der Augenbraue eines 21-Jährigen aus Weiterode.

Der mutmaßliche Täter, der sich jetzt vor Strafrichterin Silvia Reidt im Bad Hersfelder Amtsgericht verantworten musste, konnte sich die Attacke nicht erklären. Es habe im Ausgangsbereich der Bebraer Diskothek „Hippodrome“ Gedränge und Geschubse gegeben, er sei ziemlich betrunken gewesen, aber er habe auch keinen Grund gehabt, sich mit jemandem anzulegen.

Dass der 25-Jährige aus Bebra am Ende doch wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (120 Tagessätze zu je 30 Euro) verurteilt wurde, das lag an einem Türsteher, der die Szene aus nächster Nähe beobachtet hatte.

Ob und was geredet wurde, das war wegen der lauten Musik nicht bis zu ihm gedrungen, aber dass die beiden erwähnten Personen beieinanderstanden, und dass der spätere Angeklagte mit dem Glas zuschlug, da war sich der Zeuge sicher.

Für Richterin Reidt war denn auch klar, dass der Schlag nicht versehentlich, sondern mit Absicht kam.

Dennoch hatte der Fall ein paar Facetten mehr: Täter und Opfer, die sich vom Sehen auf dem Fußballplatz kannten, hatten sich zwischenzeitlich ausgesprochen, einen Strafantrag hatte der 21-Jährige nicht gestellt. Obwohl der Bebraner auch ihm gegenüber die Tat an sich nicht eingeräumt hatte, zahlte er 1000 Euro Schmerzensgeld.

Ungeklärt blieb allerdings, dass der Türsteher einen Schlag auf den Hinterkopf gesehen haben wollte, die Platzwunde aber im Gesicht war. Deswegen hatte die Verteidigung zwischenzeitlich die Einstellung des Verfahrens angeregt, was allerdings am Widerstand der Staatsanwaltschaft scheiterte.

Rubriklistenbild: © dpa

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