Ein Hauch von New Orleans in Bebra

Groovige Weihnacht mit Jan Luley und Cleo im Lokschuppen

Das Foto zeigt von links Jan Luley am Piano, Lindy Huppertsberg am Kontrabass, Schlagzeuger Tobias Schirmer und Sängerin Cleo beim Weihnachtskonzert im Lokschuppen in Bebra.
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Groovige Einstimmung auf das Fest: von links Jan Luley am Piano, Lindy Huppertsberg am Kontrabass, Schlagzeuger Tobias Schirmer und Sängerin Cleo beim Konzert im Lokschuppen in Bebra.

Ein Hauch von New Orleans wehte durch den Lokschuppen in Bebra, als sich Jan Luley am Piano und die deutsche Jazzsängerin Cleo in die Herzen des Publikums spielten und sangen.

Bebra - Weihnachtliche Klänge im Stile New Orleans – auch Geburtsstadt des Jazz genannt – stimmten die Zuhörer am vierten Advent bei dem Programm Groovy Christmas gefühlvoll auf das große Fest ein, mal ganz bluesig melancholisch, mal rockig temperamentvoll.

Leise rieselte der Schnee in Bossa Nova Manier und bei „Santa Claus is coming to Town“ fegte Luley, der begeisternde Pianist mit Wurzeln in Bad Hersfeld, treibend über die schwarzen und weißen Tasten. New Orleans liegt ihm im Blut, dasselbe gilt aber auch für die beeindruckende Cleo, die mit ihrer natürlichen Bühnenpräsenz und ihrer warmen, bluesig-souligen Stimme, aber auch rockig „… Around the Christmas Tree“ überzeugte. Als Kind sang Cleo bereits in einem Gospelchor, ihr Vater spielte selbst Mississippi Slide Guitar, mit ihrer Familie lebte sie als 15-Jährige schon für ein halbes Jahr in New Orleans – die Stadt prägte sie.

Jan Luley hatte aber noch weitere hochkarätige Bandmitglieder mit in den Lokschuppen gebracht, der noch ein paar mehr Zuschauer hätte aufnehmen können. Am Kontrabass war Lindy Huppertsberg zu hören, die auch als Lady Bass bekannt ist und in der Frankfurter Barrelhouse Jazz Band spielt, die als international renommierteste Jazzband Deutschlands gilt. Im Dialog mit Luley zeigte Lindy zum Beispiel bei dem bekannten Gospel „Go tell it on the Mountain“ ihre Virtuosität.

Nicht fehlen durfte natürlich „The Christmas Song“, aufgenommen 1946 von Nat King Cole, geschrieben im heißen Sommer des Vorjahres in Los Angeles, als sich der Komponist kühle Gedanken machte, wie Jan Luley in einer seiner amüsanten, aber nie aufdringlichen Moderationen erzählte: Cleo mit einem Geigen-Intro und ihrer atmosphärisch dichten, vollen Stimme, gefühlvoll begleitet von Luley und dem Schlagzeuger Tobias Schirmer, der zurückhaltend und weich den Rhythmus gab. Seine musikalischen Anfänge liegen übrigens in Fulda. Ein wunderschönes ausdrucksstarkes „Merry Christmas“ von Cleo verzauberte das Publikum, das andächtig genoss.

Zum Abschluss lüfteten Jan Luley und seine Musiker in ihrem letzten Konzert vor Weihnachten „The Secret of Christmas“, melancholisch und mit einem zarten glöckchenartigen letzten Ton am Piano. Entscheidender als das ersehnte harmonische Weihnachtsfest selbst sind danach die weihnachtlichen Dinge, die wir das ganze Jahr über tun. (Gudrun Schankweiler-Ziermann)

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